Spotlight: Diahann Carroll

Lesezeit circa: 7 Minuten

Diahann Carrolls Karriere war bahnbrechend.

Ein Versprechen muss zum Glück nicht gehalten werden

Begriffe wie „legendär“ oder „bahnbrechend“ werden gerne ja mal inflationär genutzt. Doch im Falle der Schauspielerin, Sängerin, Model und Aktivistin Diahann Carroll treffen sie zu. Denn diese Person schaffte es, eine Pionierin zu werden!

Als Carol Diahann Johnson kam sie am 17. Juli 1935 in der Bronx zur Welt. Ihr Vater war U-Bahn-Schaffner und ihre Mutter eine Krankenschwester. Als sie noch ein Baby war, zog die Familie nach Harlem, wo sie dann am Ende auch aufwuchs. Sie ging auf die Music and Art High School, wo einer ihrer Klassenkameraden niemand geringeres als Billy Dee Williams war. Ihre Familie unterstütze ihre musikalischen Berufspläne, wo es nur ging. Bereits mit 15 Jahren fing sie an, als Modell zu arbeiten.

Nach ihrem Schulabschluss ging sie auf die New York University, wo sie Soziologie studierte. Allerdings brach sie das Studium schon nach einem Semester ab, um sich vollständig der Musik zu widmen. Diahann Carroll gab jedoch ihren Eltern das Versprechen, dass sie, wenn sie es nicht schaffen würde, innerhalb von zwei Jahren eine Karriere zu starten, das Studium fortsetzen würde.

Doch sie kam nie dazu, dieses Versprechen zu erfüllen. Denn bereits im Alter von 18 Jahren gelang ihr der Durchbruch. Bei einem Auftritt in der Fernsehshow Chance of a Lifetime im Jahr 1954, gewann sie den Toppreis in Höhe von 1000$ mit ihrer Interpretation des Liedes Why was I Born?. Sie gewann auch in den vier darauffolgenden Wochen der Show und erhielt schon bald Angebote diverser Nachtclubs.

Auch schaffte Diahann Carroll es, eine Rolle am Broadway zu ergattern. Dies war insofern ungewöhnlich, als dass solche für Afroamerikaner in jener Zeit eher spärlich gesät waren.

Ihr Filmdebüt gab sie in dem Musical Carmen Jones. Das Besondere an diesem war, dass hier die berühmte Oper zeitgemäß aufbereitet und mit einem rein afroamerikanischen Cast besetzt wurde. Sie selbst übernahm die Rolle der Myrt. Zu den anderen Stars zählten unter anderem Brock Peters und Harry Belafonte.

Eine bahnbrechende Rolle!

1960 trat sie im nächsten Musical auf, dieses Mal in The Man in the Moon. Zwei Jahre darauf gewann Diahann Carroll als erste Afroamerikanerin einen Tony Award. Das war als beste Hauptdarstellerin für das Musical No Strings.

Doch was sie wirklich berühmt machte, war die Comedyserie Julia, die von 1968 bis 1971 im US-Fernsehen lief. Was diese Serie so besonders machte, war, dass es sich um die allererste handelte, in der eine Afroamerikanerin die Hauptfigur war, die keine Hausfrau war. Denn ihre Figur war Krankenschwester und alleinerziehende Mutter noch dazu. Die Show war allerdings nie unumstritten, sondern es gab von allen möglichen Seiten Anfeindungen. So dass sie schließlich nach drei Staffeln auf Wunsch von Diahann Carroll eingestellt wurde, weil sie einfach der vielen Kontroversen überdrüssig und müde war.

Nach dieser Reihe war sie in den 1970er Jahren nur noch sporadisch im Film und Fernsehen zu sehen. So war sie 1978 Teil des berühmt-berüchtigten Star Wars: Holiday Special, gemeinsam mit Bea Arthur.

