Review: Star Trek TOS 073 – Strahlen greifen an

Lesezeit circa: 7 Minuten

Strahlen greifen an und bringen ein Besatzungsmitglied unter ihre Kontrolle.

Handlung

Die Enterprise soll Lieutenant Mira Romaine (Jan Shutan) nach Memory Alpha bringen, wo diese die dortige Bibliothek auf den neuesten Stand bringen soll. Während der Reise verliebt Scotty (James Doohan) sich in die junge Frau und vernachlässigt seinen Dienst.

Kurz darauf gerät das Schiff in einen Sturm. Anschließend bricht Romaine ohnmächtig zusammen. Dabei erklingen seltsame Laute. Es stellt sich heraus, dass fast die gesamte Crew während des Sturmes merkwürdige Phänomene an sich beobachtet hat. Einige konnten nicht sprechen, andere waren wie gelähmt. Spock (Leonard Nimoy) vermutet daher, dass der Sturm keiner war.

Als die Enterprise Memory Alpha erreicht, beamen Kirk (William Shatner), Spock, McCoy (DeForest Kelley) und Scott auf die Oberfläche. Dort stellen sie fest, dass der Sturm „gewütet“ haben muss. Fast alle Personen, die dort wohnten und arbeiteten, sind tot. Die Dateien der Bibliothek sind gelöscht. Eine überlebende Frau gibt die gleichen seltsamen Klänge von sich wie Romaine. Dann stirbt sie.

Als Romaine auf dem Planeten ankommt, stellt sie fest, dass sie das ihr darbietende Bild bereits in einer Vision gesehen hat. Allerdings behält sie das Wissen für sich. Dafür informiert sie das restliche Außenteam, dass der Sturm zurückkommen wird. Daraufhin kehren alle zur Enterprise zurück. Der Sturm erscheint tatsächlich und hält auf das Schiff zu.

Spock findet heraus, dass der Sturm tatsächlich aus mehreren unbekannten Lebewesen besteht. Romaine hat sich Scotty anvertraut, der ihre Visionen jedoch als Raumkrankheit abtut, da sie das erste Mal im All unterwegs ist. Als Kirk mit den Schiffsphasern auf den Sturm schießen lässt, kippt Romaine um.

Es stellt sich heraus, dass Romaines Hirnwellenmuster und die Lichter des Sturmes identisch sind. Der Sturm, bzw. die Lebewesen haben von Romaine Besitz ergriffen, wodurch sie auch Visionen hatte.

Strahlen greifen an

Die bordeigene Antischwerkraftkammer soll Abhilfe schaffen. Kurz bevor Romaine die Kammer betreten kann, ergreifen die Wesen vollends Besitz von ihr und nutzen sie als Kommunikator. So erfahren Kirk und die weiteren Anwesenden im Labor, dass die Wesen die letzten Überlebenden des Planeten Zetar sind. Zetar wurde vernichtet und einige Bewohner überlebten durch ihren starken Lebenswillen als reiner Geist. Sie suchen Körper, die sie übernehmen können. Scotty schubst Romaine in die Kammer, verschließt sie und Spock beginnt mit der „Behandlung“, indem er langsam den Druck in der Kammer erhöht bis die Wesen sterben.

Anschließend begibt Romaine sich nach Memory Alpha, wo die Bibliothek wieder aufgebaut werden soll.

Rezension

Strahlen greifen an. Ein pompöser Titel, hinter dem sich leider nichts Spektakuläres verbirgt. Stattdessen dümpelt die Folge in seichten Gewässern herum und kommt nicht über das Mittelmaß hinaus. Sie liegt eher darunter.

Strahlen, Sturm, Lebewesen

Statt Strahlen ist es ein Sturm, der dann doch keiner ist, sondern in Wahrheit der reine Geist einiger überlebender Zetarier ist. Ihre Geschichte ist zugegeben tragisch. Die Heimat explodiert, wobei das gesamte Volk fast ausgelöscht wurde. Übrig bleiben ein paar „Geister“, die nun Körper suchen, die zu ihnen passen und die sich nicht wehren dürfen. So gesehen hätte der Plot durchaus Potential gehabt. Man hätte eine wunderbar gruselige Geschichte Richtung Spuk und Parapsychologie machen können. Auch die Crew, die die Auswirkungen des Sturms zu spüren bekommen hat (verstummen, sich nicht bewegen können), hätte besser in die Story eingebunden werden können. Stattdessen ist die Mannschaft, die immerhin aus insgesamt 400 Personen besteht, wie immer meist nicht mehr als eine Randnotiz und ein paar ziellos durch die Korridore wuselnde Leute in Uniform.

