Für einen kurzen Moment nähert sich die Serie der realen Historie an, nur um dann wieder in eine völlig andere Richtung zu gehen.
Kommt wieder die reale Historie?
Nach dem Unfalltod von Patty Doyle ist die Stimmung bei den Astronautinnen schlecht. Sie befürchten, dass das zum Anlass genommen wird, das Projekt zu streichen. Und in der Tat gibt es Stimme und Versuche, dies zu erreichen. Nur, dass anschließend Deke Slayton (Chris Bauer) in die Gegenoffensive geht. Zunächst stellt er der Öffentlichkeit die Astronautinnen vor. Nur, um dann später eine Änderung an der Besatzung von Apollo 15 vorzunehmen. Er ersetzt Gordo Steven (Michael Dorman) durch Molly Cobb (Sonya Walger).
Doch diese Änderung kommt nicht bei allen gleichermaßen gut an. Molly selbst ist durch den Sexismus ihrer neuen Kollegen genervt, derweil denen ihre Prahlereien auf die Nerven gehen. Allgemein macht sich bemerkbar, dass sie noch nicht dieselbe Erfahrung hat wie der ersetzte Gordo Steven. Weshalb am Ende offen ist, ob diese Mission überhaupt erfolgreich sein wird.
In der realen Welt wurde das Projekt, Frauen zu Astronautinnen auszubilden, kurz vorm Erreichen des Ziels gestrichen. Es gab daraufhin einen Prozess und es sollte lange dauern, bis die erste amerikanische weibliche Person ins All kam. Die Serie teast in Apollo 15 an, dass es ebenfalls dazu kommt. Und nutzt dies, um den damaligen Sexismus besonders deutlich zu präsentieren.
Sexismus
Es gab schon vorher vereinzelte Momente, wo dieser gezeigt wurde. Man muss nur an Margo Madisons Erfahrungen, als sie in Saturn V – Der Architekt das erste Mal den „Schützengraben“ betrat. Und dann zuerst einen ziemlich schlechten Scherz ihrer männlichen Kollegen ausstehen musste.
Doch dieses Mal wird er sehr offensichtlich gezeigt. Wie beispielsweise, als ein Ex-Astronaut zu Derek Slayton meinte, dass Frauen im Weltraum nichts zu suchen haben. Oder ebenfalls später Druck auf ihn ausgeübt wird, das Projekt zu kappen. Weshalb man auch umso mehr Respekt vor ihm hat, dass er den Druck nicht nur standgehalten hat. Sondern sogar deutlich in die Gegenoffensive gegangen ist.
Dabei spielt die Serie ebenfalls ein wenig mit den Erwartungen des Zuschauers. Man hatte in den vorherigen Folgen das Gefühl, das Molly Cobb gegebenenfalls lesbisch sein könnte. Was sie anschließend in einer Szene auch anspricht, nur dass dann gezeigt wird, dass sie mit einem Mann glücklich zusammen ist. Derweil sich dann später zeigt, dass eine andere Astronautin lesbisch ist und dies von einem Mitglied der NASA gedeckt wird. Oder das woanders eine typische Einstellung gezeigt wird, die andeutet, dass sich hier ein Paar auseinandergelebt hat. Nur um dann zu zeigen, wie sie den Arm nach ihm ausstreckt. Hieran merkt man, dass die Serie von den Vorerwartungen des Publikums weiß. Und anscheinend Spaß daran hat, diesen nicht zu entsprechen.
Eine Auswechlsung mit Konsequenzen
Gleichzeitig wird auch viel Zeit darauf verwendet, zu zeigen, welche Auswirkungen Molly Cobbs Einwechslung hat. Gordo Steven versucht gute Mine zum bösen Spiel zu machen, derweil Karen Baldwin mit der Entwicklung nicht einverstanden ist. Sie fürchtet anscheinend, dass auch ihr Mann durch eine Frau ersetzt werden könnte. Was dann für sie vermutlich einem Prestigeverlust gleich käme.
Gleichzeitig tauchen auch anderen Charaktere wieder auf. Margo Madison muss sich nicht nur einmal, sondern gleich mehrere Male behaupten. Und sie hat ein Geheimnis, dass sie nämlich manchmal als Jazzpianistin in einer Bar spielt. Ebenso taucht Aleida Rosalez wieder auf, bei der man gut erkennen kann, wie viel sie ihrem Vater bedeutet, weil der wirklich alles dafür tut, damit sie den Start von Apollo 15 beobachten kann.
Am Ende ist dies wieder eine großartige Folge, die jede Menge Spaß macht.
Info
Regie: Allen Coulter
Drehbuch: Naren Shankar
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