[DSN 041] Der Maquis Teil 2

Lesezeit circa: 6 Minuten

„Der Maquis Teil 2“ stellt Benjamin Sisko vor eine moralisch große Herausforderung.

Ein frustrierter Commander

Commander Sisko (Avery Brooks), Major Kira (Nana Visitor) und Doktor Bashir (Alexander Siddig) werden von Cal Hudson und dem Maquis mit Waffengewalt bedroht. Der Kommandant von Deep Space Nine versucht seinen alten Freund davon zu überzeugen, den Aufstand sein zu lassen. Doch der will nicht und lässt kurzerhand die Offiziere betäuben.

Zurück auf der Raumstation sucht Benjamin Sisko nach einer Möglichkeit, den gekidnappten Gul Dukat (Marc Alaimo) zu finden. Chief O’Brien (Colm Meaney) hat eventuell da etwas gefunden. Doch ehe die Suchaktion gestartet werden kann, spricht der Commander zunächst mit Admiral Nechayev. Das Gespräch verläuft allerdings nicht so, wie der kommandierende Offizier von Deep Space Nine es sich erhoffte. Der Admiral sieht die Dinge deutlich anders als er, wesentlich naiver und meint, dass ein Gespräch mit dem Maquis die Lage klären dürfte. Diese Perspektive frustriert Benjamin Sisko ungemein.

Kurze Zeit später verhören er und Odo (René Auberjonois) Quark (Armin Shimerman). Nach etwas Zureden verrät ihnen der Ferengi schließlich, dass der Maquis über ihn Waffen kaufte. Ein wenig später trifft der Commander den cardassianischen Legaten Parn, der Gul Dukat die Schuld an den ganzen Ereignissen in die Schuhe schiebt und ansonsten jegliche Verantwortung auf andere abwälzt.

Deep Space Nine Der Maquis Teil 2

Der Bruch

Dann findet Miles O’Brien eine Spur zu Gul Dukat, der die Crew der Raumstation folgt. Sie erwischen die Maquis dabei wie sie versuchen, den Cardassianer zu verhören, der sich jedoch als ausgesprochen resistent gegen ihre Methoden zeigt. Zum Glück können sie ihn rechtzeitig befreien und fast alle Rebellen verhaften. Einer wird allerdings bewusst laufen gelassen, damit er Commander Hudson ausrichtet, dass die Angelegenheit noch gemeinsam gelöst werden kann.

Zurück auf Deep Space Nine reden Dukat und Sisko miteinander. Nach der Erkenntnis, dass Dukats Beziehungen zum cardassianischen Zentralkommando schlechter geworden sind, will dieser Sisko bei den Ermittlungen über den Waffenschmuggel helfen. Mit der Hilfe des Guls wird schnell klar, wer die Waffen schmuggelt und die entsprechenden Personen können gestellt werden.

Es kommt zur Konfrontation mit dem Maquis. Zunächst versucht Benjamin Sisko erneut eine friedliche Lösung, doch sein Freund Commander Hudson macht klar, dass er kein Interesse daran hat. Er hat mit der Föderation gebrochen. Später versuchen der Commander von DS9, Gul Dukat und einige andere Crewmitglieder einen Angriff der Maquis aufzuhalten. Dies gelingt ihnen nur mit Mühe und Not. Am Ende haben sie zwar gewonnen, doch die Bedrohung durch den Maquis ist noch nicht vorbei.

Kein Wohlfühlende

„Der Maquis Teil 2“ endet, wie es in der zweiten Staffel von „Deep Space Nine“ Standard ist, nicht mit einem Wohlfühlende. Am Ende wird zwar Benjamin Sisko belobigt. Doch der Commander weiß genau, dass der Konflikt mit dem Maquis noch nicht ausgestanden ist. Im Gegenteil: Ihm und den Zuschauern ist klar, dass das Thema noch nicht vorbei ist.

Dabei kann man beide Seiten des Konflikts verstehen. Der Maquis fühlt sich von der Föderation verraten, weil diese der Auffassung sind, dass sie die Kolonien im Stich gelassen haben. Doch die Vertreter ihrer einstigen Heimat sind hingegen der Meinung, dass die ehemaligen Ableger undankbar sind und den Frieden mit den Cardassianern gefährden. Dass diese den Konflikt mit ihren Aktionen kräftig anheizen, wird dabei ignoriert.

Zwischen den Stühlen und den Parteien befindet sich Benjamin Sisko. Vor allem dank seiner Freundschaft zu Cal Hudson liegt ihm viel daran, dass die Lage friedlich gelöst wird. Dass auch er eine Situation komplett falsch interpretieren kann, zeigt sein Versuch, seinen ehemaligen Freund durch dessen Uniform wieder zurückzuholen. Das wirkt wie eine verzweifelte Aktion, von der er vermutlich schon wusste, dass sie nicht funktionieren würde. Avery Brooks zieht hier wirklich alle Register seines schauspielerischen Könnens, um den frustrierten und zwiegespaltenen Commander in „Der Maquis Teil 2“ glaubwürdig rüberzubringen. Als Zuschauer fühlt man mit ihm.

Deep Space Nine Der Maquis Teil 2

Und der Gewinner ist…

Doch welche Seite hat in dieser Auseinandersetzung denn überhaupt recht? Hier weigert sich „Deep Space Nine“, eine eindeutige Antwort zu geben. Es haben beide sowohl Recht als auch Unrecht. Wobei ihre jeweiligen Aktionen dafür sorgen, dass man nur bedingt Sympathien für ihre Sichtweisen empfindet. Die Föderation ist zu naiv, der Maquis zu radikal.

Ein Gewinner der Folge ist Gul Dukat. Hier wird die gute Arbeit fortgeführt, die bereits im ersten Teil von „Der Maquis“ zu sehen war. Man lernt hier einen ambivalenten Charakter kennen, der passend zu der Episode weder richtig gut, noch richtig böse ist. Es gibt Szenen, in denen seine bekannte Arroganz zu sehen ist. Ebenso wie man ihn überrascht erlebt, als er realisiert, wie sehr sein Einfluss gelitten hat. Seine Methoden mögen fragwürdig sein, doch sie liefern immerhin Resultate. Im Prinzip ist „Der Maquis Teil 2“ ein Wendepunkt in seiner Charakterisierung. Es dürfte hiernach nur noch schwer möglich sein, ihn in seiner bisherigen Darstellung als intriganten Gegenspieler darzustellen.

Diese Episode ist dicht gepackt. Die Handlung schreitet schnell voran, wobei trotzdem noch ausreichend Momente bleiben, in denen die Charaktere, allen voran Benjamin Sisko glänzen können. Allerdings hat man manchmal das Gefühl, dass das Tempo der Folge zu hoch ist. Bestimmte Handlungswendungen wie die Enthüllung, dass die Xepoliten die Schmuggler sind, hätten besser vorbereitet werden können. Ebenso fühlt sich das Finale merkwürdig gehetzt an. Es hätte „Der Maquis Teil 2“ besser getan, wenn es noch einen dritten Teil gegeben hätte. Auch wenn dies um ehrlich zu sein Meckern auf hohem Niveau ist.

Denn trotz allem ist dies eine fantastische und spannende Folge. Die im Übrigen wie bereits schon beim Vorgänger vom Titel her eine 1 zu 1 Übersetzung des englischen Originals ist.

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Götz Piesbergen
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