Zum Staffelauftakt steht mal wieder die gesamte Existenz, so wie sie die Crew kennt, auf dem Spiel. Kleiner geht es natürlich nicht.
Und wieder ein Mal steht alles auf dem Spiel
Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Mit Valles Marineris fängt die vierte Staffel von Star Trek – Strange New Worlds an. Und neben der obligatorischen Vorfreude mischt sich auch ein wenig Wehmut mit dabei. Denn es ist mittlerweile klar, dass die letzte vollständige Season ist. Die kommende, fünfte Staffel, wird eine stark abgekürzte sein. Gleichzeitig wird dies die, nach aktuellem Stand, drittletzte Season unseres Lieblingsfranchise sein. Beim Maincast sind dieses Mal keine Veränderungen zu vermelden.
Die Enterprise hat erfolgreich eine Mission abgeschlossen, bei der Captain Christopher Pike (Anson Mount) mal wieder ein Pferd reiten konnte. Doch die Pflicht ruft. Und für den kommandierenden Offizier der Enterprise heißt dies, dass er über ein Beförderungsangebot zum Commodore nachdenken muss. Zum Glück hat er Zeit, denn sein Schiff soll einen außergewöhnlichen Weltraumsturm beobachten.
Doch als sie angekommen sind, empfangen sie auf ein Mal ein Notsignal aus dem Sturm. Sie gehen diesem nach, werden dann allerdings von einem besonders starken Ausläufer getroffen, der sie anscheinend quer durch den Raum wirbelt. Nahezu energielos befinden sie sich in einem unbekannten Sonnensystem. Commander Una Chin-Riley (Rebecca Romijn) begibt sich mit einer kleinen Crew auf einen der Planeten, um dort nach Iridium für ihren Antrieb zu suchen. Derweil die zurückgebliebene Enterprise-Mannschaft auf ein Mal auf anderes intelligentes Leben stößt. Und feststellen muss, dass sie sich im Sonnensystem vor über 65 Millionen Jahren befinden.
Bitte Wissen über Bord werfen
Und wieder ein Mal steht gefühlt die gesamte Existenz auf dem Spiel. Weil entweder die Enterprise schafft es, das Abenteuer zu überstehen, ohne die Zeit zu verändern. Oder sie schaffen dies eben nicht und alles wird anders. Kleiner geht es natürlich nicht!
Aber das ist eben auch Star Trek. Und zum Staffelauftakt, vor allem zum Auftakt einer Season, die vieles besser machen muss, als die dritte, ist das große Drama vielleicht nicht verkehrt. Und man muss der Episode zu Gute halten, dass sie es schafft, einen über lange Zeit bestens zu unterhalten.
Im Grunde genommen gilt es hier, das Vorabwissen, dass die Crew der Enterprise erfolgreich sein wird, über Bord zu werfen. Denn dann kann man diese Folge auch prima genießen. Und vor allem ebenso die kleinen Charaktermomente bewundern, von denen es einige gibt.
Kleine, aber schöne Momente
So wird eine Rivalität zwischen Montgomery Scott und Erika Ortegas aufgebaut. Oder Una Chin-Riley wünscht sich eine Beförderung. Oder Uhura kriegt eine vulkanische Kadettin zu gewiesen, der sie als Mentorin beistehen soll. Oder, oder, oder…
Es hat den Eindruck, als ob die Macher der Serie versuchen wollen, die Fehler der dritten Staffel zu vermeiden. Dementsprechend liegt der Fokus weniger auf interpersönlichem Drama. Als vielmehr zu zeigen, dass dies Individuen mit persönlichen Wünschen sind, die mit Spaß bei der Sache sind.
Das Abenteuer im Sonnensystem der Vergangenheit ist ebenfalls wieder eine Zurückbesinnung auf die Wurzeln der Serie. Dass es hier um seltsame Welten und Zivilisationen geht. Von denen es jede Woche eine neue gibt.
Eine gemeinsame Basis finden
Interessant ist dabei, wie Captain Pike versucht, mit der Marsianerin Cassel eine gemeinsame Basis aufzubauen. Hier zeigt sich, dass auch wenn sie ähnlich aussehen, die Mentalitäten vollkommen unterschiedlich sind. Cassel ist zwar gegenüber der Philosophie und den Ansichten der Föderation offen. Doch am Ende ist sie eben in einer Welt groß geworden, die ständig im Krieg mit den Dol’drm liegt, einer insektoiden Spezies, mit der sich anscheinend nicht reden lässt.
Auch hier kann die Episode glänzen. Eben weil Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen offensichtlich werden. Man merkt richtig das Bedürfnis von Captain Pike, mit der anderen Seite eine gemeinsame Basis zu finden. Ihnen die Vorzüge und Stärken der Föderation näherzubringen. Und für einen kurzen Moment scheint es auch so, als ob er damit Erfolg hätte.
Doch dann fliegt im finalen Akt der Folge alles auseinander. Was vor allem daran liegt, dass der Captain eine Entscheidung trifft, die so gar nicht zu den Idealen der Föderation passt. Nur um ihm dann im Nachhinein quasi eine Absolution zu erteilen, also seine Aktionen für richtig erklärt werden. Das lässt einen schon schwer schlucken, weil es so absolut gar nicht passt.
Und wieder die Vulkanier
Und die Serie hat ein Problem mit Vulkaniern. Denn mit A’Sha wird eine Kadettin eingeführt, die im Prinzip genauso dargestellt wird, wie der Großteil der anderen Vertreter ihrer Spezies in dieser Serie zuvor auch. Sie wirkt kühl, arrogant und überheblich. Und diese Darstellungsweise nervt, weil sie gefühlt bei jedem Auftritt dieser Spezies mit dem Holzhammer gebracht wird. Und mittlerweile nutzt es sich ab. Es ist nichts mehr Neues!
Ich hätte mir wirklich einen Auftakt gewünscht, der besser ist. Aber vielleicht wird dies ja noch in der kommenden Staffel werden. Man soll und darf hat die Hoffnung nicht aufgeben.
Info
Regie: Chris Fisher
Drehbuch: Akiva Goldsman & Henry Alonso Myers
Geschichte: Henry Alonso Myers & Alan B. McElroy
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
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