Spotlight: John Gregory Betancourt

Lesezeit circa: 4 Minuten

John Gregory Betancourt ist ein Pionier im Verlagswesen.

John Gregory BetancourtFrüh übt sich…

Geboren wurde der Autor am 25.10.1963 als Sohn des Archäologen Felipe Pablo „Philip“ Betancourt in St. Louis, Missouri. Er hat auch einen Bruder, Michael. Der wurde ein bekannter kritischer Theoretiker.

Dass er Autor wurde, verdankt er seiner Kindheit. Die Familie verbrachte die Sommer häufig in Griechenland, vor allem auf Kreta, wo der Vater bei Ausgrabungsarbeiten mitarbeitete. Er überstand diese Zeit damit, dass er jede Menge Romane las, die aus Großbritannien importiert wurden. Und wenn er nichts mehr zu lesen hatte, dachte er sich selber Geschichten aus. Dies waren die Wurzeln für seine spätere Arbeit als Schriftsteller.

Sein erstes Werk wurde veröffentlicht, als er 15 Jahre alt war. Es war ein Gedicht, das im Magazin Space & Time abgedruckt wurde. Seine erste verkaufte Erzählung war Vernon’s Dragon, die in der Anthologie 100 Great Fantasy Short-Short Stories herausgebracht wurde. Seinen Debütroman The Blind Archer fing er mit 17 an zu schreiben, beendete die Schreibarbeit mit 18 und verkaufte das Buch mit 19 an den Verlag Avon Books. Er studierte an der Temple University in Pennsylvania und machte dort seinen Abschluss mit einem Bachelor of Arts.

Ein erfahrener Redakteur

Im Laufe seiner Karriere arbeitete John Gregory Betancourt nicht nur als Autor, sondern auch als Redakteur. Als solcher wirkte er von 1985 bis 1987 an Amazing Stories mit. Er belebte anschließend Weird Tales 1988 wieder und war bis 1990 dessen Editor.

1989 gründete er seinen eigenen Verlag. Das erste Werk, das bei Wildside Press herauskam, war eine Sammlung von Essays des Schriftstellers Fritz Leiber. Da sich diese sehr gut verkaufte, beschloss Betancourt, weiterhin solche Werke und Romane als Hobby zu veröffentlichen.

1990 wurde er als Science-Fiction-Redakteur für Byron Press Visual Publications angeheuert. Sieben Jahre arbeitete er für den Verlag und stieg in dieser Zeit sogar zum Senior Editor auf. Doch dann verließ er aus familientechnischen Gründen diesen Job und wurde Vollzeitschriftsteller.

Ein Pionier der Technik

1998 entdeckte John Gregory Betancourt die Print-on-Demand-Technologie, wo immer ein Buch zur selben Zeit gedruckt wurde. Er wurde zum Pionier, was die Anwendung anging, und wandte sie für seinen Verlag sehr erfolgreich an. So hatte er beispielsweise 2010 mehr als 11000 Werke im Druck, aus den verschiedensten Zeiten und Genres.

2005 wurden die Rechte am Magazin Weird Tales an Betancourt verkauft. Seitdem hat er die Zeitschrift in seinem Wildside Press-Verlag herausgebracht. 2009 gewann es den Hugo Award für Best Semiprozine. Ebenso war es für den World Fantasy Award nominiert worden.

Betancourt ist nicht nur ein erfolgreicher Redakteur, sondern ebenfalls Schriftsteller. Hauptsächlich hat er eigene Geschichten verfasst, von denen vor allem die Amber-Reihe bekannt ist. Doch auch für Star Trek schrieb er vier Romane, die zwischen 1995 und 1999 herauskamen. Hierzulande wurde im Rahmen der Doppelhelix-Serie sein Beitrag Infektion veröffentlicht.

Seit 1990 ist John Gregory Betancourt mit Kim Betancourt verheiratet. Sie ist die Mitgründerin von Wildside Press. Das Paar lebt gemeinsam mit seinen zwei Söhnen in Maryland, USA.

 


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Götz Piesbergen
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