Es geht wieder ins Spiegeluniversum. Allerdings ist der Ausflug dieses Mal sehr ungewöhnlich.
Einen Spiegel zum Jubiläum
An Bord der ISS Enterprise geht alles seinen gewohnten Gang. Doktor Phlox (John Billingsley) führt ein neues Foltergerät vor und Commander Archer (Scott Bakula) versucht Captain Forrest (Vaughn Armstrong) dazu zu überreden, dass sie in den tholianischen Raum fliegen. Doch da dieser das Ansinnen ablehnt, führt Archer mit seinen Verbündeten einen Umsturz durch und ernennt sich selbst zum neuen Kommandanten der Enterprise. Sein erster Befehl: Der Flug in den tholianischen Raum.
Er ernennt T’Pol (Jolene Blalock) zu seinem ersten Offizier und befiehlt ihr, ein Tarngerät der Sulliban gemeinsam mit Commander Tucker (Connor Trinneer) einzubauen. Doch anscheinend gibt es an Bord des Schiffes jemanden, der etwas gegen seine Pläne hat. Es kommt zu Sabotageversuchen und schon bald wendet sich wieder das Blatt.
Als Die dunkle Seite des Spiegels, Teil 1 in den USA das erste Mal ausgestrahlt wurde, war das damals die 700. „Star Trek“-Episode überhaupt. Ein Ereignis, dass dann mit dieser Folge besonders gefeiert wurde. Denn dies war die erste Star Trek-Episode überhaupt, die komplett im Spiegeluniversum stattfand, ohne dass jemand vorher von dem Standard Star Trek-Universum erst großartig rübergebracht wurde.
Ein etwas anderer Erster Kontakt
Dabei ließen sich die Macher dieser Folge von Anfang etwas Geniales einfallen. Denn sie stellten im Prolog der Episode den Erstkontakt aus First Contact nach. Nur, dass dieser hier anders abläuft, als normal. Denn er endet damit, dass Zefrem Cochrane den vulkanischen Botschafter niederschießt und die anderen Erdbewohner die anderen Vulkanier allesamt abknallen und sich deren Technologie aneignen.
Das ist schon mal ein bockstarker Beginn, der dann noch durch das Intro weiter fortgesetzt wird. Denn anstatt das normale Intro, dass die Erforschung des Alls betont, sieht man hier lauter Kämpfe, die den dominierenden und alles erobernden Anspruch des Imperiums zeigen. All dies, um zu betonen, dass man nicht mehr im normalen Universum ist, sondern im Spiegeluniversum.
Es ist ein grandioser Einstieg. Einer, der wirklich Stimmung macht und einen auf die restliche Folge hoffen lässt. Und in der Tat zeigt sich über weite Teile, dass dies eine gelungene Episode ist.
Bekannt und doch anders
Das liegt zunächst daran, dass man sieht, wie anders die bekannten Figuren agieren. Doktor Phlox wird als ein sadistischer Arzt dargestellt, der gerne andere quält. Überraschend ist, dass Archer zu Beginn der Folge nicht die Enterprise kommandiert. Sich das Kommando jedoch dann kurz darauf auf Spiegeluniversumsart holt. Derweil Hoshi Sato zwar auch im Spiegeluniversum ein Sprachtalent ist. Sie aber gleichzeitig mit jedem schläft, der gerade an der Macht ist.
Es ist also alles so, wie man es vom Spiegeluniversum her gewohnt ist. Und ein Teil der Faszination ist es auch, wenn man sieht, wie bekannt aussehende Figuren sich völlig anders verhalten. Das macht Spaß.
Interessant ist dann auch, als man erfährt, worauf es Archer in Wahrheit abgesehen hat. Es ist ein Rückgriff auf Das Spinnennetz, dem ersten Auftritt der Tholianer. Die ebenfalls in dieser Episode in Erscheinung treten, bei dem die Spezies übrigens visuell aktualisiert wurde.
Auf Dauer ermüdend
Was man in dieser Episode merkt, ist, dass die Schauspieler Spaß hatten, ihre Rollen auf etwas andere Art und Weise darzustellen. Ebenso wurde sich auch Gedanken gemacht, wie man diese Folge aufbaut und präsentiert. Doch man merkt noch etwas anderes: Dass es seinen Grund hat, wieso der Großteil der Spiegeluniversumsgeschichten auf eine einzige Episode beschränkt wurden. Und dass dabei immer mindestens einer des normalen Universums anwesend ist.
Denn auf Dauer ist der ständige Machtkampf ermüdend. Ebenso, wie die arrogante und brutale Art der Spiegeluniversumsbewohner einem am Ende leicht auf die Nerven geht. Es sind jetzt keine grandiosen Fehler. Aber es macht sich dann doch negativ bemerkbar.
Infos
Drehbuch: Michael Sussman
Regie: James L. Conway
Showrunner: Manny Coto
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