Star Trek Discovery
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Review: Star Trek DSC 044 – Anomalie

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die Anomalie bereitet der Discovery-Crew großes Kopfzerbrechen.

Eine wichtige Rückkehr

Saru (Doug Jones) ist wieder Teil der Sternenflotte. Doch anstatt das Kommando über ein Raumschiff zu übernehmen, will er an Bord der Discovery Captain Burnham (Sonequa Martin-Green) zur Seite stehen. Wo er genau rechtzeitig kommt, da sie sich Sorgen über Cleveland Booker (David Ajala) macht, der seit der Vernichtung seiner Heimatwelt Kweijan und dem Verlust seiner Familie sich zurückgezogen hat.

Da erhält die Discovery eine neue Mission. Sie soll die Anomalie näher untersuchen. Vor Ort stellt sich heraus, dass dies nicht so ganz einfach ist. Da bietet sich Booker mit seinem Schiff an. Unterstützt werden soll er ausgerechnet von Stamets (Anthony Rapp). Doch ob das funktionieren wird, ist unklar.

Saru ist wieder zurück. Und seine Rückkehr könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen. Man merkt während Anomalie, dass er ein essentieller Bestandteil der Crew ist, eine wertvolle Unterstützung für Captain Burnham und auch für andere. Dabei hat er immer noch nominell den Rang eines Captains, wie man in dieser Episode erfährt. Allerdings dürfte es nicht zu einem Interessenskonflikt zwischen ihm und Michael Burnham kommen, da die beiden inzwischen doch sehr gute Freunde geworden sind. Stellt sich natürlich die Frage, was dann sein Posten, seine Aufgabe werden wird? Eine Art Counselor? Oder ein Botschafter? Für letztere Rolle hatte er ja bereits in der vorherigen Season Potenzial bewiesen.

Wer wird Counselor?

Er wäre allerdings nicht der einzige Kandidat für den Posten eines Counselors. Hugh Culber (Wilson Cruz) hat wichtige Schritte in die entsprechende Richtung unternommen bzw. scheint, wie man in dieser Episode sieht, diese Aufgabe schon fast offiziell wahrzunehmen.

Ein weiterer Kandidat könnte Gray Tal (Ian Alexander) sein, dem in Anomalie ein neuer Körper in Aussicht gestellt wird. Hier wird übrigens ein Querverweis zur Picard-Serie eingebaut, wo der Titelcharakter gegen Ende einen Androidenkörper erhielt, was auch der Plan für den Trill ist. In jedem Fall scheint er Interesse am mentalen Wohlergehen anderer zu haben, natürlich vor allem an dem von Adira (Blu del Barrio) .

Doch im Großen und Ganzen steht die titelgebende Anomalie und ihre Erforschung im Mittelpunkt. Die jedoch nur Mittel zum Zweck ist, damit Cleveland Booker sich seiner Trauer stellt und mit ihr fertig wird. Das wird in der Folge auch wunderbar präsentiert. Man sieht, wie er sich in sich zurückgezogen hat und wiederholt Halluzinationen von dem Sohn seines Bruders hat, der ja durch die Versetzung von Kweijan ums Leben gekommen ist.

Des Rätsels keine Lösung

Sein Missionspartner ist dabei ausgerechnet Paul Stamets, der sein Unbehagen deutlich zur Sprache bringt. Es ist ein ungewöhnliches Duo, bei dem zu Beginn auch ein wenig Komik reinkommt, als der Ingenieur und Antriebsspezialist der Discovery versucht, mit Booker eine Art Kameradschaft aufzubauen. Was dieser allerdings unterbindet und somit klar macht, dass er kein großartiges Interesse an einer Verbrüderung hat.

Dementsprechend kann man schon erahnen, wie Anomalie ablaufen wird. Es kommt zu Komplikationen und die beiden müssen sich zusammenraufen, um zu überleben. Am Ende allerdings ist es keine frische Freundschaft, die die zwei rettet, sondern die Tatsache, dass Michael Burnham ihrem Freund ins Gewissen redet.

Gut ist übrigens, dass diese Folge nicht den Fehler begeht, das Mysterium um dieses Weltraumphänomen jetzt schon zu lüften. Im Gegenteil: Am Ende der Episode steht man genauso wie die Crew der Discovery vor einem großen Rätsel. Klar ist nur, dass das eine Bedrohung ist, die die frisch wieder auferstandene Föderation bedroht und die sich absolut unvorhersehbar verhält. Und hoffentlich bleibt noch lange unklar, was der Grund für dieses Phänomen ist. Und ebenso hoffentlich ist die Ursache nicht schon wieder ein Kelpianer, der durch bestimmte Umstände außergewöhnliche Kräfte kriegt.

Emotionen!

Eigentlich ist Anomalie wieder eine gute Folge. Allerdings wird hier ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, da es hier vor allem am Ende zu viele Szenen gibt, in denen es gefühlsduselig wird. Was vor allem stört ist, dass hier viele potenzielle Konflikte und zwischenpersonelle Probleme frühzeitig beigelegt werden, wodurch einiges an Handlungsmaterial verloren geht.

Auch die Untersuchung der Anomalie verursacht Probleme. Es heißt, dass Stamets via Hologramm aus der Distanz an Bord von Bookers Schiff alles miterlebt und mitwirkt. Dadurch soll verhindert werden, dass die beiden einzigen Personen, die den Sporenantrieb bedienen können, sterben könnten. Unterstützt wird dies durch eine Rettungsleine, die die Discovery mit Bookers Schiff verbindet. Bis diese dann gekappt wird und es keine Auswirkungen auf Holo-Stamets hat, abgesehen von der Aussage, dass er jetzt keine Daten weiterleiten kann. Was jedoch nicht logisch wirkt.

Es ist keine schlechte Folge, sondern ein weiterer Teil des gelungenen Staffelauftakts. Trotzdem hat Anomalie ihre kleinen Probleme.

Götz Piesbergen

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