[TOS 069] Wen die Götter zerstören

Lesezeit circa: 7 Minuten

In Wen die Götter zerstören hat ein Gestaltwandler eine Heilanstalt für Geisteskrankheiten unter Kontrolle.

Handlung

Kirk (William Shatner) und Spock (Leonard Nimoy) beamen zu einem Sanatorium für die letzten fünfzehn geistig Erkrankten auf Elba II, wo sie ein Heilmittel abliefern sollen und werden vom Leiter der Anstalt, Dr. Cory (Key Luke), in Empfang genommen. Es stellt sich heraus, dass vor kurzem ein gewisser Garth von Izar (Steve Ihnat) aufgenommen wurde. Kirk äußert Bewunderung, Garth ist ein berühmter Raumschiffkapitän, der nach einem Unfall zwar von den friedlichen Antosianern gesund gepflegt wurde, sich jetzt jedoch für den Herrscher des Universums hält.

Kirk möchte Garth besuchen. Doch stattdessen befindet sich Dr. Cory in Garth‘ Zelle. Der vermeintliche Dr. Cory, der Kirk und Spock begrüßt hatte, ist in Wirklichkeit Garth, der durch die Behandlung bei den Antosianern deren Fähigkeit, die eigene Gestalt zu wandeln, erworben hat. Er überwältigt Kirk und Spock und befreit alle weiteren Patienten. Dann versucht er in Kirks Gestalt auf die Enterprise zu gelangen, allerdings beamt Scotty (James Doohan) ihn nicht hoch, da Garth das vereinbarte Codewort nicht kennt.

Da Kirk beharrlich schweigt, lässt Garth einen modifizierten Behandlungssessel bringen, mit dem er Dr. Cory foltert. Anschließend führt die schmerzhafte Prozedur mit Kirk durch, erfährt trotzdem nicht das Codewort. Auf der Enterprise wird Scotty misstrauisch und vermutet Schwierigkeiten auf Elba II. Er muss jedoch untätig bleiben, da das Kraftfeld um das Sanatorium herum jegliche Aktivität unterbindet.

Wen die Götter zerstören

Später, Kirk erholt sich von dem Martyrium, schleicht sich die Orionerin Marta (Yvonne Craig) zu Kirk, um ihm ihre Liebe zu gestehen. Dann geht sie überraschend mit einem Dolch auf den Captain los. Spock, der offenbar entkommen konnte,  geht im letzten Moment dazwischen. Anschließend schalten beide in der Kommandozentrale der Anstalt das Kraftfeld um die Station aus. Als sie zurück an Bord wollen, soll Spock das Codewort sagen – und weiß es nicht, weil er Garth ist. Kirk landet wieder in seiner Zelle.

Tags darauf krönt Garth sich zunächst zum Alleinherrscher des Universums und zeigt anschließend seine Macht, indem er Marta hinaus in die giftige Atmosphäre befördert. Kurz bevor die Orionerin erstickt zündet Garth den Sprengstoff in ihrer Halskette und tötet sie.

Spock überwältigt die Wachen und geht schnurstracks zur Kommandozentrale. Garth folgt ihm in Kirks Gestalt. Schließlich sieht Spock sich mit zwei Kirks konfrontiert und kann sie nicht voneinander unterscheiden. Er beschließt abzuwarten, da Garth eine fremde Gestalt nicht unbegrenzt lang aufrecht kann. Dabei kommt es zum Kampf zwischen den beiden Kirks. Schließlich schießt Spock auf den überlegenen Kirk und betäubt ihn.

Kirk und Spock beamen wieder an Bord, während Dr. Cory alle Patienten, inklusive Garth, mit dem neuen Medikament behandelt.

Wen die Götter zerstören

Rezension von Wen die Götter zerstören

Ein größenwahnsinniger Gestaltwandler ruft sich zum alleinigen Herrscher aus und will die Enterprise in seine Gewalt bringen. Das wäre die Folge in der kürzest möglichen Beschreibung und, ehrlich gesagt, viel mehr passiert auch nicht. Ich gebe unumwunden zu, dass ich mich mit Wen die Götter zerstören doch eher gequält habe. Der Plot ist nicht sonderlich aufregend und die Story plätschert vor sich hin ohne groß für Spannung zu sorgen. Stattdessen nimmt Garth mal diese, mal jene Gestalt an, hängt sich an einem Codewort auf und demonstriert ansonsten erfolgreich seinen Größenwahn.

