Es wird viel versucht, um die letzte, schlechte Episode dieses Mal wieder wettzumachen.
Ob es wirklich besser wird?
Frank Castle (Jon Bernthal) liegt angeschlagen im Krankenhaus. Er glaubt, dass er die Frauen, die tot aufgefunden wurde, getötet hat. Doch Karen Page (Deborah Ann Woll), die ihn besucht, glaubt dies nicht. Und beschließt deshalb, gemeinsam mit Madani (Amber Rose Revah) sich die toten Körper noch mal genauer anzusehen.
Derweil hat Amy (Giorgia Whigham) ein Auge auf den Punisher. Sie will ihn befreien oder zumindest verhindern, dass das Kopfgeld, was auf ihn ausgesetzt worden ist, einkassiert wird. Was sich dann auch später als richtige Entscheidung erweist.
Männerherzen war eine grauenvolle Folge, die beim Zuschauen den Eindruck erweckte, dass die Macher sich hier vergallopiert hatten. Dementsprechend war die Erwartungshaltung an Der Abgrund eher gering. Weil es eher unwahrscheinlich war, dass die Serie den vorher begangenen Fehler mit dieser Episode besser machen würde.
Frauenpower!
Doch dann zeigt es sich, dass sie dies wirklich und redlich versucht. Dass hier vieles probiert wird, um die Serie wieder in die richtige Bahn zu schieben. Das geht nicht komplett auf, einfach, weil das Ausgangsszenario immer noch ziemlicher Bullshit ist. Auch das Frank Castle sich in Selbstmitleid ergeht und nicht seine sonst so für ihn typische Paranoia aufweist, irritiert sehr.
Aber zum Glück ist er nicht der Hauptcharakter der Folge. Vielmehr ist dies eine Episode, in der Frauenpower den Ton bestimmt, wie eine wunderbare Einstellung zeigt. In der man sieht, wie Frank Castle gleich von drei Frauen umringt ist, die ihn retten wollen.
Es ist die Sternstunde für Amy und Madani. Wobei sie dieses Mal allerdings nicht die Einzigen sind, die im Zentrum der Handlung stehen. Ebenso darf auch eine Karen Page wieder ihre Aufwartung machen.
Ein wunderbarer Auftritt
Es war schon immer ein Merkmal der früheren Netflix-Marvelserien, dass es wiederholt zu vereinzelten Gastauftritten an Charakteren aus den jeweils anderen Reihen gab. Das sorgte dafür, dass dieses Street Level-Universum wirklich wie aus einem Stück wirkte, kohärent und glaubwürdig. Wobei Karen Pages Auftritt hier sogar sehr viel Sinn macht.
Sie war es, die bei dem Erstauftritt des Punishers zu ihm hielt. Die ihn immer wieder verteidigte und an ihn glaubte. Was sich auch dieses Mal wieder zeigt. Sie glaubt an seine Unschuld und schafft es schon allein deswegen, dass er endlich die Wahrheit erfährt. Am Ende wird angedeutet, dass sie für ihn mehr empfindet, als bloße Freundschaft, doch wird dies nicht sonderlich vertieft.
In jedem Fall ist der Auftritt von Karen und Madani wirklich großartig. Hat man zu Beginn noch Bedenken, dass die Chemie zwischen diesen beiden Figuren auch stimmt, ändert sich dies im Laufe der Folge eindeutig. Sehr schnell ergänzen sich beide perfekt und respektieren einander. Was sehr schön ist.
Ein bemitleidenswerter John Pilgrim
Amy selbst hat ebenfalls einige sehr starke Momente. Wie etwa, als sie sich als Krankenschwester ausgibt, um sich so ins Krankenhaus einzuschleichen und zu versuchen Frank zu retten. Was sich, angesichts dessen Selbstaufgabe als sehr schwierig erweist. Aber es ist einfach wunderbar, wie gut sie Karen und Madani ergänzt.
Auch Billy Russo kommt in dieser Folge wieder vor. Und man erfährt, dass er zwar am Ziel seiner Wünsche angekommen ist. Sich aber nicht zufrieden fühlt. Parallel dazu wird seine Beziehung zu Dumont weiter ausgebaut.
Doch was die Nebenfiguren angeht, so kommt niemand besser davon, als John Pilgrim. Diese Folge schafft es, dass man wirklich Sympathien für ihn verspürt. Weil man einfach mitkriegt, wie er von den Leuten, für die er arbeitet, verarscht und manipuliert wird. Gemeint ist, dass sie ihm nicht sofort erzählen, dass seine Ehefrau verstorben ist. Sondern dies erst später als Mittel nutzen, um ihn gegen Frank Castle aufzuhetzen.
Das Ende der Folge sorgt für zusätzliche Spannung. Weil man es kaum abwarten kann zu erfahren, wie Frank sich jetzt aus dieser Situation befreien kann. Und, weil er endlich dieses dämliche Selbstmitleid, was einfach nicht zu ihm passte, abgelegt hat. Hoffen wir, dass die nächste Episode dann auch wirklich besser wird.
Info
Regie: Meera Menon
Drehbuch: Laura Jean Leal
Showrunner: Steve Lightfoot
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