Review: Perry Rhodan NEO 249 – Blackout Terrania

Lesezeit circa: 7 Minuten

Hondro greift nach der Macht – ein Mittel ist dabei der Blackout Terrania

Perry Rhodan Neo 249 Blackout TerraniaTitel: Blackout Terrania
Autor: Rüdiger Schäfer
Titelbild: Dirk Schulz/Horst Gotta
Erschienen: 01. April 2021

Zur Handlung

Durch Iratio Hondros Handeln auf Luna kommt es zum Blackout Terrania sowie auf der restlichen Erde und dem erdnahen Raum, NATHAN ist komplett heruntergefahren. Perry Rhodan beschließt, sich mithilfe des Zeitbrunnens in Bolivien nach Luna zu begeben. Ronald Tekener begleitet ihn und die beiden nutzen einen uralten chinesischen Militärjet, um von Terrania zum Altiplano zu gelangen.

Thomas und Farouq Rhodan da Zoltral sind auf dem Mond gelandet und jagen Hondro, während Jessica Tekener von diesem mental förmlich “ausgesaugt” wird, da er ihre Kraft benötigt.

Die dritte Gruppe um Gucky ist auf dem Weg zurück in NATHANs Herz. Gucky spürt Hondros Impuls als inhaltsleere, telepathische Welle, ist jedoch schon sehr geschwächt. Der Arkonide Sofgart vermutet eine Waffe zur Auflösung des Teilchen-Welle-Dualismus hinter dem Hyperimpuls. Da dieses Mittel extrem ist und ihn viel Kraft gekostet hat, glaubt die Gruppe, dass Hondro dadurch momentan verwundbar ist.

Die Gruppen um Gucky, die Rhodan-Brüder sowie Perry treffen nacheinander zusammen und NATHAN reaktiviert sich. Hondro ist offenbar kurz davor, das gesamte Nonagon in Betrieb zu nehmen und damit die Kontrolle über die Solare Union zu übernehmen. Auch die Planetenmaschinen auf den Kolonien sind inzwischen aktiviert.

Die vereinte Gruppe findet Jessica Tekener – völlig teilnahmslos und laut Gucky ohne eigene Gedanken – vor NATHANs Herz. Sie erreichen den Zeitbrunnen und damit auch Hondro, und es kommt zur finalen Auseinandersetzung, bei welcher der Plophoser schon der sichere Sieger zu sein scheint, nachdem er Farouq Rhodan da Zoltral erschossen hat. Durch Sofgart und seine extrem aktiven Tropfen wird er jedoch gestoppt und Ronald Tekener erschießt ihn, nachdem Perry Rhodan dies nicht konnte.

Gedanken zu Blackout Terrania

Ich fange heute mal mit den Dingen an, die mir weniger gut gefallen haben, viele waren es aber nicht. Zunächst fand ich es merkwürdig, dass kein Wort mehr darüber verloren wurde, dass die NATHALIE in NEO 248 als “abstürzend” beschrieben wurde. Hier ist sie offensichtlich völlig problemlos auf Luna gelandet und hat Thomas und Farouq abgesetzt. Kein Drama, aber speziell bei zwei Romanen der Expokraten verwunderlich, wenn solche Dinge untergehen.

Dazu habe ich mich etwas über formale Fehler geärgert. Der Roman hatte außergewöhnlich viele Tippfehler, Satzbaufehler und “Wortdreher”. Das bin ich von NEO in diesem Ausmaß nicht gewohnt, normal funktioniert das Korrektorat meines Erachtens sehr gut. In diesem Falle empfand ich es als nervig, weil es anteilig meinen Lesefluss störte. Schade, besonders bei einem so wichtigen Staffelfinale.

Als letzten Punkt, der mich zumindest ein wenig gestört hat, möchte ich Perrys Geheimnistuerei mit Thora ansprechen. Nachdem beschrieben wurde, dass er Thora “zur Seite nahm”, um etwas für den Fall seines Misserfolgs mit ihr zu besprechen und auch später Bull nochmal darauf hingewiesen wird, habe ich erwartet, dass dieses Geheimnis noch aufgeklärt wird. Das passierte jedoch leider nicht, wobei speziell das letzte Kapitel durchaus Platz dafür geboten hätte.