Zwar sind Romaines Visionen an sich recht interessant, ebenso wie ihr Wissen um die Rückkehr des Sturmes, aber es bleibt alles farblos ohne Tiefgang.

Strahlen greifen an

Es bleibt oberflächlich

Dabei begann Strahlen greifen an zunächst recht spannend, indem das Schiff zu einem besonderen Ort (Memory Alpha) unterwegs ist, einen Gast an Bord hat, sich eine Liebelei anbahnt und ein merkwürdiges Phänomen auftaucht. Aber dann flacht die Spannungskurve ab. Auch die Toten auf Memory Alpha sind alles andere als überraschend, wenngleich die einzige noch lebend vorgefundene Person in seltsamen Tönen wimmert und ihre Haut ein seltsames Farbspiel bietet. Dieser Effekt, der auch bei Romaine auftritt ist immerhin als gelungen zu bezeichnen. An dieser Stelle hätte Strahlen greifen an an Fahrt aufnehmen müssen.

Es bleibt jedoch bei einer Folge, die erneut das Thema „Mächtiges Wesen ohne Körper übernimmt Crewmitglieder“ durchkaut und dabei leider vor sich hinplätschert. Auch der Nebenplot um Scottys Verliebtheit rettet die Geschichte nicht. Dafür ist positiv anzumerken, dass Scotty hier erfreulicherweise mehr eingebunden wird als sonst. Statt als der immer wieder vor Überlastung warnende Chefingenieur aufzutreten, darf er sich diesmal wieder verlieben. Zuletzt hatte er eine Romanze in der Folge Der Tempel des Apoll. Allerdings wird dies für meinen Geschmack etwas zu übertrieben dargestellt. Scotty ist ein alter Hase im All und benimmt sich in Strahlen greifen an wie ein Teenie, der vor lauter Hormon-Hula-Hoop den Kopf verliert. Einem erfahrenen Raumfahrer sollte sowas nicht passieren.

Lieutenant Mira Romaine als Bibliothekarin und Opfer der Zetarier hätte an sich einen interessanten Charakter abgegeben. Trotz der guten Performance von Jan Shutan, die eine überzeugende Romaine zum besten gibt, bleibt diese einmalig auftretende Figur unterhalb der Oberfläche, was jedoch der Story geschuldet ist. Hier kommt einfach niemand besonders gut weg.

Memory Alpha

Die Idee einer Zentralbibliothek der Föderation hat etwas. Ein Ort, an dem alle Daten und Informationen zu Wissenschaft, Geschichte und Kultur der Föderationsmitglieder gesammelt aufbewahrt werden. Frei zugänglich für jede interessierte Person besitzt Memory Alpha keine Verteidigungsanlagen. Warum nicht?! Offenbar hält die Föderation ihre Hauptbibliothek nicht für schützenswert und das dort lebende Personal ebenfalls nicht. Eine haarsträubende Sache, denn prinzipiell ist es denkbar, dass nicht wohlwollende Zeitgenossen sich Zugang zum Computer verschaffen könnten, um die dortigen Informationen für ihre Zwecke zu nutzen oder auch einfach alles und jeden für erpresserische Zwecke zu nutzen. Wir befinden uns in Sternzeit 5725,3, was dem Jahr 2269 entspricht. Da wird es doch wohl möglich sein, wenigstens einen Schutzschild um Memory Alpha zu legen. Klappt auf anderen Welten ja schließlich auch.

Fazit

Als heißblütiger TOS-Fan lasse ich ungern was auf meine Lieblingsserie kommen, aber hier sage sogar ich: „Hey, ja, ganz nett.“ Das Potential war erkennbar da, genutzt wurde es in Strahlen greifen an nicht.

Funfacts

  • Regisseur Herb Kenwith war enttäuscht von der Episode.
  • Die Drehbuchschreiber Jeremy Tarcher und Shari Lewis verfassten mit Strahlen greifen an ihr einziges Drehbuch für TOS.
  • Die Bezeichnung „Antischwerkraftkammer“ ist eine Fehlübersetzung. Im Original ist von „Druckluftkammer“ die Rede.

Der deutsche Titel Strahlen greifen an ist keine poetische Meisterleistung und hat sowohl mit dem Inhalt als auch mit dem Original The Lights of Zetar gar nichts mehr zu tun.


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Kirsten P.

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