Review: Star Trek – The Next Generation: Der Stoff, aus dem die Träume sind

Lesezeit circa: 5 Minuten

Der Nexus taucht in Star Trek – The Next Generation: Der Stoff, aus dem die Träume sind wieder auf.

Was wird uns heute erwarten?

Captain Jean-Luc Picard und die Enterprise sollen das Wissenschaftsraumschiff U.S.S. Newton unterstützen. Das Schiff hält sich nahe des Nexus auf, jenem Energiegebilde, in dessen Innerem Wünsche wahr werden und man durch Raum und Zeit reisen kann. Da sich das Objekt jedoch langsam und unaufhaltsam dem Raumsektor nähert, wo das Gebiet des Heiligen Orden der Kinshaya sich befindet, einem Mitglied des Typhon Pacts, soll es vernichtet werden.

Doch dann kommt es an Bord des Schiffes zu einem Sabotageakt, der mehrere Todesopfer fordert. Bei den Ermittlungen wird zunächst ein Agent einer abtrünnigen Fraktion der Kinshaya entdeckt. Doch der wahre Übeltäter macht sich auf den Weg in den Nexus hinein. Und Jean-Luc Picard folgt ihm.

Mit Der Stoff, aus dem die Träume sind liegt hierzulande das nunmehr dritte Werk von James Swallow vor. Und bislang ist die Qualität seines Oeuvres hier in Deutschland durchschnittlich. Der Titan-Roman Synthese hatte gute Seiten, aber auch schlechte. Derweil hingegen sein Beitrag zur The Fall-Reihe, Der Giftbecher, phänomenal war. Dementsprechend kann man gespannt darauf sein, was einen jetzt hier erwarten wird.

Merkwürdiges Pacing mit Konsequenzen

Dabei ist die Geschichte ein eBook mit 104 Seiten Länge. Und innerhalb dieser feiert der Nexus aus dem TNG-Kinofilm Treffen der Generationen seine Wiederkehr. Wobei das jedoch gemischte Gefühle hervorruft. Denn auch wenn die Grundidee hinter diesem Gebilde, ein Ort, wo Wünsche in Erfüllung gehen können, überzeugend wirkt, so ließ die Umsetzung allerdings zu wünschen übrig. Vor allem die Tatsache, da es merkwürdig erschien, dass man schwer reinkam, aber das Rauskommen dafür umso leichter wirkte.

Diese Problematik herrscht auch in Der Stoff, aus dem die Träume sind vor. Wobei hier noch zusätzlich zum Tragen kommt, dass das Pacing des Romans merkwürdig erscheint. Es läuft ja im Prinzip alles darauf hinaus, das Jean-Luc Picard zurück in den Nexus geht, um dort die Handlung zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen.

Doch bis dahin dauert es 2/3 der gesamten Geschichte. Mit der Konsequenz, dass der Nexus-Anteil an der Story deutlich zu kurz und wie gehetzt wirkt. Stattdessen fokussiert sich der Autor mehr darauf, die Jagd nach dem Saboteur bzw. die Untersuchung der Sabotage zu schildern. Alles andere wirkt dabei nur wie schmückendes Beiwerk.

Ist es Wahrheit oder Illusion?

Das war im Prinzip auch eine gute Idee, da in diesen Momenten Der Stoff, aus dem die Träume sind unterhaltsam und spannend verfasst worden ist. Dabei wird man hier nicht wirklich viele Plottwists vorfinden. Stattdessen ist die Geschichte hier direkt geschrieben, ohne Schnörkel, was viel Spaß zu Lesen macht.

Doch leider ist das auch der einzige Teil des Buches, wo man dieses Gefühl hat. Der Rest wirkt dagegen wie beliebig, weil James Swallow gefühlt versucht, ein Konzept für einen vermutlich über 300 Seiten langen Roman in unter 100 Seiten zu quetschen. Weshalb Aspekte wie die abtrünnige Kinshaya-Fraktion nur wie angedeutet wirken, so als ob sie in der eigentlich geplanten Version mehr Seiten und mehr Bedeutung gehabt hätten.

Und auch die Ereignisse im Nexus selbst können nicht wirklich überzeugen. Es gibt ein Wiedersehen mit einem anderen Charakter, den man aus Treffen der Generationen her kennt, sowie das Finden des wahren Übeltäters. Wobei dessen Aktionen am Ende, angesichts der Möglichkeiten des Nexus, keinen Sinn ergeben. Und genau wie im Kinofilm stellt sich auf den letzten Seiten erneut die Frage, ob Picard wirklich sich wieder außerhalb des Nexus befindet oder es doch nur eine Illusion ist, die er im Inneren des Gebildes kriegt.

Letzten Endes ist es so, dass Der Stoff, aus dem die Träume sind sehr schwach ist und kaum überzeugen kann.

Bewertung 03/15

Autor: James Swallow
Titel: Star Trek – The Next Generation: Der Stoff, aus dem die Träume sind
Originaltitel: Star Trek – The Next Generation: The Stuff of Dreams
Übersetzer:  Susanne Picard
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 02/2016
Einband: eBook
Seiten: 104
ISBN: 978-3-86425-753-7
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

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Götz Piesbergen
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