Review: Star Trek – Die Eugenischen Kriege: Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I

Lesezeit circa: 5 Minuten

Der Titel von Star Trek – Die Eugenischen Kriege: Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I sagt bereits alles darüber aus, was einen im Inhalt erwarten wird.

Der Beginn eines Monsters

Die Enterprise unter dem Kommando von James T. Kirk befindet sich bei einer Kolonie, die mit der Föderation Beitrittsverhandlungen führt. Das Besondere und Besorgniserregende ist, dass die Bewohner dieser Gründung Genmanipulation an Menschen durchführen, was gegen eines der größten Tabus der Planetenunion verstößt. Und auch die Klingonen haben ihre Vertreter geschickt, was die Situation nicht verbessert. Um besser zu überlegen, wie er mit dieser Lage umgehen soll, vertieft sich der Captain in die Biografie eines seiner größten Feinde: dem genmanipulierten Khan Noonien Singh.

In der Vergangenheit der Erde versuchen Gary Seven und Roberta Lincoln alles, damit die Menschheit sich entwickeln können, ohne dass eine zu große Gefahr sie daran hindert. Dabei stoßen sie irgendwann auf ein Unternehmen mit dem Namen Chrysalis. Das Ziel dieses Projektes ist, unabhängig von jeglicher staatlicher Kontrolle Übermenschen heranzuzüchten. Diese sind zwar zunächst „nur“ Kinder, die jedoch schon bald zu gefährlichen Menschen heranwachsen werden. Und dieses Projekt muss verhindert werden.

Stolze 601 Seiten umfasst Die Eugenischen Kriege: Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I. Und Autor Greg Cox weiß diesen Umfang perfekt zu nutzen. Denn sein Roman ist zumindest im ersten Teil weniger die Biographie von Kirks größten Feind, sondern vielmehr auch die Schilderung der Erlebnisse von Gary Seven, Isis und Roberta Lincoln. Es handelt sich dabei um Figuren, die die Zuschauer in der TOS-Episode Ein Planet, genannt Erde kennengelernt haben.

Nicht typisch Star Trek

Sein Roman liest sich daher über weite Teile weniger wie ein typisches Star Trek-Abenteuer. Denn die bekannten Elemente, wie beispielsweise ein Raumschiff oder fremde Völker, kommen in diesem Buch nur am Rande vor. Wodurch der Band aus der Menge an anderen Star Trek-Romanen deutlich hervorsticht. Was er auch durch das absolut fantastische Cover von Martin Frei tut, der sich in diesem Fall an Propagandapostern als Vorlage orientiert.

Greg Cox lässt sich in Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I Zeit, ehe er den titelgebenden Charakter einführt. Er baut langsam die Umstände auf, die dazu führen, dass der zukünftige Erzfeind von James T. Kirk entsteht und dass er seine wahre Bestimmung erkennt, nämlich die Menschheit zu unterwerfen und zu beherrschen. Dabei fokussiert er sich hauptsächlich auf Gary Seven und Roberta Lincoln.

Es sind beides Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Denn sie sehen sich ständig Situationen ausgesetzt, in denen die Umstände gegen sie stehen. Doch wie in so manchen Agentenromanen macht der Spaß am Lesen die Tatsache aus, dass man wissen möchte, wie sie sich letzten Endes trotzdem behaupten und gewinnen können. Das geht nicht immer glatt und oft genug haben sie schlicht und ergreifend auch einfach nur Dusel.

Braucht man nicht

Vor allem Roberta Lincoln ist anzumerken, dass sie teilweise fast daran verzweifelt, weil ihr Boss Gary Seven ihr schon wieder einige wichtige Infos nicht erzählt. Trotzdem kann sie durch ihre Intelligenz und ihren Charme auch den Leser für sich einnehmen. Sie ist die heimliche Heldin von Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I.

Der Roman ist erstklassig geschrieben und ein wahrer Pageturner. Und ab dem Moment, wo Greg Cox dann auch damit anfängt, die Motivation und Gedanken des Titelcharakters darzustellen, ist man umso mehr darauf gespannt, was da noch kommen wird.

Doch leider ist da noch die Rahmenhandlung von Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I. Im Prinzip hätte Greg Cox wunderbar auf diese verzichten können, man hätte das Fehlen nicht gemerkt. So aber wirken die Erlebnisse von Captain Kirk und seiner Mannschaft wie aufgepfropft, wie das Bemühen, auf Teufelkommraus eine Verbindung zu dem klassischen Star Trek zu erschaffen, das die meisten kennen. Doch damit tut er den Lesern Unrecht. Denn es dürfte kaum jemanden geben, der den Namen Khan Noonien Singh nicht kennt. Dazu ist die Figur in all den Jahren einfach zu oft prominent verwendet worden.

Wenn man mal die Rahmenhandlung ignoriert, ist dies ein fantastischer Roman, auf dessen Fortsetzung man sehr gespannt ist.

Star Trek - Die Eugenischen Kriege Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I
Cover © Cross Cult

Bewertung 12/15

Autor: Greg Cox
Titel: Star Trek – Die Eugenischen Kriege: Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh I
Originaltitel: Star Trek – The Eugenic Wars – The Rise and Fall of Khan Noonien Singh – Volume One
Übersetzer: Stephanie Pannen, Susanne Picard
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 05/2015
Einband: Taschenbuch
Seiten: 601
ISBN: 978-3-86425-439-0
Sonstige Informationen:
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Götz Piesbergen
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