Aus der Dunkelheit
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Review: Star Trek – Titan: Aus der Dunkelheit

Lesezeit circa: 4 Minuten

In Aus der Dunkelheit kommt für Admiral William Riker ein Wiedersehen mit einem Horrorerlebnis aus seiner Vergangenheit.

Eine neue Aufgabe

Die U.S.S. Titan erhält eine neue Mission. Sie soll nicht mehr den Weltraum erforschen, sondern dient dem im Rang bestätigten Admiral William Riker als Flaggschiff, mit dem er den ihm zugewiesenen Sektor kontrollieren kann. Was sich auch schon bald als zwingend notwendig erweist, als die U.S.S. Whitetree verschollen geht.

Das Schiff war auf einer diplomatischen Mission unterwegs. Es hatte Erstkontakt zu einer Spezies mit dem Namen Dinac geknüpft, die den Warpflug entdeckt hatten. Dann jedoch wurde deren Föderationsschiff und eines ihrer Raumschiffe angegriffen. Schon bald stellt sich heraus, dass hinter der Attacke die Solanae stecken, an die sich vor allem William T. Riker nur allzugut erinnert. Denn schließlich wurden er und andere Mitglieder der D-Enterprise einst von diesen entführt und für Experimente missbraucht. Und die Rückkehr jener im Subraum lebenden Wesen kann nichts Gutes bedeuten.

Aus der Dunkelheit markiert einen Neubeginn innerhalb der Titan-Reihe. Die einstige Mission, das Unbekannte zu erkunden und dabei neue Welten und fremde Zivilisationen zu entdecken, wird aufgegeben. Und durch eine neue Aufgabe ersetzt, die längst nicht so spektakulär klingt, wie die ursprüngliche. Dies ist eine direkte Konsequenz der The Fall-Reihe, in der die Föderation in ihren Grundfesten erschüttert wurde. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich die entsprechenden Romane zu lesen.

Ein Opfer der Ereignisse

In jedem Fall ändert sich im Prinzip mit diesem Buch alles. William Riker bleibt auch nach dem Ende von The Fall Admiral, wobei die U.S.S. Titan sein Flaggschiff wird. Christina Vale wird seine Nachfolgerin als Captain. Und das Raumschiff erhält viele neue Besatzungsmitglieder, darunter auch eine neue erste Offizierin, die bei den Ereignissen der The Fall-Serie ursprünglich auf der Seite des Interimspräsidenten stand, aber nichts von dessen Machenschaften wusste.

Man kann sich jetzt darüber streiten, ob die Änderungen, die Aus der Dunkelheit einführt, eine gute Idee sind. Zwar sorgen die Personalwechsel für frischen Wind an Bord des Raumschiffs und die neuen Figuren werden gut dargestellt. Doch die Veränderung der Mission verursacht beim Lesen Bauchschmerzen. Denn schließlich war das ursprüngliche Ziel der Titan ja mit Anreiz dieser Romanreihe, auch wenn es, zugegebenermaßen, in der letzten Zeit eher weniger umgesetzt wurde. Stattdessen fiel das Raumschiff den häufigen Events zum Opfer, bei denen es wiederholt mitwirkte und dementsprechend seine originäre Aufgabe nicht ausüben konnte.

Doch James Swallow tut sein Bestes in diesem Roman, um den Schmerz über die Veränderung der Mission zu lindern. Und das gelingt ihm sogar sehr gut. Sein Buch ist von Anfang an spannend geschrieben und bietet jede Menge interessante Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat.

Wiedersehen macht (keine) Freude

So haben William Riker und Christina Vale beispielsweise einige Probleme, sich mit der veränderten Kommandostruktur zu Recht zu finden. Vor allem er neigt immer noch dazu, die Befehle für die Titan zu geben, obwohl das längst nicht mehr seine Aufgabe ist. Und seine Nachfolgerin muss sich ihrerseits mit ihrer neuen ersten Offizierin beschäftigen, die zwar ihren Job perfekt macht, die sich allerdings ansonsten sehr distanziert gibt.

Gleichzeitig gibt es in Aus der Dunkelheit ein Wiedersehen mit jener mysteriösen Spezies, den Solonae, die TNG-Zuschauer von der Episode In den Subraum entführt kennen. Der Autor baut diese Wesen in der Geschichte ausführlich aus. Man erfährt einiges über sie, über ihre Kultur und über ihre Motivation, die erklärt, wieso sie teilweise so aggressiv vorgingen. Das ist wirklich fantastisch geschrieben.

Überwiegend herrscht in dem Roman eine gruselige Atmosphäre. Nicht nur das Wiedersehen mit den Solanae sorgt dafür, sondern ebenfalls, als man erlebt, wie die Besatzung der Titan einen verzweifelten Kampf gegen Fremdkörper an Bord ihres Schiffes kämpft, die sich als sehr schlau erweisen und sich nicht so einfach besiegen lassen. Dazu gehört einiges mehr.

James Swallow gelingt es, mit Aus der Dunkelheit einen Roman zu schreiben, der den Schmerz über die Veränderung der Mission enorm lindert. Definitiv einer der besten Titan-Romane, die man kaufen kann.

Autor: James Swallow
Titel: Star Trek – Titan: Aus der Dunkelheit
Originaltitel: Star Trek –Titan: Sight Unseen
Übersetzer: Helga Partmiter
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 11/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 384
ISBN: 978-3-95981-501-7
Sonstige Informationen:
Produktseite

Warpskala

Warpskala
9 10 0 1
9/10
Total Score

Positiv

  • Neue Charaktere werden gut eingeführt
  • Veränderungen laufen nicht komplett reibungslos ab
  • Solonae

Negativ

  • Veränderungen der Mission der Titan
Götz Piesbergen
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