Spotlight: John Schuck

Lesezeit circa: 6 Minuten

John Schuck besitzt ein Gesicht, das man nicht vergessen kann.

Eine “fucking” Ehre

Es war der 4. Februar 1940, als in einem Krankenhaus in Boston, Massachusetts, USA, Conrad John Schuck Jr. zur Welt kam. Er war der Sohn von Conrad John Schuck, einem Professor an der State University of New York Buffalo, und Mary Schuck. Die Wurzeln seiner Familie liegen in England und in Deutschland.

Sein Debüt als Schauspieler gab er in einem Theaterstück an der Denison University. Und schon bald wurden die Bretter, die die Welt bedeuten, zu seinem Beruf. Nach dem Ende seines Studiums ging er zunächst aufs Cleveland Play House, ehe er schließlich am Baltimore’s Center Stage und später sogar auf dem American Conservatory Theater auftrat. Dort wurde er von dem Regisseur Robert Altman entdeckt.

Der hat ihn dann auch gleich für seinen Kinofilm M.A.S.H. als Captain „Painless“ Waldowski gecastet. In dieser Rolle hatte John Schuck 1970 die Ehre, als erste Person in einem Film von einem der größeren Filmstudios das Wort „fucking“ zu sagen, was ihm einen Platz in den Annalen der Filmgeschichte sicherte. Übrigens spielte in diesem Kinofilm auch ein gewisser Rene Auberjonois mit.

Eine bestimmter Rollentyp

Der Leinwandstreifen war das Kinodebüt des Schauspielers. Sein Fernsehdebüt konnte er bereits ein Jahr zuvor feiern, als er in der Reihe NET Playhouse in einer Folge auftrat. In dem kommenden Jahrzehnt fokussierte er sich hauptsächlich auf Fernsehserien, wo er viele Gastauftritte hatte. Wobei er auch noch hier und da er ein paar Kinofilmen zu sehen war.

Zwischen 1971 und 1977 war er ein Teil des Maincasts der Krimiserie McMillian & Wife. In 39 von 40 Folgen stellte er Charles Enright dar, einen Polizisten, der im Laufe der Serie vom Sgt. zum Lt. befördert wurde. Im letzten Jahr der Reihe trat er parallel in einer anderen Fernsehserie auf. Denn er war einer der Hauptdarsteller in Holmes & Yoyo, wo er den Androiden Gregory „Yoyo“ Yoyonovich darstellte. Allerdings lief die Reihe nur für 13 Folgen und wurde dann eingestellt.

Doch seine Arbeit in dieser TV-Reihe hatte große Auswirkungen auf seine Karriere. Er war jetzt auf die stereotypische Rolle eines etwas einfach gestrickten, aber dafür umso liebenswerteren Typen, gebucht.

John Schuck

Einer von fünf

1979 spielte John Schuck die Hauptrolle in der Miniserie Turnabout. In dieser wurden durch eine magische Statue die Persönlichkeiten von seinem Charakter und dessen Frau in den Körper des jeweils anderen getauscht.

Von 1982 bis 1983 war er Teil eines Remakes der The Odd Couple-Serie. Die folgerichtige The New Odd Couple getaufte Reihe lief allerdings nur 18 Folgen lang, von denen er in zehn mitwirkte. 1984 spielte er dann für vier Episoden in Chefarzt Dr. Westphall mit, ehe er 1986 das erste Mal in Star Trek auftauchte.

Seine Rolle war nicht allzu groß. In Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart stellte er den klingonischen Botschafter dar. Aber er nahm die Darstellung des Charakters 1991 in Star Trek VI: Das unentdeckte Land wieder auf. Was ihn zu einem von fünf Gastschauspielern machte, die in mehr als einem Star Trek-Film auftauchten. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass er mit diesem Franchise in Verbindung kam.

Des Öfteren im All unterwegs

1988 spielte er sich in die Herzen der Kinder, als er in Pippi Langstrumpfs neuste Streiche ihren Vater Efraim darstellte. Und in demselben Jahr übernahm er eine weitere Rolle, die ihn bekannt machen sollte. In Familie Munster, dem Remake der 60er-Jahre-Sitcom, stellte er Herman Munster dar.

Es war dann 1994, als John Schuck in der Scifi-Serie Time Trax für eine Episode auftauchte. Und es war dasselbe Jahr, in dem er erneut in Star Trek auftrat. In der Deep Space Nine-Folge Der Maquis, Teil 2 stellte er den Cardassianer Parn dar. Weitere Rollen in diesem Franchise, wenn auch nicht in dieser Serie, sollten noch folgen. Und als ob das nicht genug wäre, konnte man ihn ebenfalls in Wing Commander III: Heart of the Tiger hören, wo er Col. Ralgha ‚Hobbes‘ nar Hhallas sprach. Übrigens war dies eine der wenigen Gelegenheiten, wo er seine Stimme einer anderen Figur verlieh. Ein Jahr später konnte man ihn bei der nächsten Raumstation bewundern. Denn in Babylon 5 spielte er den Minbari Draal. Diese Rolle konnte er 1996 erneut wahrnehmen.

Neues Jahrtausend, neue Star Trek-Rolle. Dieses Mal tauchte er in Voyager auf. In der Episode Die Muse stellte er den zweiten Chorus dar. Fünf Jahre später war er dann auch in Enterprise zu sehen. In den beiden Folgen Die Heimsuchung und Die Abweichung wurde er wieder ein Klingone. Genauer gesagt hieß er dort Antaak, der mit Phlox das Heilmittel für den Augment Virus erstellte und dafür sorgte, dass die Klingonen ihre markante Stirn verloren.

Wenn der Beruf auch ins Privatleben kommt

Von 2004 bis 2010 war er ein wiederkehrender Gaststar in Law & Order: New York. Er stellte dort insgesamt achtmal den Chief of Detectives Muldrew dar. Seine letzte Rolle, die er über mehrere Folgen hinweg wahrnahm, war von 2009 bis 2011 in Zeke und Luthor, wo er Carl darstellte. Danach ließ er seine lang anhaltende Schauspielkarriere ausklingen. Er hatte in den kommenden Jahren nur noch wenige Auftritte, zuletzt 2018 in dem Horrorfilm All Light will End.

John Schuck hat zweimal geheiratet. Seine erste Ehe mit der Schauspielerin Susan Bay ging von 1978 bis 1983, wo sie voneinander geschieden wurden. Übrigens heiratete seine Ex danach einen gewissen Leonard Nimoy. Das Paar hat ein gemeinsames Kind, Aaron Bay-Schuck. Seit 1990 ist er mit der Malerin Harrison Houlè verheiratet.

John Schuck im Web


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Götz Piesbergen

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