Ein Sanatorium im All

Oder wie es bezeichnet wird, eine Heilanstalt für Geisteskranke, was kein besonders freundlicher Ausdruck ist. Man hätte es auch Psychiatrie nennen können. Anstalt klingt nach Zwang, Gefängnis, Einsamkeit. Aber gut, der Ausdruck dürfte den 60er Jahren geschuldet sein.

Dort nun leben die fünfzehn letzten psychisch kranken Personen der Föderation. Offenbar ist es gelungen, psychische Erkrankungen nahezu vollständig zu heilen. Die Bewohner von Elba II müssen daher entweder ganz harte Nüsse sein oder sehr gefährlich. Ansonsten wären sie nicht in Einzelzellen untergebracht. Darüber hinaus verhindert eine sehr giftige Atmosphäre das Überleben außerhalb der Anstalt. Das heißt im Klartext: Selbst wenn jemand das Kraftfeld überwinden würde, weglaufen wäre unmöglich. Für diese Leute soll es nun Hoffnung geben: Ein neues Medikament. Da zog ich bereits die Stirn kraus. Ein Medikament? Ein einziges? Für alle Krankheitsbilder? Das ist mir doch zu utopisch. Psychische Erkrankungen haben unterschiedliche Ursachen. Allein Depressionen können durch zig verschiedene Auslöser entstehen und erfordern daher unterschiedliche Behandlungsformen, auch auf medikamentöser Ebene. Die Patienten auf Elba II werden nicht alle das gleiche Krankheitsbild haben, wie sollen sie daher durch ein und dasselbe Medikament geheilt werden können?

Daneben finde ich die Darstellung der geistig Erkrankten eindeutig nicht als gelungen. Klischeehafte Verrückte, entweder gefährlich oder naiv, vorgeführt und gönnerhaft behandelt – wie nett. Auch dies wird der Entstehungszeit der Episode geschuldet sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies gleichermaßen noch so dargestellt würde, wäre Wen die Götter zerstören in unserer heutigen Zeit geschrieben worden – das hoffe ich zumindest. Krönung des Ganzen ist das typische Klischee des verrückt gewordenen Raumschiffkapitäns, was in TOS übrigens nichts Neues ist. Bereits Commodore Decker befand sich aufgrund traumatischer Erlebnisse in Planeten-Killer in einem geistigen Ausnahmezustand.

Wen die Götter zerstören

Doppelgänger

Doppelte Kirks sind bekannt. Bereits in Kirk : 2 = ? wurde er regelrecht in Gut und Böse aufgespalten und muss wieder vereint werden. In Der alte Traum dient er als Vorlage für einen Androiden, der seinen Platz einnehmen soll. Hier ist es nun ein Gestaltenwandler. In den Weiten des Universums und der Science-Fiction ist diese Idee gar nicht so abwegig. Auch später kommen in Star Trek Gestaltwandler vor, wie beispielsweise Odo (René Auberjonois) in Deep Space Nine oder Martia (Iman) in Star Trek VI – Das Unentdeckte Land.

Hervorzuheben ist das Spiel mit den Zuschauern, die nie wirklich wissen, ob sie gerade Kirk oder Spock sehen oder doch Garth in anderer Gestalt. Deses Versteckspiel holt die Episode ein wenig aus der Tiefe der Ödnis heraus. Denn leider ist sie das größtenteils: eher langweilig. Der Plot ist nicht überragend, die Handlungen reißen nicht mit und Garths selbstherrliche Litaneien machen dem Ganzen fast den Garaus.

Auch die Szene, in der Spock sich zwei Kirks gegenüber sieht, überzeugt wenig. Wo ist Spocks unbestechliche Logik geblieben? Die Idee, einfach den besseren Mann gewinnen zu lassen, ist alles, was dem Vulkanier dazu einfällt. Da hätte ich wirklich mehr erwartet.

Fazit

Bis auf wenige Spannungsmomente hat Wen die Götter zerstören wenig zu bieten.

Funfacts

  • Leonard Nimoy war mit der Darstellung Spocks alles andere als einverstanden. In einem Brief an Fred Freiberger (Produzent) und Douglas S. Cramer (Produktionsdirektor von Paramount Televison) beschreibt er Spocks Verhalten in der Szene, in der er die beiden Kirks voneinander unterscheiden soll, als unfähig und dämlich.
  • Yvonne Craig (Marta) ist bekannt als Batgirl aus der Serie Batman und dem Film Batgirl.

Der deutsche Titel

Wen die Götter zerstören entspricht dem originalen Titel Whom Gods destroy.


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Kirsten Pevestorf
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