Auch dieses Mal hätte der Plot genauso gut von einer mittelmäßigen Star Trek-Episode herstammen können.
Und wieder das B-Movie-Gefühl
SG-1 steuert den Planeten P3X-797 an, von dem sie vermuten, dass sich dort Apophis aufhalten könnte. Stattdessen finden sie eine Welt vor, die im wahrsten Sinne des Wortes zweigeteilt ist. Auf der dunklen Seite, wo sich auch das Sternentor befindet, sind die Berührten, primitive, wilde Menschen. Auf der hellen Seite befinden sich dagegen die Unberührten, deren Zivilisation an die der Minoer erinnert.
Es stellt sich heraus, dass die Berührten Opfer einer Seuche sind. Die dann auch auf der anderen Seite des Tors ausbricht. Verzweifelt wird nach einem Heilmittel gesucht, ehe es zu spät sein könnte. Die Zeit drängt.
Die Seuche ist nunmehr die zweite Folge direkt hintereinander, deren Plot an einen billigen B-Move oder eine mittelmäßige Star Trek-Episode erinnert. Wobei es einen großen Unterschied zu Verraten und Verkauft gibt: Dieses Mal ist das Endprodukt eine Folge, die, trotz aller Schwächen, unterhalten kann.
Zwei, die vieles retten
Und das liegt vor allem an zwei Mitgliedern des Casts. Richard Dean Anderson und Teryl Rothery retten hier vieles. Er mit seinem trockenen Humor. Sie mit ihrer grandiosen Darstellung der Ärztin Dr. Janet Frasier.
Es ist vor allem Letztere, die hier positiv hervorsticht. Weil sie in dem unübersichtlichen Chaos den Überblick behält. Weil sie die Initiative ergreift, vor allem, als dann nach und nach bis auf Teal’c alle anderen Mitglieder von SG-1 ausfallen. Ihr ist es zu verdanken, dass die Lage am Ende doch gut ausgeht.
Es ist überraschend, dass diese Figur einen solchen großen Raum erhält. Wenn man bedenkt, dass sie nicht zum Maincast gehört und auch unklar ist, ob sie weiterhin auftreten wird. Man würde es sich wünschen. Eben weil sie einen so guten Eindruck hinterlassen hat und man gerne in Zukunft mehr von ihr sehen möchte.
De Ja Vu
Ebenso überraschend ist, dass die Initiative, die am Ende zur Heilung führt, dann auch von ihr ausgeht und nicht von einem Mitglied des Maincasts. Die ja wie gesagt, nahezu alle nach und nach ausfallen, wobei einige Momente, wo die Krankheit ausbricht, dann verhältnismäßig amüsant wirken. Wie etwa, als Sam Carter versucht Jack O’Neill zu verführen. Dieser Augenblick wird bewusst übertrieben dargestellt, so das man ihn nicht peinlich finden muss.
Und trotzdem ist dies erneut eine Folge, die an eine mittelmäßige „Star Trek“-Folge erinnert. Erneut stößt das Team auf eine fremde, menschenähnliche und primitive Zivilisation. Von der ein unfreiwilliges Mitbringsel zurückkommt, was anschließend da Heim für Probleme sorgt. Bis dann ein Mitglied der Besatzung in der letzten Minute das Heilmittel findet.
Es ist klar, dass es nicht ausbleibt, dass bestimmte Plots in der Historie des Fernsehens immer und immer wieder verwendet werden. Das dann der einzige Unterschied vielleicht das Setting ist, sowie einige Kleinheiten. Dagegen ist auch nichts einzuwenden.
Werden alle Völker primitiv sein?
Aber was hier zu Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass es die zweite von zwei Folgen ist, die noch dazu direkt aufeinander gesendet wurden, wo dies der Fall ist. Noch dazu ist die problematische Darstellung, dass die Seuche die Befallenen natürlich primitiv und wild werden lässt. So etwas muss eigentlich nicht sein. Und es kann ebenfalls nicht sein, dass bis auf die Goa’ulds alle anderen Völker, auf die die Stargate-Teams stoßen, primitive Kulturen sind. Dieses Plotelement wäre dann nämlich sehr schnell ausgelutscht und langweilig. Was man mit „Die Seuche“ übrigens jetzt schon merkt.
Es muss also etwas geschehen. Denn wenn die nächste Episode ebenfalls einen solchen 08/15-Plot bietet, dann wundert es mich, dass aus dieser Serie ein ganzes Franchise geworden ist.
Info
Regie: William Gereghty
Drehbuch: Jonathan Glassner
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