Spotlight: Matthew Wood

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Matthew Wood, der am heutigen 15. August sein 48. Lebensjahr vollendet, hebt den Begriff der Vielseitigkeit auf eine neue Stufe.

Matthew Wood auf der Comic Con Brüssel 2019 Foto: Miguel Discart
Matthew Wood auf der Comic Con Brüssel 2019 Foto: Miguel Discart

Ein Schauspieler ist das heutige Geburtstagskind nicht, obwohl er in den Episoden I bis III der Star-Wars-Saga auch als Darsteller zu sehen war, sondern Matthew Wood ist ein Herr der Töne – im wahrsten Sinne des Wortes: Sein Hauptberuf ist der des Tontechnikers, doch ist er unter den Fans der Saga mindestens ebenso bekannt als Stimmakteur für zumeist animierte Charaktere. Bereits im Alter von 19 Jahren erhielt er 1991 seine erste Anstellung bei George Lucas‘ Effekteschmiede Industrial Light And Magic (kurz ILM). Dort wurde später Ben Burtt sein Mentor, der legendäre Sounderzeuger für die klassische Star-Wars-Trilogie, und mittlerweile bekleidet Matthew Wood den leitenden Posten des Supervising Sound Editors. Werfen wir an seinem heutigen Geburtstag also nunmehr einen Blick auf das Schaffen Matthew Woods vor und hinter der Kamera.

Preisgekrönte erste Arbeiten

Der am 15. August 1972 im kalifornischen Walnut Creek geborene Matthew Russell Wood interessierte sich schon früh für alles, was mit der Technik im Unterhaltungsbereich zu tun hatte – selbstverständlich mit Star Wars an der unangefochtenen Spitze. Sein erster Job bei ILM, den er wie schon erwähnt als erst 19-Jähriger erhielt, war der eines Spiele-Testers bei der hierfür verantwortlichen Sektion LucasArts, doch eine Weile später wechselte er zur Tondivision Skywalker Sound, zu finden auf George Lucas‘ riesiger Skywalker Ranch nahe dem kalifornischen Nicasio. Spätestens seit den 90er-Jahren ist Skywalker Sound als Tonschmiede ebenso bekannt wie ILM als Trickeffekt-Pionier und kaum ein moderner Hollywood-Film kommt ohne die Beteiligung dieser Unternehmen aus. Nach Anfängen als Mitarbeiter der Toneffekte für Filme wie Lieblingsfeinde (1991), American Gangster (1992) oder Night Of The Black Widow (ebenfalls 1992) wurde er einer der assistierenden Soundeditoren bei mehreren Episoden der aufwändigen Abenteuer- und Historienserie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones zwischen 1992 und 1993. Es folgten weitere Filme, an denen Matthew Wood als assistierender Soundeditor mitwirkte, darunter der Sci-Fi-Katastrophenfilm Armageddon (1998), das Mittealter-Spektakel Der 13. Krieger (1999) oder der animierte Science-Fiction-Film Titan A.E. (2000), für den Wood mit einem Golden Reel Award ausgezeichnet wurde. Zu dieser Zeit war er bereits seit einem Jahr ein zwar kleiner, aber wichtiger Teil der Star-Wars-Saga.

Arbeit an Star Wars

Bereits seit Ende der 90er-Jahre arbeitete Matthew Wood an der Wiederauferstehung von George Lucas‘ Sternensaga mit. Bei der Nachbearbeitung von Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (erschienen 1999) fungierte er als überwachender Soundeditor. Zuvor hatte er in dem Film sein Debüt als Schauspieler beziehungsweise Stimmakteur in zwei kleinen Rollen gegeben: Zum einen spielte er die jugendliche Version von Jabba The Huts gruseligem Twi’lek-Gehilfen Bib Fortuna (der bei seinem ersten Auftritt 16 Jahre zuvor vom britischen Schauspieler Michael Carter dargestellt worden war). Außerdem war er die Stimme und auch das reale Vorbild des Podrennfahrers Ody Mandrell vom Volk der Er’Kit, der als einer der Herausforderer des kleinen Anakin Skywalker auftrat.

Während Matthew Wood weiterhin als Tontechniker in verschiedenen Positionen an von Skywalker Sound betreuten Filmen mitarbeitete, blieb er seiner neuen Karriere als Schauspieler und Voice Actor ebenfalls treu: In Star Wars: Episode II (2002) fungierte er als Vorbild und Stimme des Aliens Seboca vom Volk der Dug sowie dem Leffingiten Magaloof, die beide in den bunten Hintergrundszenen des Films zu sehen waren. Außerdem vertonte er kollektiv die Kampfdroiden in dem Film.

Für seinen letzten Auftritt in der Prequel-Trilogie nahm Wood gar Schauspielunterricht am renommierten American Conservatory Theater in San Francisco: Neben erneut allen Kampfdroiden war Wood diesmal als die keuchende Stimme des unheimlichen General Grievous zu hören und fungierte ferner erneut als reales Vorbild für eine Alien-Kreatur, diesmal den schwergewichtigen Twi’lek-Ratsherren Orn Free Taa.

Als Schauspieler sah man Matthew Wood danach nur noch selten, stattdessen konzentrierte er sich wieder verstärkt auf seine Arbeit als Tontechniker (was bis heute so geblieben ist) und auch zunehmend als Stimmakteur: Neben Filmen wie Steven Spielbergs München (2005) und Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, dem Disney-Film WALL-E oder der nerdigen Tragikomödie Fanboys (alle aus 2008) übernahm Matthew Wood ab ebenfalls 2008 erneut die Sprechrolle der Kampfdroiden und General Grievous’ sowie des Separatisten Wat Tambor in der Serie Star Wars: The Clone Wars. Natürlich blieb er Star Wars auch in der Sequel-Trilogie seit 2015 als einer der führenden Tontechniker erhalten und wurde für seine Arbeit in den jeweiligen Jahren gar für den Oscar nominiert (den er leider allerdings nicht erhielt). Auch ist seine Stimme in verschiedenen Star-Wars-Computerspielen zu hören. Immer wieder einmal ist der sympathische Tontechniker, Nebendarsteller und Stimmakteur auf Star-Wars-Cons zu Gast, wo er sich wegen seiner netten Art großer Beliebtheit bei den Fans erfreut.

Happy Birthday!

Was sein Privatleben angeht, hält sich Matthew Wood bedeckt: So ist lediglich bekannt, dass er zwischen 1997 und 2007 mit seiner Tontechniker-Kollegin Khris Brown verheiratet gewesen ist. Ob es gemeinsame Kinder gibt oder ob Matthew Wood aus einer anderen Beziehung Kinder hat, ist unbekannt. Wir von www.warp-core.de gratulieren dem Herrn der Töne jedenfalls recht herzlich zu seinem heutigen Geburtstag und entbieten: May The Force Be With You!

Matthew Wood im Web

 


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Thorsten Walch

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