[Space: 2063 003] Meuterei

Lesezeit circa: 5 Minuten

Mit der Folge Meuterei (Mutiny) lief Mitte Oktober 1995 die dritte reguläre Folge. In der spannenden und zugleich tragischen Geschichte geht es in der Welt von Space unter anderem um Menschen erster und zweiter Klasse. Im Zentrum steht der Konflikt zwischen natürlich geborenen Menschen und In-Vitros.

Zur Handlung

Die Wild Cards werden von der Welt Groombridge 34 evakuiert und fliegen dabei mit dem Frachter SS MacArthur. Der Frachter transportiert Menschen und In-Vitros im Tiefschlaf. Während der Passage zwischen zwei Sonnen wird die MacArthur angegriffen und beschädigt. Der Frachter kann nur entkommen, wenn eine Frachtsektion vollkommen abgeschaltet wird. Captain Lewelyn (Tony Amendola) entscheidet sich für die Sektion mit den noch ungeborenen In-Vitros, was diese zum Tode verurteilen würde.

Dagegen rebelliert jener Teil der Besatzung, der aus In-Vitros besteht. Diese sind nicht bereit, ihre Angehörigen zu opfern, und es kommt zur Meuterei, in der die Wild Cards und vor allem der Marine Cooper Hawkes zwischen die Fronten geraten. Cooper ist hin und her gerissen zwischen seinem Pflichtgefühl und dem Wunsch, die In-Vitros zu retten, zumal eine der In-Vitros aus dem selben Gen-Pool wie er stammt; sie ist seine Schwester. Die Meuterei scheitert und als die MacArthur erneut attackiert wird, bleibt keine andere Wahl, als die schlafenden In-Vitros zu opfern, um genügend Energie für die Abwehrkanonen zu haben. Am Ende steht Cooper trauernd vor dem Schlaftank seiner Schwester, die nie eine Chance hatte.

Meuterei

Interessante Details der Folge Meuterei

Der Name des Frachters MacArthur geht auf den berühmten amerikanischen General Douglas MacArthur aus dem Pazifikkrieg zurück. Er bekam zu Beginn des Koreakriegs den Oberbefehl über die US-Streitkräfte, wurde dann jedoch von Präsident Truman entlassen, nachdem er diesen öffentlich kritisiert hatte. Es gibt noch heute eine Kontroverse darüber, ob MacArthur den Einsatz von Atomwaffen gegen Nordkoreanische Truppen empfohlen haben soll.

Die Wild Cards werden vom Langton-Stützpunkt auf der Welt Groombridge 34 evakuiert. Groombridge ist auch der Name eines Dorfs in England. Die Welt Groombridge 34 wurde bereits im Pilotfilm der Serie in die Planung des Angriffs auf die Chigs mit einbezogen.

Der Marine, der am Anfang auf Groombridge stirbt, heißt Sergeant Sullivan Monk.

Der Weg der MacArthur führt zwischen den beiden Sonnen Adara und Aluda hindurch. Die Passage gilt wegen der Sonneneruptionen als gefährlich und nennt sich Blood Alley. Blood Alley lautet der Originaltitel des Films Der gelbe Strom mit John Wayne. Gemeint ist die Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Formosa (Taiwan).

Die ersten fünf Jahre seines Lebens verbrachte McQueen in den Minen von Omicron Draconis. Sein düsterer Kommentar zu dieser Zeit. „Wenn es eine Hölle gibt, war ich da.“

Vanessa Damphousse (Lanai Chapman) studierte vier Jahre auf der Technischen Universität und absolvierte zwei Praktika in einem Atomkraftwerk, wo auch ihr Vater arbeitet.

Der „7. Juni 2040“, den Cooper bei einem Gespräch mit MacArthur-Ingenieur Keats nennt, ist vermutlich das Datum seiner „Befruchtung“. Dann wäre er, wenn In-Vitros 18 Jahre in ihrem Tank verbringen, 2058 geboren worden.

Cooper Hawkes „Erschaffungsort“ ist Gen-Pool 16A Partie Alpha 3439 Philadelphia-Brutstätten.

Erneut spielt der Fotochip von Nathan West (Morgan Weisser) mit dem Foto seiner Freundin Kylen eine kleine Rolle. Während des Angriffs greift Nathan zu diesem Chip, als suche er darin Halt. Lieutenant-Colonel McQueen nimmt ihm den Chip ab, weil er will, dass sich Nathan auf seine Aufgabe konzentriert.

Das angreifende Raumschiff der Chigs hat bei den Streitkräften der Menschen die Bezeichnung U-378-Zerstörer. Laut Nachrichtendienst verfügt diese Art Zerstörer über Raketen, Minen und Mikrowellentechnik.

Meuterei

Interessantes für den Filmfan

Das Drehbuch zu Meuterei war das Erste der Serie, das nicht von Glen Morgan und James Wong stammte. Autor Stephen Zito schrieb später auch noch das Drehbuch zu der Folge Folter.

Die Bezeichnung des Chig-Zerstörers U-378 klingt, als würde es sich um ein deutsches U-Boot handeln (amerikanische und englische U-Boote haben Nummern mit „S“ für „Submarine“. Der Kampf und das Versteckspiel zwischen der MacArthur und dem feindlichen Angreifer erinnert tatsächlich weniger an eine Raumschlacht, als an den Kampf zweier U-Boote, wie er zum Beispiel in Thrillern wie Jagd auf Roter Oktober oder Crimson Tide dargestellt wird. Die Störkörper, die U-Boote zur Ablenkung von sich nähernden Torpedos ausstoßen können, finden in der Folge eine Entsprechung in den ausgestoßenen Ladecontainern. Den wohl berühmtesten Kampf der Filmgeschichte zwischen einem U-Boot und einem Zerstörer gibt es im Film Duell im Atlantik.

Die Musik

Für die Folge Meuterei erschuf Komponistin Shirley Walker ein unendlich trauriges zentrales Musikstück, das Cooper Hawkes innere Konflikte und Verlorenheit verdeutlicht. Es ist zum ersten Mal zu hören, als er einsam durch die Gänge der MacArthur joggt. Es erklingt zum letzten Mal, als er trauernd vor dem Schlaf-Tank seiner Schwestern steht und von ihr Abschied nimmt.


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Eric Zerm
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