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Das Tor des Vergessens wartet auf das Star-Trek-Litverse.

Star Trek - Coda 03 Tor des Vergessens
Cover © Cross Cult

Eine lange hinausgezögertes Ende

Überall im Universum verbreiten sich Tod und Zerstörung. Die Erde mit dem Hauptquartier der Sternenflotte und dem Stammsitz der Föderation existiert nicht mehr. Ebenso wie auch Deep Space Nine im Kampf gegen die Devidianer untergegangen ist, womit die komplette Verantwortung auf den Schultern eines William Rikers liegt, der jedoch dem Wahnsinn nahe ist.

Die Einzigen, die etwas dagegen tun könnten, ist die Gruppe um Jean-Luc Picard. Der jedoch von Riker gejagt wird, weshalb er und seine Alliierten einen schweren Schritt unternehmen. Auf der Suche nach Verbündeten wechseln sie ins Spiegeluniversum über, um von dort die letzte Schlacht gegen die Devidianer zu planen. Auch wenn sie das ihr Leben kosten könnte.

Ich habe lange, lange davor gezögert, Tor des Vergessens zu lesen. Und noch länger, es zu rezensieren. Dabei wird der Roman von dem Star-Trek-Autoren überhaupt geschrieben, David Mack. Der schließlich im Laufe der Jahre für das Litverse viele exzellente und spannende Bücher verfasst hat, wie beispielsweise Star Trek – Destiny.

Keine (Vor)freude

Ich hätte mich daher eigentlich auf diesen Band freuen müssen. Doch das Gegenteil war der Fall. Eben weil es das Finale des Litverse bedeutet und bereits die beiden Vorgängerromane, Die Asche von Morgen und Zeit in Scherben einen Vorgeschmack gegeben haben, was einen erwarten wird – nämlich jede Menge Tod von vielen geliebten Figuren.

Das Problem von Tor des Vergessens ist daher dasselbe wie bei den Vorgängerromanen: Um einen Abschluss des Litverse herbeizuführen, wird die Tugenddisziplin von Star Trek beiseitegeschoben. Pessismus, Fatalismus und noch nicht mal ansatzweise der Versuch, Hoffnung heraufzubeschwören dominieren die Handlung. Es geht darum, einen Feind zu vernichten oder selbst vernichtet zu werden. Und eine solche Massenauslöschung eines Gegenspielers ist einfach nicht Star Trek, sogar dann nicht, als es um die Borg ging.

Dabei hat der Roman viele gute Stellen. Etwa, wenn es ins Spiegeluniversum geht und man sieht, wie hier eine etwas andere Föderation entstanden ist, in der allerdings dieselben Ideale vertreten werden wie im normalen Universum. Oder als eine Gruppe in die Vergangenheit reist und auf einer völlig von den Borg übernommenen Erde landet.

Ein Verhalten, dass der Story schadet

Auch gibt es viele kleine und große Charaktermomente in Tor des Vergessens. Etwa wenn Worf auf die Spiegel K’eyhler trifft und sich erneut in sie verliebt. Oder die letzten Momente zwischen Data und seiner Tochter Lal. Oder wie Picard sich über die Kavallerie freut, als sie endlich eintrifft.

Doch dem gegenüber gibt es auch viele Szenen, in denen man sich als Litverse-Fan am liebsten die Haare raufen möchte. Dazu gehört vor allem der Moment, in dem William Riker, immer noch unter dem Einfluss der Devidianer seine eigenen Offiziere verhaften lässt. Und niemand etwas dagegen unternimmt.

Überhaupt William Riker. Bereits im letzten Roman war das Verhalten des Admirals kaum zum Aushalten. Es wurde zwar erklärt, aber das machte es nicht besser. Und auch jetzt, in Tor des Vergessens hat man oft das Gefühl, dass dieser sehr aggressiv vorgehende ehemalige erste Offizier der Enterprise der Story eher schadet, als ihr am Ende guttut. Erst zum Finale hin bessert sich sein Verhalten, aber auch nur deshalb, weil dann sowieso das Thema „Litverse“ ein für alle Mal beendet wird.

Ein Ende, dass einem das Herzen bricht

Und ja, es ist wirklich ein endgültiges Ende. Zwar eins, dass einem unter die Haut geht, weil David Mack es gut schreibt. Aber eben auch eins, dass einem das Herz bricht, weil ein letztes Mal ein Massensterben aufgetischt wird und eine Ära in der Star-Trek-Historie endgültig beendet wird.

Ich hätte mir von Tor des Vergessens eine wesentlich bessere Geschichte gewünscht, als die, die jetzt vorliegt. Es ist eine Story, die dem Litverse am Ende nicht gerecht wird. Was verdammt schade ist.

Autor: David Mack
Titel: Star Trek – Coda 03: Tor des Vergessen
Originaltitel: Star Trek – Coda: Book 2: Oblivion’s Gate
Übersetzer:  Katrin Aust
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 12/2022
Einband: Taschenbuch
Seiten: 615
ISBN: 978-3-98666-009-3
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Götz Piesbergen

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