Mit Subraum Rhapsody beweist Strange New Worlds einmal mehr, dass es vor allem eins ist: anders!

Raum für Experimente

Die Enterprise hat eine Subraumfalte entdeckt, die Spock (Ethan Peck) nutzen möchte, um die Subraumkommunikation zu beschleunigen. Allerdings verlaufen die ersten Experimente nicht zufriedenstellend, bis die Kommunikationsoffizierin Uhura (Celia Rose Gooding) eine Idee hat: Wieso es nicht mal mit Musik probieren? Doch die Falte reagiert darauf anders, als gedacht und eine kaum wahrnehmbare Energiewelle schwappt über die Enterprise hinweg.

Es stellt sich heraus, dass durch das Experiment eine Art neue Realität erschaffen worden ist, in der man sich durch Lieder ausdrückt, weshalb die Crew immer wieder in Musicallieder ausbricht und dabei auch ihren geheimsten Gefühlen Ausdruck verleiht. Da diese neue Realität jetzt Gefahr läuft, die normale zu zerstören, muss eine Methode gefunden werden, alles wieder rückgängig zu machen. Das allerdings ist nicht so einfach , da die Auswirkungen des Vorfalls sich immer weiter ausbreiten, wodurch auch irgendwann einige Klingonen davon beeinträchtigt werden, die damit nicht sonderlich glücklich sind.

Seit der allerersten Folge von Star Trek – Strange New Worlds war das Grundkonzept der Serie vor allem eins: Dass es anders als bei Discovery keine Handlung geben würde, die alle Episoden einer Season plottechnisch beeinflussen würde. Stattdessen würde die Reihe ganz wie in der alten TOS– oder TNG-Ära aus für sich allein stehenden Folgen bestehen, wobei es allerdings auch etwas Kontinuität und bestehende Charakterentwicklungen geben würde. Und dabei können dann solche experimentellen Folgen wie Das Elysische Königreich oder Tierisch olle Sternreisende herauskommen. Oder eben jetzt auch Subraum Rhapsody.

Raum für Experimente

Um eines vorweg zu sagen: Man darf über viele Aspekte dieser Episode nicht nachdenken. Vieles geschieht, weil der Plot es so will. Selbstverständlich ist die Gefahr durch die neue Realität sehr konstruiert. Natürlich ist der Grund, wieso erneut James T. Kirk an Bord der Enterprise ist, an den Haaren herbeigezogen. Aber in diesem Fall ist es egal, weil diese Folge einfach so viel Spaß macht.

Musical-Episoden wie Subraum Rhapsody sind in der Fernsehgeschichte nichts Neues. Sie sind, wenn sie gelingen, Highlights, über die man auch lange danach oft und gerne redet. Es gab sie beispielsweise schon in Serien wie Buffy – Im Schatten der Dämonen, Lucifer oder Xena – Die Kriegerprinzessin.

Das Besondere an dieser Folge ist, dass diese Form genutzt wird, um gleich mehrere Subplots weiterzuentwickeln und abzuschließen, weshalb es hier nicht nur heiter zugeht, sondern mitunter auch sehr ernst. Vor allem die langanhaltenden Beziehungsgeschichten zwischen Spock und Chapel, sowie zwischen La’an Noonien-Singh und James T. Kirk werden behandelt und zu überraschenden Abschlüssen gebracht.

Es funktioniert!

Es sind großartige Szenen, wenn etwa Christine Chapel darüber singt, was sie eigentlich möchte. Oder wenn Captain Christopher Pike vor seiner Crew anfängt, mit seiner Geliebten Batel ein Duett zu singen, nur um sich dann zu fangen, ehe es zu peinlich wirkt. Allererste Klasse ist natürlich die große Abschlussnummer am Ende von Subraum Rhapsody, ganz so, wie man es von Musicals gewohnt ist.

Instinktiv könnte man zu Beginn noch meinen, dass das alles nicht funktionieren wird, dass es entweder zu peinlich wird, oder zu seltsam. Doch die Macher der Folge treffen im wahrsten Sinne den richtigen Ton. Jedes einzelne Lied ist phänomenal und man kann die Schauspieler nur für ihre Tonsicherheit bewundern. Vor allem aber auch, weil manche Songs sicherlich nicht so einfach waren.

Als deutscher Zuschauer kommt man auch in den Genuss, die Lieder im Originalton zu hören. Denn während die normalen Dialoge übersetzt wurden, wird, sobald der Gesang einsetzt, ins Original umgeschwenkt. Das ist allerdings etwas schade, weil es einen auch aus dem Zuschaugenuss der Folge rauswirft.

Gute Gründe, oder?

Es gibt vermutlich viele gute Gründe, wieso sich hierfür entschieden wurde: dass sich diese Songs vielleicht nicht so einfach ins Deutsche übersetzen lassen wie normale Gespräche. Oder dass das Budget für eine aufwendige Übersetzung der Liedtexte nicht vorhanden war. Oder die Synchronsprecher haben es sich vielleicht auch nicht zugetraut. Am Ende kann man viel darüber spekulieren, wieso in „Subraum Rhapsody“ so entschieden wurde. Aber Fakt ist, dass es verdammt schade ist und für Abzüge in der Endnote sorgt.

Es ist wirklich schade, dass die Lieder nicht übersetzt wurden. Dennoch ist dies weiterhin eine großartige Folge, die ich jedem nur empfehlen kann.

Nachtrag: Zum Zeitpunkt, als diese Rezension ins System gestellt wurde, gab es auf einmal deutsche Untertitel zu den Liedern. Die müssen allerdings erst verspätet hinzugefügt worden sein, da sie zum Zeitpunkt des Anschauens – Donnerstag Mittag – noch nicht vorhanden waren.

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Götz Piesbergen

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