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Kathleen Kennedy ist die vielleicht mächtigste Frau in der Filmindustrie.

Von den Nachrichten …

In Teilen des Star Wars-Fandoms wird Kathleen Kennedy nicht sonderlich gerne gemocht. Viele Fans kreiden ihr unter anderem die umstrittene Trilogie VII – IX an und scheinen allgemein mit ihrer Arbeit unzufrieden zu sein. Dabei ist unbestritten, dass diese Frau nicht umsonst die Leitung über dieses Franchise erhalten hat. Denn sie ist eine der erfolgreichsten Produzentinnen aller Zeiten.

Geboren wurde sie am 5. Juni 1953 in Berkley, Kalifornien, USA. Ihre Mutter Dione Marie „Dede“ war eine ehemalige Theaterschauspielerin, derweil ihr Vater Donald R. Kennedy Richter und Anwalt war. Außerdem hat sie zwei Schwestern. Ihre Zwillingsschwester Connie ist eine frühere Location Manager in British Columbia, Kanada, während ihre andere Schwester die Fernsehmoderatorin Dana Middleton-Silberstein ist.

Kathleen Kennedy machte 1971 ihren Schulabschluss an der Shasta High School in Redding Kalifornien. Anschließend studierte sie an der San Diego State University, an der sie ihren Abschluss in Telekommunikation und Film machte. In ihrem finalen Studienjahr fing sie an, bei dem lokalen San-Diego-Fernsehsender KCST in verschiedenen Rollen zu arbeiten, ehe sie schließlich als News Production Coordinator tätig wurde. Danach produzierte sie vier Jahre die lokale Talkshow You’re On.

… zum Film

Doch schon bald hielt es sie nicht mehr in der Stadt. Es zog sie nach Los Angeles, wo sie ihren ersten Film produzierte. Sie wurde die Assistentin des Produzenten Mr. Milius, der 1979 zufälligerweise die Komödie 1941: Wo bitte geht’s nach Hollywood arbeitete. Regisseur dieses Kinofilms war ein gewisser Herr Steven Spielberg.

Es war eben jener, der Kathleen Kennedy entdeckte und auch förderte. Sie wurde 1981 bei Jäger des Verlorenen Schatzes seine Assistentin, ehe sie 1982 zunächst bei seiner Produktion des Horrorfilms Poltergeist assoziierter Produzent war und schließlich im selben Jahr bei E.T. – Der Außerirdische das erste Mal selbst als normaler Produzent gelistet wurde. Es sollte der Startschuss für eine außergewöhnliche Karriere werden.

Denn dies war auch das Jahr, wo sie gemeinsam mit Steven Spielberg und ihrem zukünftigen Ehemann Frank Marshall die Produktionsfirma Amblin Entertainment gründete. Mit dieser produzierte sie nicht nur die kommenden Indiana Jones-Filme, sondern auch die Zurück in die Zukunft-Trilogie. Sie arbeitete außerdem in dieser Zeit mit Filmemachern wie Martin Scorcese, Clint Eastwood oder Robert Zemeckis zusammen.

Die Frau für namenhafte Filme

1991 gründete sie gemeinsam mit ihrem Gatten in einem Deal mit DreamWorks Entertainment – einem weiteren Filmstudio, das von Steven Spielberg mitgegründet wurde – die Kennedy/Marshall Company. Gleichzeitig führte sie ihre Zusammenarbeit mit dem berühmten Regisseur weiter fort und diente so als Produzentin des ersten Jurassic Park-Films (1993) sowie als Executive Producer des Historiendramaa Schindlers Liste (1993).

Weitere Filme, die sie in den 1990ern produzierte, waren unter anderem Congo – Wo der Mensch zur bedrohten Art wird (1995), The Sixth Sense – Nicht jede Gabe ist ein Segen (1999) oder München (2005). Für letzteren Kinofilm erhielt sie eine weitere Oscar-Nominierung. Doch sollte sie den bekanntesten Filmpreis nicht erhalten, wie auch sonst in ihrer Karriere. So wurde sie insgesamt achtmal nominiert, gewann ihn jedoch nie.

Doch auch Trickfilme sollte Kathleen Kennedy produzieren, darunter zum Beispiel die US-Version des Studio-Ghibli-Films Ponyo (2009). 2012 verließ sie Kennedy/Marshall und wurde kurze Zeit später im Mai desselben Jahres neben George Lucas zur Vorsitzenden von Lucasfilm Ltd. Im Oktober half sie mit beim Verkauf des berühmten Filmstudios an Disney. Sie selbst wurde zur Präsidentin ernannt, eine Position, die sie bis heute noch innehat.

Die Definition von Erfolg

In den 1980er und 1990er Jahren war die Produzentin Beirat des National Student Film Institute. 1995 erhielt sie den Women in Film Crystal Award, als außergewöhnliche Frau, die durch ihre Ausdauer und Exzellenz geholfen haben, die Rolle der Frauen im Unterhaltungsgeschäft zu erweitern. Ebenso kriegte sie zusammen mit ihrem Ehemann Frank Marshall 1996 den American Academy of Archievment Golden Plate Award. Von 2001 bis 2002 war sie gemeinsam mit Tim Gibbons Co-Präsidentin der Producers Guild of America. Und 2007 war sie die erste Empfängerin des Women in Film’s Paltrow Mentorship Award. 2019 wurde sie zur Ehrenkommandeurin des Order of the Britisch Empire bestellt, für ihre Dienste, Produktionen in Großbritannien zu verfilmen. Und 2020 erhielt sie den BAFTA Fellowship.

Kathleen Kennedys Oeuvre ist ohne gleichen. Sie hat über 60 Filme produziert, darunter fünf der 50 finanziell erfolgreichsten aller Zeiten in der Filmgeschichte. Ihre Werke wurden für mehrere Preise nominiert oder haben sie auch gewonnen. Mit ihren acht Oscar-Nominierungen hat sie die drittgrößte Anzahl an Nominierungen nach Steven Spielberg und Scott Rudin. Sie selbst ist seit 1987 mit Frank Marshall verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat.

Kathleen Kennedy im Web

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Götz Piesbergen
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