Zum Abschluss zeigt sich, dass das Gegenteil von gut gemeint schlecht gemacht ist.
Es wurde schon viel gesagt
Nach zehn Jahren im aktiven Dienst wird die Enterprise wieder zurück zur Erde berufen, um außer Dienst gestellt zu werden. Jonathan Archer (Scott Bakula) ist dabei etwas nervös, weil er eine Rede zur Unterzeichnung der Föderations-Charta halten soll. Doch dann kontaktiert sie Shran (Jeffrey Combs), der die Crew um Hilfe bittet. Seine Tochter wurde entführt und er braucht Unterstützung, um sie zurückzukriegen.
Doch dann friert das Geschehen ein und aus einem Sitz am Rande steht niemand Geringeres als Commander William Riker (Jonathan Frakes) auf. Alles, was eben stattgefunden hat, war eine Holodecksimulation, die erste Offizier der Enterprise-D erschaffen hat. Er versucht herauszufinden, was er in einer schwierigen Situation als Nächstes machen soll.
Über Dies sind die Reisen wurde schon vieles gesagt und geschrieben. Es gilt als ein Abschluss, bei dem sich besonders gezeigt hat, wie sehr einige Verantwortliche das Gespür für das Franchise verloren haben. Dementsprechend war ich auf die Episode neugierig.
Jede Menge Probleme
Meine Erwartungshaltung war im Vorfeld bereits gering. Und wurde dann leider bestätigt. Weil die Folge jede Menge Probleme hat.
Man kann verstehen, wieso Brannon Braga und Rick Berman, die beide das Drehbuch für diese Folge geschrieben hatten, sich für diese Art von Story entschieden. Sie wollten damit eine Art Klammer bilden, die einen Abschluss unter 16 Jahre Star Trek am Stück im Fernsehen bildete. Und der Anfang dieser Zeit markierte eben TNG. Weshalb es entsprechend nahelag, Charaktere aus der Serie in Enterprise auftreten zu lassen.
Doch die beiden Drehbuchautoren konnten oder wollten nicht richtig einschätzen, was für Auswirkungen das hat. Denn so, wie die Szenen, in denen die TNG-Figuren auftraten, präsentiert werden, hatte es eher den Eindruck, als ob dies eine TNG-Episode ist, in der die Enterprise-Charaktere Gastdarsteller waren. Sie wurden also zu Gast in ihrer eigenen Fernsehserie, was eigentlich nicht sein kann.
Zu Gast in der eigenen Serie
Das hätte man noch zähneknirschend akzeptieren können, wenn William Riker wirklich nur passiver Zuschauer gewesen wäre. Aber stattdessen werden immer wieder Szenen eingebaut, in denen er direkt mit der Crew der Enterprise interagierte. Wo er in die Rolle eines Koches spielt und dann, derweil er brutzelt, schnibbelt oder backt, jeweils mit den Crewmitgliedern interagiert.
Und dies hat eine unfreiwillige Wirkung. Hierdurch stellt sich nämlich die Frage, ob das Geschehen wirklich so stattgefunden hat. Oder ob es nicht doch nur eine fiktive Darstellung der damaligen Ereignisse ist, mit der Konsequenz, dass das, was man hier sieht, nicht wirklich so geschehen ist. Es ist eine problematische Konsequenz. Denn dadurch, dass die Folge diese Frage aufwirft, aber nicht beantwortet, unterminiert sie die Wirkung der Ereignisse.
Wobei diese sowieso sehr uneinheitlich vorkommen. Im Prinzip hat man zwei große Handlungen. Die eine erzählt davon, wie die Enterprise Shran hilft, seine Tochter zu finden und zu retten. Hier ist es schön, dass Jeffrey Combs wieder auftaucht und die Rolle des Andorianers erneut aufnimmt. Wäre die Serie weiter gelaufen, so wäre er zum dauerhaften Bestandteil des Casts geworden. Leider ist es ja dazu nicht gekommen.
Ein problematischer, zweiter Teil
Der Part mit der Rettungsaktion von Shrans Tochter ist noch am besten geworden. Doch der zweite Teil ist einfach nur… Bullshit. Die Enterprise wird auf ein Mal geentert und bei dem Versuch, das Raumschiff und seine Crew zu retten, opfert Trip Tucker sein Leben. Diese ganze Handlung hat jede Menge Probleme. So irritiert, dass die Piraten einfach so das Schiff entern konnten. Dass niemand von der Sicherheit anwesend war. Und der Tod von Tucker wirkte lahm und unnötig. Das dann danach kaum um ihn getrauert wird, verstärkt das Gefühl der Irritation.
Es ist schade, dass die Enterprise-Serie diesen missratenen Abschluss erhalten hat. Wo wirklich nichts zueinander passt. Denn so gut gemeint die Episode auch war. Sie zeigt leider verdammt gut, wie sehr Brannon Braga und Rick Berman das Gespür dafür verloren hatten, was Star Trek ausmachte.
Informationen
Drehbuch: Rick Berman & Brannon Braga
Regie: Allan Kroeker
Showrunner: Manny Coto
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