Spotlight: René Clair

Lesezeit circa: 5 Minuten

René Clair hatte eine beeindruckende Karriere.

Vom Schreiben zur Schauspielerei

René Clairs beruflicher Werdegang ist außergewöhnlich. Sie umfasst mehrere Jahrzehnte und sowohl die Stummfilm-, wie auch die Tonfilmära. Geboren wurde er als René-Lucien Chomette am 11. November 1898 in Paris. Er wuchs in dem Distrikt Les Halles auf, dessen lebhafter und pittoresker Charakter einen nachhaltigen Eindruck auf ihn machte. Er ging auf die Lycée Montaigne und Lycée Louis-le-Grand und studierte ab dem Jahr 1914 Philosophie.

Doch der Erste Weltkrieg machte auch vor ihm nicht Halt. 1917, als er 18 Jahre alt war, wurde er Ambulanzwagenfahrer, bis ihn eine Rückgratsverletzung aus dem Verkehr zog. Der Horror und der Schrecken der Grabenkämpfe beeinflussten ihn so sehr, dass er einen Gedichtband verfasste, der jedoch nie veröffentlicht wurde. Nach dem Ende des Krieges wurde er in Paris Journalist.

Der Beginn seiner Filmkarriere geschah über eine gute Bekanntschaft von ihm. Die Sängerin Damia, für die er auch einige Lieder schrieb, überredete ihn, im Jahr 1920 die Gaumont-Studios zu besuchen. Zufälligerweise lief zu der Zeit gerade ein Casting für den Film Le lys de la vie, für den er sich bereit erklärte, die Hauptrolle zu übernehmen. Er änderte seinen Namen in Renè Clair um, was der Beginn für eine lange Filmkarriere war, nicht nur als Schauspieler. Wobei er ursprünglich noch weiter als Journalist arbeitete. So wurde er Redakteur für das Filmsupplement des monatlichen Magazins Théâtre et Comœdia illustrés.

Erste Schritte ins Ausland

Seine ersten Erfahrungen hinter der Kamera konnte er 1922 sammeln, als er einer der Assistenzregisseure des belgischen Dramas Le carillon de minuit war. Das war auch das Jahr, wo er das vorerst letzte Mal als Darsteller arbeitete. Er spielte in Le sens de la mort die zweite Hauptrolle. Das erste Mal führte er 1924 in Entr’acte Regie, wobei er dafür ebenfalls gleichzeitig für das Screenplay verantwortlich war.

Mit Paris qui dort schrieb er sich in die SciFi-Ruhmeshalle. Die Produktion galt einigen als der erste Science-Fiction-Film aller Zeiten, wobei diese Aussage unter anderem die Werke von Georges Méliès ignoriert, die deutlich früher liefen als der Streifen von René Clair. 1928 drehte er die Komödie Der Florentiner Hut, für das er ebenfalls erneut das Skript mitlieferte.

1930 kam mit Unter den Dächern von Paris sein erstes Musical heraus. Wobei diese Produktion eine kleine Mogelpackung war. Zwar hatte der Film Tonsegmente. Doch überwiegend nutzte der Regisseur und Drehbuchautor immer noch Elemente aus der Stummfilmzeit. Im Jahr 1935 reiste er nach Großbritannien, um dort einen seiner wenigen ausländischen Filme zu drehen. Das war Ein Gespenst geht nach Amerika. Ein richtiges Musical war übrigens sein Gewagtes Spiel aus dem Jahr 1938, was des Weiteren der erste Leinwandstreifen war, den er selber produzierte.

Wenn der Krieg Pläne zu Nichte gemacht

Der Zweite Weltkrieg machte auch vor René Clair nicht halt. All seine Filmpläne in Europa fielen dem Krieg zum Opfer, so dass er 1940 in die USA emigrierte. Dort versuchte er in Hollywood Fuß zu fassen, was ihm allerdings nicht leicht fiel. Zwar war die Fantasykomödie Was morgen geschah halbwegs erfolgreich, aber eben auch kein Kassenschlager. Der sollte ihm erst mit Das letzte Wochenende gelingen, was jedoch von all seinen amerikanischen Leinwandstreifen derjenige war, der am wenigsten seinen persönlichen Touch hatte.

1945, mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, zog es ihn zurück nach Frankreich, wo er 1947 mit Schweigen ist Gold erneut einen Film drehte, zu dem er ebenfalls das Drehbuch schrieb und den er persönlich produzierte. 1955 kam von ihm Das große Manöver in die Kinos und mit Die Mausefalle (1957) filmte er ein veritables Krimidrama.

1963 belebte er noch einmal seine Schauspielkarriere wieder, als er für den Film In Gesellschaft Max Lindners den Erzähler sprach. 1966 setzte er sich ein letztes Mal auf den Regiestuhl, als er für die Serie Menschliches, Allzumenschliches eine Episode drehte. Es war eine der wenigen Fernsehproduktionen von René Clair. 1972 schrieb er das Drehbuch für eine Folge der französischen Fernsehserie Au théâtre ce soir. Dies war sein letzter Beitrag zur Welt der bewegten Bilder. Posthum wurde noch 1991 mit Sir Christopher in der Tschechoslowakei ein Skript von ihm adaptiert.

1924 traf er auf die junge Schauspielerin Bronja Perlmutter. Er verliebte sich in sie und heiratete sie 1926. Ein Jahr darauf kam sein Sohn Jean-François zur Welt. Er selbst verstarb am 5. März 1981 im Schlaf zu Hause.

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Götz Piesbergen
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