Picard steht vor einem Dilemma, als es darum geht, Wesleys Leben zu retten.

Das Gesetz der Edo – Justice
Staffel 1 – Episode 08

Buch: Worley Thorne
Regie: James L. Conway

Inhalt

Die Enterprise stattet dem Planeten Rubicum III einen Besuch ab, damit die Besatzung dort einen kurzen Landurlaub verbringen kann. Auf dieser scheinbar so idyllischen Welt gibt es keinerlei Verbrechen, weil jedes Vergehen, egal wie unbedeutend es auch sein mag, sofort mit dem Tod bestraft wird. Als Wesley Crusher (Wil Wheaton) versehentlich in ein Blumenbeet fällt, droht auch ihm dieses Schicksal. Captain Picard (Patrick Stewart) steht nun vor dem Dilemma, einerseits Wesleys Leben zu retten und sich andererseits an die Oberste Direktive halten zu müssen …

Rezension

Wie wohl keine andere Folge der ersten Staffel fühlt sich Das Gesetz der Edo sowohl inhaltlich wie auch von der Machart her wie eine Episode der Originalserie an. Bereits Captain Kirk bekam es früher des Öfteren mit einer scheinbar friedliebenden Kultur zu tun, welche sich später als bedrohlich für die Enterprise Crew herausstellte, man denke dabei an Episoden wie Der Moment der Erkenntnis oder Landeurlaub.

Wie bereits erwähnt hält auch die Crew der Enterprise-D Rubicum III zunächst für perfekt, um hier einen erholsamen Urlaub verbringen zu können. Diese Welt besticht durch ihre unberührte Natur und auch die ungewöhnliche sexuelle Freizügigkeit ihrer Bewohner, den Edo, welche im starken Kontrast zum förmlichen Verhalten der Offiziere von der Sternenflotte steht. Doch im Verlauf der Handlung ist Captain Picard gezwungen, den jungen Wesley Crusher vor ihrem auf den ersten Blick rückständigen Rechtssystem zu schützen. Auch dies ist ein Plot-Point, der schon für TOS typisch war und sowohl in den späteren TNG Folgen, als auch in einigen Episoden der Nachfolgeserien wiederholt wird. Und dann wäre da noch die mächtige außerirdische Lebensform, die von den Edo als Gott verehrt wird und droht die Enterprise zu zerstören, wenn sie sich nicht schleunigst entfernt und Wesley seinem Schicksal überlässt. Auch mit solch super hochentwickelten Intelligenzen hat es die TOS Crew öfters zu tun bekommen. Man sieht schon: Originell ist an Das Gesetz der Edo im Grunde gar nichts. Trotz der hehren Botschaft gegen die Todesstrafe und eine übertrieben harte Justiz muss man der Episode leider eine gewisse Flachheit vorwerfen. Die Autoren haben sich nicht viel Mühe gegeben, vom üblichen Star Trek Handlungsschema abzuweichen und daher nicht viel mehr als gewöhnliche Durchschnittsware abgeliefert.

Das Gesetz der Edo

Auch das Auftreten der Edo, die einerseits kindlich-naiv und andererseits äußerst hedonistisch erscheinen, vermag nicht ganz zu überzeugen, da auch sie dadurch ungut an entsprechende Darstellungen anderer Völker in der Originalserie erinnern. Auch hier sei als Beispiel die Folge Der Moment der Erkenntnis genannt, wo die unreifen Bewohner eines Planeten unter der Fuchtel des mächtigen Computers Vaal stehen.

Das Das Gesetz der Edo somit wie ein Relikt aus den sechziger Jahren wirkt, ist womöglich auch der Tatsache zu verdanken, dass sie von John D.F. Black unter dem Pseudonym Ralph Willis geschrieben wurde, einem Autor, der auch schon an TOS maßgeblich mitgearbeitet hat.

All diese Kritikpunkte bedeuten freilich nicht, dass es sich hierbei um eine durch und durch schlechte Episode handelt. Aber da der Zahn der Zeit schon recht deutlich an ihr genagt hat, gehört sie eben auch ganz sicher nicht zu den Highlights der ersten Staffel. Interessant ist sie im Grunde unter anderem deshalb, weil es sich um die allererste TNG-Folge mit Außenaufnahmen handelt. Diese wurden im unter den Fans inzwischen zu einiger Berühmtheit gekommenen Tillman Water Reclamation Plant in Los Angeles realisiert. Doch davon abgesehen ist Das Gesetz der Edo im Grunde aus Gründen der Nostalgie sehenswert.

 

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Sven Wedekin
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