[Review] Star Trek – Der Klingonische Hamlet

Lesezeit circa: 4 Minuten

Der Klingonische Hamlet hält exakt das, was der Titel verspricht.

Außergewöhnlich hoher Respekt

Es existiert in Star Trek keine andere Aliensprache, die ähnlich gut ausgearbeitet und auch in der realen Welt verbreitet ist, wie das Klingonisch. Es gibt sogar klingonische Wörterbücher und ein Institut, das sich um diese von Marc Okrand erdachte Sprache kümmert. Und mit Der Klingonische Hamlet liegt jetzt ein außergewöhnliches Werk vor.

Sein Ursprung basiert auf einer Zeile aus Star Trek VI. Dort sagt der klingonische Kanzler Gorkon (David Warner) wortwörtlich Folgendes: „Sie werden Shakespeare erst wirklich genießen, wenn Sie ihn im klingonischen Original lesen.“ Es war dieser eine Satz, der dafür sorgte, dass das Klingon Language Institute sich daran machte, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Sie nahmen sich das berühmte Drama des englischen Dichters vor und übersetzten es ins Klingonische. Und das Ergebnis liegt jetzt auch hier in Deutschland vor.

Man muss den Machern von Der Klingonische Hamlet hohen Respekt dafür zollen, dass sie das Unmögliche möglich gemacht haben. Dass sie sich wirklich durch die Vorlage durchgearbeitet haben und es in die fiktive Sprache übersetzt haben, damit quasi jetzt das, laut Film, Original vorliegt. Es war sicherlich keine einfache Arbeit.

Für wen bestimmt?

Wer das Drama nicht kennt, hier eine kurze Zusammenfassung. Hamlet ist der Prinz von Dänemark, dessen Vater ermordet wird. Der Sohn schwört Rache und stürzt dabei alle Beteiligten ins Unglück. Am Ende stirbt er selbst. Das Stück gilt als eines der prominentesten und beliebtesten Werke William Shakespeares.

Was das Institut daraus gemacht hat, ist beachtlich. Jedenfalls, soweit man das beurteilen kann. Sie haben diverse Anmerkungen in ihre Arbeit eingebettet, wie etwas zum klingonischen Ursprung der Geschichte. Oder wo es Übersetzungsunterschiede gibt, weil vorgeblich im klingonischen Original Dinge anders formuliert waren bzw. einen anderen Hintergrund hatten.

Allerdings stellt sich beim Lesen die Frage, für wen Der Klingonische Hamlet bestimmt ist? Sicher, es ist ein beeindruckendes Werk, eine unglaubliche Leistung. Aber im Prinzip werden hier nur die wirklichen Hardcore-Trekkies angesprochen, die diese Arbeit auch am meisten wertschätzen werden. Die werden sich das Buch so oder so holen. Doch dann gibt es ebenso noch Leute wie mich, die den Band in der Hand halten, weil sie eben alles aus dem Cross Cult-Verlag sammeln. Sich aber ansonsten am Kopf kratzen und nicht so recht wissen, wie sie diese Übersetzungsarbeit einsortieren sollen. Weil sie selber keine Fans der Klingonen und ihrer Sprache sind.

Weshalb es am Ende zwei Bewertungen geben wird. Für die Hardcore-Fans wird dies ein Must-Have sein. Für alle anderen ist es höchstens ein nettes Experiment mit einer durchaus beachtlichen Leistung, aber mehr auch nicht.

Star Trek - Der Klingonische Hamlet
Cover © Cross Cult

Bewertung für Hardcore-Trekkies: 15/15
Bewertung für Casual-Trekkies: 07/15

Autor: Andrew Strader, Nick Nicholas, William Shakespeare
Titel: Star Trek – Der Klingonische Hamlet
Originaltitel: Star Trek: The Klingon Hamlet – The Restorend Klingon Version
Übersetzer: Lieven Litaer, Renè Ulmer
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 04/2015
Einband: Taschenbuch
Seiten: 378
ISBN: 978-3-86425-442-0
Sonstige Informationen:
Produktseite

 


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