Nun ist aber definitiv genug gemosert, denn insgesamt gefiel mir das Staffel- und Epochenfinale ausgesprochen gut. Zunächst mal ein großes Kompliment für die Zwischenszenen mit Nelly Parks. Hier zeigt Rüdiger Schäfer wirklich eindrucksvoll, wie sich ein totaler Blackout auf alltäglichste Dinge auswirkt und wie abhängig die Gesellschaft davon ist, dass die Stromversorgung funktioniert. Zudem ist die Gestaltung der Figur Nelly Parks auf wenigen Seiten wirklich schön und liebevoll gelungen. Top!

Wenn wir über einzelne Figuren sprechen, muss auch Gucky erwähnt werden. Durch die Umstände auf dem Mond mehr oder weniger außer Gefecht gesetzt, ist die Innensicht des Ilts faszinierend und auch etwas bedrückend. Gucky philosophiert über seine Einsamkeit, die Menschen und ihre oft seltsamen Verhaltensweisen sowie darüber, wie diese ihn oft sehen. Außerdem erhalten wir eine grandiose Schilderung, wie Telepathie aus Sicht eines Telepathen funktioniert und dass Nicht-Telepathen das Grundprinzip kaum verstehen können. Großes Kino.

Als letzte Figuren müssen natürlich Perry Rhodan und Iratio Hondro erwähnt werden. Der Moment, in dem sich die beiden direkt gegenüberstehen, kurz nachdem Hondro Farouq getötet hat, ist für mich ausgesprochen eindrucksvoll gewesen. Trotz des Todes seines Adoptivsohnes kann Perry sich nicht durchringen, Hondro zu töten. Der Plophoser versucht sogar, Rhodan dazu zu drängen und ein wenig hatte ich die Szene aus Star Wars vor Augen, in welcher Imperator Palpatine Luke Skywalker zur dunklen Seite der Macht bekehren will. Perrys Moral siegt, Ronald Tekener übernimmt die Drecksarbeit für ihn.  Hondro ist (endlich) besiegt und das Dunkelleben dank NATHAN und Nonagon aus der lokalen Blase entfernt. Als Leser muss ich sagen, dass diese Tatsache eine echte Wohltat ist.

Zu Perry Rhodan ist außerdem noch zu sagen, dass das Kapitel mit dem chinesischen Kampfjet für mich extrem unterhaltsam war. Auch die Dialoge mit Ronald Tekener passten hervorragend und das Zusammenspiel der beiden war sehr gelungen.

Es folgt zuletzt der emotionale Abschied von Farouq, mit der Beisetzung im Rosengarten auf dem Mars. Solche emotional aufreibenden Momente sind eine der ganz großen Stärken von Rüdiger Schäfer und auch hier hatte ich eine Gänsehaut! Als dann sogar Nathalie Rhodan da Zoltral – wenn auch heimlich und fast ungesehen – erscheint, war das schon sehr bewegend.

Bleiben ein paar offene Fährten, welche uns vermutlich auch in der neuen Epoche weiter begleiten werden. Zum einen wäre da Sofgart mit seinem F’Atkor. Der Arkonide, welcher sein Augenlicht verloren hat, ist insgeheim aber der eigentliche Held, mindestens aber der entscheidende Faktor in der Auseinandersetzung. Das Rätsel um seine Tropfen oder Atorakte ist noch nicht aufgeklärt und ich bin sicher, dass wir davon noch mehr lesen werden.

Zum anderen stecken Eric Leyden und sein Team noch immer im Kreellblock fest, welcher nun auch noch von NATHAN beiseite geschafft wurde. Auch Leibnitz und Monade sind verschwunden, laut der Hyperinpotronik aber in Ordnung. Auch hier wird noch einiges folgen.

Fazit

Ein sehr gutes, wenn auch aus meiner Sicht nicht ganz perfektes Staffel- und Epochenfinale. Wichtigste Erkenntnis: Iratio Hondro und das Dunkelleben sind Geschichte. Nun können wir uns auf den Jubiläumsband 250 und eine neue Epoche freuen. Ein paar kleinere Spoiler gab es ja bereits, unter anderem werden die Akonen die galaktische Bühne betreten und im Solsystem wird der Fall Laurin ausgerufen. In beiden Fällen Lesern der Originalserie bekannte Begriffe, aber wir wissen ja, dass NEO vieles anders interpretiert. Man darf also gespannt sein.


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Sven Fesser

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