Pünktlich zur Staffelhalbzeit werden wieder Vorbereitungen für die zweite Hälfte getroffen.
Ein Gang zurück
Arius (Graham McTavish) wird von Vergil (Robbie Daymond) bedroht, der in die Kommandozentrale von Darkcom eingebrochen ist. Doch da der Besitzer der Firma die Kraft des Kelches absorbiert hat, kann er den Bruder von Dante problemlos festsetzen. Dank seiner Gehilfin Chi (Salli Saffioti) kann er auch etwas Blut von Vergil einsammeln, ehe Dante (Johnny Yong Bosch) und Mary (Scout Taylor-Compton) eingreifen. Er verliert in dem anschließenden Kampf einen Arm, weshalb er und Chi sich zurückziehen müssen.
In seinem Versteck sinniert er über seine Vergangenheit nach. Als Kind wurde er, trotz seines Ideenreichtums wiederholt von seinem Vater geschlagen, ehe er sich schließlich rächen konnte. In der Gegenwart nutzt er derweil eine Chance, um offene Rechnungen zu begleichen und einen Widersacher aus dem Weg zu räumen.
Mit Eine Grube der Schlangen hat die zweite Devil May Cry-Staffel die Halbzeit erreicht. Und nach einem actiongeladenen Auftakt wird jetzt verhältnismäßig ein Gang zurückgeschalten. Derweil gleichzeitig auch jede Menge Vorbereitungen für die noch kommenden vier Episoden getroffen werden.
Charakterentwicklungen
Dabei baut diese Folge vor allem zwei Charaktere aus, in dem man einiges aus ihrer Vergangenheit erfährt. Zu Beginn, im Prolog, sieht man, wie Vergil von Mondos und dessen Leuten trainiert wird, bis er zu der emotionslosen Waffe wird, die er ständig sein sollte. Danach, über die restliche Episode verteilt, erhält man einen Einblick in die unglückliche Kindheit von Arius, der von seinem ständig besoffenen Vater geschlagen wird. Obwohl er bereits als Junge sich als ein Genie entpuppt hat. Doch seinen Vater, der sein miserables Schicksal als gottgegeben akzeptiert hat, interessiert das nicht.
Außerdem erfährt man, dass Arius in Wahrheit für einen anderen arbeitet, für den, in seinen Augen, wahren Herren der Hölle, der weggesperrt ist. So kriegt man des Weiteren mit, dass der Eigentümer von Darkcom an dem wahren Chaos interessiert ist, weil er so meint, dass die Menschheit ihre Ketten endlich ablegen kann.
Man sieht, es wird in dieser Folge einiges an Lore, an Hintergrundinfos eingeführt. Stellenweise ist es schon fast zu viel des Guten, weil man ja außerdem auch noch mit anderen Enthüllungen und Plottwists fertig werden muss. Vielleicht wäre es besser gewesen, all diese Infos nicht in einer einzigen, sondern aufgeteilt über mehrere Episoden zu zeigen. Denn so entsteht die Befürchtung, dass die kommenden Folgen sich mehr mit dem Fallout der Ereignisse beschäftigen und nicht weitere Hintergrundinfos präsentieren.
Ein Ableben als Ausrufezeichen
Dabei sind diese Enthüllungen nicht schlecht. Klar, Arius Kindheit ist klischeehaft. Doch die Figur hat genügend Charisma, um das wunderbar auszugleichen. Und man sieht ja auch im Laufe der Folge, dass er ein intelligenter und gefährlicher, aber ebenso kaltblütiger Antagonist ist. Was man ja unter anderem daran sieht, wie er mit seinen Darkcom-Kräften den US-Präsidenten aus dem Weg räumt und dies damit kommentiert, dass dessen Ableben zwar nicht geplant, ihm aber trotzdem nur recht kommt.
Der Tod von Präsident Hopper ist dann auch ein kleines Ausrufezeichen. Nicht, dass man diese Figur vermissen möchte. Überwiegend wurde er als skrupelloser, allerdings ebenfalls irgendwo ignoranter Volltrottel dargestellt, der von Baine an der Nase herumgeführt wurde. Aber sein Ableben ist am Ende doch etwas anderes, da hier ein Staatsoberhaupt getötet wird.
Dante, Vergil und Mary kriegen in dieser Folge auch genügend zu tun. So entsteht zwischen den dreien eine fragile Allianz, bei der Vergil auf seinen älteren Bruder immer noch nicht gut zu sprechen ist. Derweil Mary brutal vorgeführt wird, was sie alles getan hat und wofür sie eigentlich verantwortlich ist.
Schlechte und merkwürdige Entscheidungen
Interessant ist das Ende der Folge. Wo Vergil die beiden anderen woanders hinschickt, derweil er sich Arius alleine stellt. Und wo Mary auf Grund einer Enthüllung von Dante ihm körperlich sehr nahe kommt und dabei etwas macht, was sie vermutlich direkt in der nächsten Folge wieder bereuen wird.
Leider leiden diese Szenen unter der nicht ganz so gelungenen Musikauswahl. Sie werden von My Immortal von Evanascene unterlegt, was sich leider stellenweise mit dem Geschehen deutlich beißt. Besser wäre es, andere Musik zu wählen.
Auch gibt es einige Passagen, wo man deutlich merkt, dass hier auf CGI-Hintergründe zurückgegriffen worden ist. Das sieht nämlich leider alles andere als gut oder überzeugend aus. Es wirkt sehr willig.
Es ist schade, dass diese Folge das Niveau der Vorgängerfolge nicht halten konnte. Aber sie ist unterm Strich immer noch gut genug, um zu überzeugen.
Info
Drehbuch: Story von Adi Shankar, Geschrieben von Adi Shankar, Keely Macdonald und Alex Larsen
Showrunner: Adi Shankar
Regie: Han Seung Woo
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- Devil May Cry – 12 – Eine Grube der Schlangen - 4. Juni 2026
- Avatar: Der Herr der Elemente – 59 – Zosins Komet: Teil 2: Die alten Meister - 3. Juni 2026
- Peacemaker – 16 – Doppel Nelson - 3. Juni 2026

