Spotlight: Karl-Herbert Scheer

Lesezeit circa: 3 Minuten

Karl-Herbert Scheer, oder K.H. Scheer, ist einer der wichtigsten Autoren der Perry Rhodan Reihe.

K.H. Scheer
© Pabel-Moewig Verlag KG

Über Scheer ist nicht allzu viel online zu finden, dafür aber in einigen guten Publikationen diverser Fans.

Persönliches

K. H. Scheer wurde am 19. Juni 1928 in Harheim geboren. Er wuchs in Frankfurt am Main auf und zog mit seiner Familie gegen Ende der 1950er Jahre nach Friedrichsdorf im Taunus, wo er bis zu seinem Tod am 15. September 1991 in Bad Homburg lebte.

Er hat den zweiten Weltkrieg nicht allzu bewusst selbst erleben müssen, zumindest nicht als Soldat. 1944 meldete er sich freiwillig, um eine Ausbildung zum Marine-Ingenieur zu beginnen. Krankheitsbedingt war er bis kurz vor der Kapitulation Deutschlands im Lazarett und zum Tag der Aufgabe zuhause. Dies hat ihm eine Kriegsgefangenschaft erspart.

Literarische Werke

Sein erstes Werk, „Stern A funkt Hilfe“ erschien 1948. In der Folgezeit machte er sich durch hervorragende Publikationen in Fankreisen einen guten Namen, bekam sogar den HUGO Award. Neben Science Fiction schrieb er auch Kriminal- und Seeabenteuer. Von letzteren dürfte auch sein Hang kommen, Raumschlachten an Bord von Raumschiffen immer wie eine Seeschlacht zu schildern, inklusive des Abdriftens des schießenden Raumschiffes nach Feuerlee. 1961 schließlich landete er seinen größten Coup, er begündete mit Walter Ernsting alias Clark Darlton die Perry-Rhodan-Serie, für die er bis Band 674 die Exposés schrieb.

Auch die Schwesterserie ATLAN wurde von ihm konzipiert, wodurch die ersten Hefte der Serie reine Agentenabenteuer wurden, die herzlich wenig Atlan enthielten. Technik und gigantische Maschinen waren sein Steckenpferd, nicht zuletzt dadurch konnte die Serie Perry Rhodan von Anfang an auf ein solides und belastbares Technikgerüst zurückgreifen. Auch waren seine Raumschlachten und Bodenkämpfe stets technisch begleitet, was ihm den von ihm ungemochten Beinamen „Handgranaten-Herbert“ einbrachte, der ihn oft traurig machte, denn nichts lag ihm ferner als Krieg und Gewalt.

Treffen

An dieser Stelle muss ich persönlich berichten. Ich lernte ihn auf einem Con kennen Mitte oder Ende der 80er, genau weiß ich es leider nicht mehr. Scheer war ein komplizierter Mensch, wirkte oft etwas arrogant, war es aber nie. Er war recht direkt in seinen Aussagen und wusste immer, wovon er redete, wenn er sich äußerte. Im Grunde war er Pazifist, wußte als Autor von Heftromanen aber, dass er Action liefern musste, um die Leser anzusprechen und bei der Stange zu halten. Seine markige Sprache, die oft kritisiert wurde, wurde dabei stets durch völlig comichafte Übertreibungen entschärft, und die oft betonten pazifistischen Textstellen gerne überlesen oder – so sagte er mir – vom Lektorat gestrichen.

Tatsächlich ist mir während des nochmaligen Lesens der alten Perrys aufgefallen, dass der Hang zu Gewalt und Handgranaten weniger Scheer ablieferte als eher Kurt Mahr, H. G. Ewers und erstaunlicherweise Walter Ernsting. Scheer blieb der Serie immer treu, auch als er, gesundheitlich bedingt, eine jahrelange Pause einlegte. Sein letztes Heft für Perry Rhodan erschien mit Nummer 1544 kurz vor seinem Tod im gleichen Jahr 1991. Wer mehr über Scheer wissen möchte sollte sich die wirklich hervorragend geschriebene Biographie besorgen:

Heiko Langhans: K. H. Scheer. Konstrukteur der Zukunft. Pabel-Moewig Verlag, Rastatt 2001, ISBN 3-8118-7514-0.

 

Mario Staas

Mario ist Jahrgang 1974 und seit Ewigkeiten Perry-Rhodan-Leser. Er liest die komplette Reihe gerade zum dritten Mal und lässt uns daran teilhaben.
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