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Commander Una Chin-Riley steht in Ad Astra Per Aspera vor Gericht.

Es geht wieder vor Gericht

Es sieht für Commander Una (Rebecca Romijin) nicht gut aus. Die Sternenflotte möchte ihren Fall schnell abschließen und am liebsten unter den Teppich kehren. Doch der Deal, der ihr angeboten wird, ist ein fauler und eher unzufriedenstellender – weshalb sie ihn ablehnt.

Leider ist ihr Rechtsbeistand kein besonders guter, weshalb Captain Christopher Pike (Anson Mount) jemanden zu Hilfe holt, den sie gut kennt. Es handelt sich um ihre ehemalige Freundin, die Illyrianerin Neera Katoul (Yetide Badaki). Dank etwas Überzeugungsarbeit des Schiffskommandanten nimmt die Anwältin den Fall an. Womit sich vor Gericht eine spannende juristische Schlacht entwickelt.

Gerichtsepisoden und Star Trek, das war bislang immer ein Garant für spannende Unterhaltung. Man denke nur an die TNG-Folge Wem gehört Data? oder die Discovery-Episode Wiedervereinigung III. Insofern muss Ad Astra Per Aspera den Vergleich mit diesen anderen Folgen überstehen.

Es werden Nuancen hinzugefügt

Ebenso stellt sich die Frage, ob und wie diese Folge enden wird. Aus Star Trek – Prodigy wissen wir, dass das Verbot der genetischen Augmentierung auch in der Handlungszeit der Serie noch gelten wird, die ja Jahrzehnte nach Strange New Worlds platziert ist. Wird dies daher eine Episode sein, in der Una verurteilt wird?

Die Antwort, die Ad Astra Per Aspera liefert, ist eine überraschende. Vor allem auch deshalb, weil schon sehr bald im Mittelpunkt des Geschehens nicht mehr nur einzig Commander Unas Schicksal steht, sondern ebenso die Frage, ob die Föderation und die Sternenflotte wirklich so tolerant sind, wie sie sich immer geben.

Natürlich wird dabei an der Darstellung der Föderation als Utopia gekratzt. Doch gleichzeitig wird nicht der einfache Weg genommen und dieses Sternenbündnis als nur schlecht dargestellt, sondern es ist eine erstaunlich differenzierte Charakterisierung, in der viele Nuancen hineinspielen, wodurch diese Vereinigung verschiedener Welten zwar immer noch als leuchtendes Vorbild gilt, es aber gleichzeitig auch realistischer wirkt.

Eine Anwältin mit Wucht

Getragen wird die Handlung von Ad Astra Per Aspera vor allem von Yetide Badaki, der illyrianischen Anwältin Neera Katoul. Von Anfang an entwickelt die Figur durch ihre Darstellerin eine unglaubliche Wucht. Jede Szene, in der sie auftritt, wird von ihr dominiert. Man lernt eine Rechtsvertreterin kennen, die gefühlt mehrere Pläne gleichzeitig verfolgt und Zeugenaussagen, die vielleicht vorher dem Fall abträglich waren, auf einmal in einen Vorteil verwandelt.

Dabei erhält fast jedes Stammmitglied der Enterprise-Besatzung einen Moment, in dem er oder sie glänzen kann. Sei es Spock, der eine Frage, ob Una vor ihm ein Geheimnis hatte, auf eine gelungene Art und Weise beantwortet, ohne dass sie gefährlich wird. Oder sei es La’an Noonien Singh, die sich mit voller Verve in den Fall stürzt, um ihre Freundin zu unterstützen.

Doch auch Una erhält reichlich Charaktermomente. Man merkt ihr an, dass sie unbedingt zur Sternenflotte gehören möchte. Dass sie zwar weiß, dass sie etwas Falsches getan hat, aber nicht einsieht, dass sie bestraft werden soll. Interessant sind die Momente, in denen man einiges über ihre Vergangenheit erfährt, darüber, was sie und ihre Familie durchmacht haben. Diese Szenen gehen unter die Haut.

Wieviel Freiheit genießen Kommandanten?

Sie ist es vor allem auch, die von allen anderen Besatzungsmitgliedern in Ad Astra Per Aspera am meisten profitiert. Man lernt eine neue Seite ihrer Persönlichkeit kennen, wie etwa die Angst, dass sie durch ihre Verwandtschaft mit Khan Noonien Singh vielleicht ebenfalls genetisch augmentiert ist, oder ihr unbedingter Wille, dass ihre Freundin freigesprochen wird.

Der Gerichtsprozess entwickelt sich unvorhersehbar. Er schlägt Haken, Winkel und Wendungen, die man so definitiv nicht hat kommen sehen. Inklusive einem gelungenen Finale, bei dem auf einmal nicht nur Una vor Gericht steht, sondern ebenso Captain Christopher Pike und die Art, wie er sein Schiff führt bzw. die Frage, wie viel Narrenfreiheit Schiffskommandaten überhaupt genießen.

Am Ende ist man von Ad Astra Per Aspera wie geplättet. Es ist eine absolut geniale Folge und einmal mehr Star Trek at its best. Die vielen Themen, die hier angesprochen oder gestreift werden, machen einen schon fast schwindelig. Aber es lohnt sich dranzubleiben. Man wird nicht enttäuscht.

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10 10 0 1
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Total Score

Positiv

  • Eine Gerichtsfolge
  • Yetide Badaki
  • Verhandlungen mit vielen Wendungen
Götz Piesbergen
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