Das Gegenstück zum Biest

Nach einer weiteren Phase der Abwesenheit von der Leinwand und der Flimmerkiste, kehrte die Schauspielerin groß zurück. In Der Denver-Clan war sie von 1984 bis 1987 Dominque Deveraux, die Nemesis zu der von Joan Collins dargestellten Alexis Carrington. Diahann Carroll stellte die Rolle auch in dem kurzlebigen Spinoff Die Colbys – Das Imperium zwischen 1985 und 1986 dar. Zwischen 1989 und 1993 trat sie neunmal in der Kultcomedy College Fieber auf. Und von 1994 bis 1995 war sie regelmäßiger Gaststar in der Westernserie Wildes Land – Die Serie.

1999 spielte sie in dem Fernsehfilm Essig und Melasse – Das schwarze Amerika erwacht mit. 2001 war eines der wenigen Male, als sie in der Zeichentrickserie Disney’s Tarzan eine Figur sprach. Genauer gesagt gab sie Queen La eine Stimme.

Von 2006 bis 2007 war die Schauspielerin Gastdarstellerin in Grey’s Anatomy: Die jungen Ärzte, wo sie insgesamt siebenmal Jane Burke darstellte. 2007 wurde das Star Wars Holiday Special von Rifftrax, den Machern des Mystery Science Theaters 3000, aufs Korn genommen. Im Jahr 2009 war Diahann Carroll in der Dramaserie Diaries of a Single Mom siebenmal Therapeutin. Und ihr letzter Auftritt geschah 2016, als sie in dem Biopic The Masked Saint auftrat.

Diahann Carroll

Wenn das Privatleben mehr als nur turbulent ist

Neben ihrer Arbeit im Film und Fernsehen, war sie auch häufig am Broadway zu sehen. Außerdem war sie eine sehr aktive Musikerin, die im Laufe ihres Leben viele verschiedene Alben herausbrachte.

Diahann Carroll war mehrere Male für diverse Awards nominiert. Von ihrem gewonnen Tony Award wurde ja schon erzählt. Doch sie war auch die erste Afroamerikanerin, die für einen Emmy Award genannt wurde. Das war 1963, als sie als Outstanding single Performance by an Actress in a Leading Role für ihren Auftritt in Naked City nominiert wurde. Leider gewann sie die Auszeichnung nicht. Dafür gewann sie 1968 den Golden Globe Award als Best Female TV-Star für Julia.

Das Privatleben der Darstellerin war turbulent. Sie war mehrere Male verheiratet und hatte einige Beziehungen. Ihre erste Ehe hielt von 1956 bis 1962 mit dem Musikproduzent Montey Kax. Aus dieser Heirat stammt auch ihr erstes und einziges Kind Suzanne Kay Bamford, die später Journalistin und Drehbuchautorin wurde.

Der Krebs kehrt zurück

1959 begann sie eine neunjährige Affäre mit Sidney Poitier. Am Ende trennten sie sich voneinander, weil ihre jeweiligen Erwartungen nicht erfüllt wurden. Von 1970 bis 1973 war sie mit dem britischen Fernsehmoderator und Produzenten David Frost verlobt. Doch dann heiratete Diahann Carroll 1973 den Las-Vegas-Boutique-Besitzer Fred Glusman. Jedoch hielt diese Ehe nur wenige Monate.

1975 heiratete sie schließlich den Managing Editor des Jet Magazins Robert Deleon. Dieser hatte aus einer früheren Ehe bereits ein Kind. Doch diese Union endete 1977 tragisch, als ihr Ehemann bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Ihre letzte Hochzeit war 1987 mit dem Sänger Vic Damone. Allerdings war diese Ehe turbulent und endete 1996.

Diahann Carroll war Gründungsmitglied des Celebrity Action Council, einer Gruppe von berühmten Frauen, die für den Women’s Outreach in Los Angeles arbeiteten. Zu den anderen Mitgliedern gehörten unter anderem Mary Frann, Donna Mills und Joan van Ark.

Bei der Schauspielerin wurde 1997 Brustkrebs festgestellt, eine Diagnose, die sie schockierte, da in ihrer Familie keine entsprechenden Vorerkrankungen bekannt waren. Sie unterzog sich einer Strahlentherapie und war danach jahrelang beschwerdefrei. Doch der Krebs kehrte wieder zurück und am Ende verstarb sie am 4. Oktober 2019 an Komplikationen der Krankheit.

Diahann Carroll im Web

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Götz Piesbergen
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