Review: Rückkehr nach Belzagor Band 1 & 2

Lesezeit circa: 5 Minuten

Eine Forschungsreise zur einstigen Kolonialwelt Belzagor nimmt einen überraschenden Verlauf. Nach dem Roman Die Mysterien von Belzagor des US-amerikanischen Science-Fiction-Autors Robert Silverberg.

Rückkehr nach belzagorDie Handlung

Als junger Leutnant wird Eddie Gundersen zu einem Außenposten auf der Koloniewelt Terra Holman entsandt, wo das Gift der Naggiarsschlange gewonnen wird. Ein medizinischer Wirkstoff, der allerdings auch als Droge konsumiert werden kann, wovon der Kommandant Kurtz reichlich Gebrauch macht. 18 Jahre später kehrt Gundersen wieder auf den Planeten zurück, der inzwischen an dessen Ureinwohner, die elefantenartigen Nildoror und humanoiden Sulidoror, zurückgegeben wurde. Diese nennen ihre Welt selbst Belzagor.

Von der einstigen Kolonie sind nur noch ein Hotel und wenige Siedler geblieben. Die Überreste der importierten Zivilisation verfallen zusehends. Eigentlich wollte Gundersen nie zurückkehren, denn wie man in weiteren Rückblenden erfährt, hat er als Leiter eines Staudammprojektes Mist gebaut, dabei den Tod eines Nildoror verantwortet und obendrein ist die Beziehung zu seiner geliebten Seena in die Brüche gegangen. Dennoch übt Belzagor weiterhin eine hohe Anziehungskraft auf ihn aus und als er von einem Forscherehepaar angeheuert wird, bietet er sich als Reiseführer an.

Die beiden Forscher wollen mehr über die Kultur der Nildoror und Sulidoror erfahren. Insbesondere reizt sie deren Ritual der Wiedergeburt. Fremdweltlern ist es jedoch strengstens untersagt, daran teilzunehmen, geschweige denn auch nur in die Nähe des mystischen Nebellandes zu reisen. Ein Stammesoberhaupt erlaubt Gundersen die Reise schließlich doch unter der einen Bedingung, dass er seinen einstigen Kommandanten Kurtz von dort zurückbringt. Der ist nämlich, schwer an den Folgen des Naggiarsgiftes erkrankt, zum Ritual aufgebrochen, von dem er sich eine reinigende Wiedergeburt erhofft.

Zu allem Elend ist Kurtz inzwischen mit Seena verheiratet, die sich der Expedition ebenso anschließt wie ein weiterer alter Bekannter, der Eddie mit dem Wissen um seine einstige Schuld erpresst. Gemeinsam mit einigen Nildoror, die ihre Wiedergeburt erwarten, machen sich die Erdlinge auf eine farbenfrohe Reise durch eine fremdartige Welt, um Zeugen eines noch fremdartigeren Rituals zu werden.

Rezension von Rückkehr nach Belzagor

Rückkehr nach Belzagor besticht durch eine spannende Handlung mit einem überraschenden Ende. Der suchtkranke Kommandant Kurtz ist offensichtlich an den gleichnamigen Charakter aus dem Film Apocalypse Now angelehnt, der wiederum auf Joseph Conrads Herz der Finsternis basiert. Da sich die Geschichte jedoch in eine gänzlich andere Richtung entwickelt und es nicht um einen Krieg geht, ist dies keine billige Kopie, sondern als Hommage zu verstehen. Im Zentrum stehen die Selbstfindungsreisen der Charaktere, die sie durch eine Welt führen, die kaum exotischer sein könnte.

Schon beim Aufschlagen der ersten Seite wird man in eine phantastische Welt gezogen, die durch ihre vielfältige Fremdartigkeit besticht. In den Wäldern Belzagors sucht man irdische Pflanzen vergebens und noch bizarrer wirken die lebenden Kristalle im Nebelland, welche verschiedenfarbig auf die Personen in ihrer Nähe reagieren. Der detaillierte Zeichenstil sowie die satte Coloration grenzen dabei schon fast ans Fotorealistische. Wirklich jede Seite ist ein Augenschmaus.

Der einzige Minuspunkt sind die fünf Monde, die zum Ritual der Wiedergeburt in einer Reihe stehen müssen. Hier wurde einfach eine Aufnahme des Erdmondes einkopiert und das gleich fünfmal hintereinander. Unnötig zu erwähnen, wie höchst unwahrscheinlich es allein schon ist, dass fünf Monde absolut identisch aussehen und dann auch noch wie der Erdtrabant.

Rückkehr nach Belzagor

Ein wenig störend sind weiterhin die zahlreichen Sexszenen. Es ist ja nicht so, dass diese schlecht gezeichnet wären, nur sind die Comics dadurch für Leser unter 16 Jahren ungeeignet. Das trifft allerdings ebenso auf die Gewaltorgie am Ende des zweiten Bandes zu. Rückkehr nach Belzagor richtet sich eindeutig an ein erwachsenes Publikum und hat nichts in Kinderzimmern verloren.

Fazit

Sowohl erzählerisch als auch optisch hinterlässt Rückkehr nach Belzagor einen bleibenden Eindruck. Die spannende Handlung reißt den Leser jederzeit mit und in Sachen Fremdartigkeit kann es der Planet locker mit Pandora aus Avatar aufnehmen. Fans von nicht alltäglicher Science Fiction sollten sich unbedingt auf dieses Abenteuer einlassen.

Bewertung: 14/15

Text: Robert Silverberg & Philippe Thirault
Zeichnungen: Laura Zuccheri
Farben: Silvia Fabris
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen:

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