Diese Folge ist von zwei Handlungssträngen geprägt, die nicht so recht zueinanderpassen wollen.
Inhalt:
Die Enterprise begrüßt an Bord zwei Botschafter des Volkes der Eyaraner, deren Verhalten von Anfang an etwas sonderbar ist: Während der eine, Byleth (Michael Harris), alles tut, um Worf (Michael Dorn) zu reizen und wütend zu machen, verhält der andere, Loquel (Paul Eiding), sich gegenüber Troi (Marina Sirtis) auffallend freundlich und bemüht sich, sich auf dem Schiff so wohl wie zu Hause zu fühlen und sämtliche kulinarische Genüsse auszuprobieren. Unterdessen reist Captain Picard (Patrick Stewart) mit dem eyaranischen Piloten Voval (Eric Pierpoint) zu deren Heimatwelt. Auf dem Weg stürzen sie auf einen unwirtlichen Planeten ab, wobei Voval scheinbar ums Leben kommt und Picard von einer geheimnisvollen Fremden gerettet wird …
Rezension:
Diese Folge zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie aus zwei Handlungssträngen besteht, die leider nicht so recht zusammenpassen mögen. Da wäre zunächst der Teil auf der Enterprise, in dem die beiden eyaranischen Botschafter versuchen, menschliche Emotionen auf höchst eigenwillige Art zu erforschen.
Offenbar sind den Eyaraner menschliche Gefühle und Verhaltensweisen völlig fremd, was zu einigen wirklich komischen Situationen führt. Zwar ist es recht unglaubwürdig, dass sie einerseits nichts über Emotionen wie Wut und Freude wissen, aber anderseits ihrerseits dazu in der Lage sind, eben diese bei anderen Personen auszulösen. Aber bei einer eher komödiantischen Handlung wie dieser sollte man vielleicht gar nicht so sehr auf die Logik achten. Und doch bleibt die Frage, wie es denn möglich sein soll, dass eine Spezies, welche keine tiefen Emotionen kennt, dazu in der Lage ist, diese selbst zu zeigen? Wenn zum Beispiel Byleth sein provozierendes Verhalten nur spielt, muss er wirklich ein sehr guter Schauspieler sein.
Der Handlungsstrang um Captain Picard ist dagegen weit weniger lustig und bildet, wie erwähnt, einen starken Kontrast zum Rest der Folge. Kurz nach dem Absturz macht er die Bekanntschaft der jungen Anna, die bereits seit sieben Jahren auf dem Planeten festsitzt und nun glaubt, sich in Picard – den ersten Mann, den sie seitdem sieht – verliebt zu haben. Die Szenen auf dem Planeten sind ziemlich düster, und das nicht nur in Hinblick auf die Optik. Annas zunehmend irrationales Verhalten erinnert entfernt fast schon an jenes von Kathy Bates psychopathischer Figur Annie (!) Wilkes in der klassischen Stephen King Verfilmung Misery. Komisch ist hier gar nichts, leider aber auch nicht wirklich spannend, dafür sind die Szenen in dem Raumschiffwrack, welches Annas Zuhause ist, dann doch zu dialoglastig. Vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, wenn man auch diesen Teil der Episode etwas heiterer geschrieben hätte. Dies hätte dann eben auch besser zu den Szenen auf der Enterprise gepasst.
Auch die Auflösung der Folge kann nicht recht befriedigen, da sie insgesamt etwas abrupt erscheint. Anderseits passt sie perfekt in die Star Trek-Philosophie, da sie die Notwendigkeit von Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Weltanschauungen betont. Trotzdem ist schwer zu verstehen, warum Captain Picard am Ende dermaßen nachsichtig mit Voval ist, der ihn ja letztlich gegen seinen Willen festgehalten hat.
Visuell weiß die Folge durchaus zu überzeugen. Die Oberfläche des lebensfeindlichen Planeten wirkt trotz und eben gerade wegen ihrer Düsternis recht eindrucksvoll, auch wenn man nicht wirklich viel davon zu sehen bekommt, denn leider spielt der Großteil der Handlung im Inneren des Wracks.
Insgesamt ist Indiskretionen eine sehr uneinheitliche Episode, ohne rechte Spannung, aber mit einem sympathischen Humor.
Info
Indiskretionen– Liaisons
Staffel 7 – Episode 2
Story: Roger Eschbacher & Jaq Greenspan
Buch: Jeanne Carrigan-Fauci & Lisa Rich
Regie: Cliff Bole
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