Hegemonie ist der Abschluss der zweiten Star Trek – Strange New Worlds-Staffel. Und was für einer!

Was für ein Finale!

Captain Bartel (Melanie Scrofano) ist gemeinsam mit ihrem Schiff, der USS Cayuga, auf einer Koloniewelt, die sich knapp außerhalb des Föderationsraums befindet. Schwester Christine Chapel (Jess Bush) begleitet sie dabei. Es ist eine idyllische Welt, die dann jedoch durch plötzlich auftretende Kommunikationsprobleme, ein abstürzendes Shuttle und zu guter Letzt ein auftauchendes enormes Alienraumschiff in Gefahr gerät. Schnell ist klar, dass die Gorn da sind und Interesse an der Welt haben.

Als Captain Christopher Pike (Anson Mount) von der Situation erfährt, bricht er sofort mit der Enterprise auf, um nach Überlebenden zu suchen. Jedoch wird die Lage komplizierter, als die Gorn im wahrsten Sinne des Wortes eine Linie durchs System ziehen und klarmachen, dass jeder, der in ihren Bereich kommt, angegriffen wird. Doch der Schiffskommandant und seine Crew sind nicht auf den Kopf gefallen und finden schon bald eine Möglichkeit, wie sie sich an den Angreifern vorbeischleichen können.

Hegemonie ist also das Finale der zweiten Star Trek – Strange New Worlds-Staffel. Und was für ein Finale es ist! Von der ersten bis zur letzten Minute hat man es mit Hochspannung zu tun. Mit jeder Menge Plottwists, sowie auch der einen oder anderen Überraschung. Und Humor ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Gegner, die für Gänsehaut sorgen

Doch was diese Folge auszeichnet, ist die Tatsache, dass endlich die Gorn da sind. Deren Ankunft wurde bereits in Ad Astra Per Aspera angeteasert, allerdings blieb es über den weiteren Verlauf der zweiten Staffel dabei, sie wurden nicht mehr erwähnt. Bis sie sich jetzt, mit dieser Episode eindrucksvoll zurückmelden.

Dabei knüpft die Folge bei deren Darstellung an Alle, die da wandern an. Sie werden als Monstren charakterisiert, die sicherlich nicht von ungefähr Anleihen an Alien aufweisen. Und sie werden überwiegend als unintelligente, scheinbar instinktgetriebene Wesen dargestellt, bei denen man nie eine Sprache wahrnimmt, die auf einen hochentwickelten Geist hinweist. Bis man später in Hegemonie auf einen erwachsenen Gorn trifft, der einen Atemhelm trägt und sich bemüht, eine verschlossene Tür zu öffnen. Es ist die erste intelligente Aktion, die man von diesen Reptiloiden in Strange New Worlds wahrnimmt. Und sie sorgt für noch mehr Gänsehaut als die anderen Auftritte, da in diesem Fall die Intelligenz mit einer kalkuliert wirkenden Wildheit kombiniert wird.

Doch im Fokus dieser Folge stehen nicht die Alienwesen. Es ist die Crew der Enterprise, die die Handlung bestimmt. Jeder von denen kriegt einen Moment, in dem er glänzen kann. Selbst Lieutenant Ortegas, die in der aktuellen Season immer noch überwiegend sträftlichst vernachlässigt wurde, kann glänzen, als sie ein Shuttle mit Mannschaftskollegen über der von den Gorn eroberten Welt gezielt abstürzen lässt, um es dann rechtzeitig wieder aufzufangen. In dieser einen Szene erhält sie gefühlt mehr Profil als in der ganzen bisherigen Staffel.

Ein schottischer Chefingenieur wird von einem Schotten gespielt

Dabei sind es zwei Paare, die dafür sorgen, dass die Handlung von Hegemonie vorwärtsgetrieben wird: Zum einen Christopher Pike, der seine geliebte Marie Bartel retten möchte. Und zum anderen Spock, der vom Tod seiner ebenfalls geliebten Christine Chapel ausgehen muss und sich deshalb auf ein wahres Selbstmordmanöver einlässt.

Das Schöne an dieser Folge ist, dass sie sich weigert, für die Handlung den einfachen Weg zu gehen. Dass sie eben nicht die Frauen als Motivation für die männlichen Figuren umbringt, sondern sie am Leben lässt und sie so für den Plot wertvoller macht, als wenn sie nicht mehr am Leben wären.

Interessanterweise ist Hegemonie der erste Auftritt von Montgomery Scott in Strange New Worlds. Der aus TOS bekannte schottische Chefingenieur wird hier zum ersten Mal in der Trek-Historie wirklich von einem Schotten dargestellt, nämlich von Martin Quinn. Der stellt den baldigen Chefingenieur als verschroben und auch ein wenig exzentrisch dar. Pelia meint, er sei einer ihrer besten Studenten, der die schlechtesten Noten geschrieben hätte. Für mich einer der gelungensten und lustigsten Sprüche der gesamten bisherigen Staffel, passend für die beteiligten Figuren.

Es wird wieder cliffgehangt, dieses Mal real

Und dann ist da noch das Finale der Folge. Es ist mittlerweile klar, dass es eine dritte Staffel von Strange New Worlds geben wird, weshalb die Verantwortlichen der Serie die zweite gleich mal mit einem Cliffhanger enden ließen. Es ist nach der Lower Decks-Episode Erster Erster Kontakt erst das zweite Mal in der aktuellen Star Trek-Epoche, dass es ein solches Ende gibt. Gleichzeitig ist es allerdings das erste Mal seit der TNG bis Enterprise-Zeit, dass es bei einer Realserie eingesetzt wird.

Hegemonie ist als Abschluss einfach nur unglaublich genial und gelungen. Mal sehen, wie es weitergehen wird. Was man hoffentlich irgendwann 2024 erfahren wird.

 

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Götz Piesbergen
3 Gedanken zu „Review: Star Trek Strange New Worlds 20 – Hegemonie“
  1. Also zum Beispiel mal, dass nichts an den Gorn zu dem passt, was in TOS geschieht. Aber auch wenn wir voraussetzen, dass SNW eine Art Remake oder veränderte Zeitlinie ist – was daran ist bitteschön Star Trek?! Die ballern da freudig herum, knallen “Jungtiere” ab, anstatt zu versuchen, einen anderen Weg zu finden. Pike sagt das ja sogar. Natürlich, “bad guys” gab es oft in Star Trek, aber diese Gorn-Erzählung führt außer einem dreisten Alien-Klau zu überhaupt nicht. Wie soll diese idiotische Spezies sowas wie Intelligenz entwickelt haben? Das erschließt sich mir nicht. Strange New Worlds hat überhaupt keine klare humanistische Linie. Mal so, mal so. Abgesehen davon dass ich in diesem Finale nicht ein einziges Mal Angst um die Enterprise-Crew hatte. Ich fand die Story absolut öde. Da schau ich mir lieber Aliens mit Ripley an.

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