Spotlight: Andy Serkis

Lesezeit circa: 5 Minuten

Der äußerst wandlungsfähige Andy Serkis ist nicht nur für seine Rolle als Gollum bekannt.

Er war der ebenso verschlagene wie bemitleidenswerte ehemalige Hobbit Sméagol, der sich in den Filmadaptionen von J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ aufgrund seiner Gier nach dem „Einen Ring“ in den animalischen Gollum verwandelt hat; er war der mutierte Schimpanse Caesar in der Remake-Trilogie von „Planet der Affen“; man kennt ihn auch als den brutalen Ulysses Klaue in „Avengers: Age Of Ultron“ sowie „Black Panther“ und für Star-Wars-Fans ist er der missgestaltete Oberste Anführer Snoke aus „Das Erwachen der Macht“ und „Die letzten Jedi“: Andy Serkis, sowohl bekannt als Schauspieler in seiner menschlichen Erscheinung als auch als Stand-In für berühmte computeranimierte Figuren, begeht heute seinen 56. Geburtstag.

Ein ungewöhnlicher Star

Andrew Clement „Andy“ Serkis, geboren am 20. April 1964 als Sohn einer Britin und eines Irakers armenischer Abstammung im englischen Ruislip Manor, zeigte schon sehr früh Interesse an der Schauspielerei. Auf der „Lancaster University“, an der er sich dem Fach „Independent Studies“ zuwandte, engagierte er sich bereits in der dortigen Theatergruppe und war seit 1985 am „Dukes Theatre“ in Lancaster tätig. Schon seit Mitte der 90er-Jahre war er in Filmen wie „Der Prinz von Jütland“ (1994), „Das fahle Pferd“ (1997) oder „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ (1999) zu sehen – seinen großen Durchbruch jedoch erlebte er als Platzhalter für eine computeranimierte Figur, der er dennoch in unvergleichlicher Weise seinen Stempel aufdrücken konnte.

Andy Serkis
Planet der Affen: Revolution

„Mein Schaaaatz!“

Ursprünglich hatte Andy Serkis der Figur des Sméagol/Gollum im ersten Der-Herr-der-Ringe-Film „Die Gefährten“ nur seine Stimme leihen sollen, doch aufgrund der überaus wandlungsfähigen Körpersprache des Darstellers engagierte Regisseur Peter Jackson Andy Serkis auch für die Bewegungsabläufe und die Mimik des bizarren Lebewesens. Obwohl dieses sich in den Filmen komplett computeranimiert präsentiert, ist Andy Serkis dennoch unschwer in ihm zu erkennen. Obwohl Serkis nach den drei Einzelfilmen von „Der Herr der Ringe“ auch in seiner normalen Gestalt als Schauspieler tätig blieb, spezialisierte er sich weiterhin auf die Arbeit als lebendes Vorbild tricktechnisch erschaffener Figuren.

Bereits 2005 sah man Serkis in Peter Jacksons Nachfolgeprojekt „King Kong“ in der Titelrolle, 2008 als den bösen Capricorn im Film „Tintenherz“ basierend auf dem Roman der deutschen Autorin Cornelia Funke. In Filmen wie „Prestige – Die Meister der Magie“ (2006) oder „Brighton Rock“ (2010) bekam man Andy Serkis in seiner menschlichen Erscheinung zu sehen, wobei er vorwiegend unsympathische Charaktere besetzt. 2012 kehrte er für „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ noch einmal in der Rolle des Gollum zurück.

„Nenn mich Caesar!“

2011 gelang dem Film „Planet der Affen: Prevolution“ der erfolgreiche Neustart der ikonischen Filmreihe aus den 60er- und 70er-Jahren, was nicht zuletzt an Andy Serkis lag: Seine Darstellung des mutierten, immer intelligenter werdenden Schimpansen Caesar hob den Film weit über das Niveau sonstiger Reboots hinaus und ließ die Zuschauer durch Serkis‘ sensible Darstellung mitfiebern. Serkis spielte die Rolle auch in den beiden Fortsetzungen „Planet der Affen: Revolution“ (2014) und „Planet der Affen: Survival“ (2017) und bislang unbestätigten Gerüchten zufolge soll Andy Serkis auch in einem eventuellen vierten Teil der Reihe wieder mit von der Partie sein.

Weit weniger sympathisch hingegen war Serkis‘ Darstellung des mit einem künstlichen Waffenarm versehenen Comic-Bösewichtes Ulysses Klaue im 2015 entstandenen MCU-Film „Avengers: Age Of Ultron“, die er 2018 in „Black Panther“ ein weiteres Mal darbot.

Andy Serkis
Star Wars Episode VIII – Die letzten Jedi

Ein Star-Wars-Spoiler

Andy Serkis Star-Wars-Rolle als der mysteriöse Snoke, seines Zeichens der der dunklen Seite der Macht verfallene Oberste Anführer des Imperiums-Nachfolgers Erste Ordnung, gestaltete sich zu einem witzigen Mini-Spoiler: Obwohl im Vorfeld des Kinostarts von „Das Erwachen der Macht“ noch nicht offiziell bekanntgegeben worden war, dass Andy Serkis darin mitwirken würde, erkannten seine Fans trotz allen Verstellens seine charakteristische Stimme im Trailer zum Film, in dem Snoke zu hören ist.

Serkis war auch im Nachfolger „Die letzten Jedi“ von 2017 als Snoke zu sehen, über den man im Gegensatz zu anderen Star-Wars-Charakteren kaum etwas erfuhr. Erst im abschließenden Teil der Saga, „Der Aufstieg Skywalkers“, ist andeutungsweise zu erfahren, dass Snoke wohl ein von Imperator Palpatine geschaffener, von der dunklen Seite der Macht beseelter Klon gewesen ist.

Andy Serkis neuestes Projekt ist übrigens keine Filmrolle, sondern eine Inszenierung (durch die Filme „Solange ich atme“ von 2017 sowie „Mogli – Legende des Dschungels“ von 2018 verfügt er über entsprechende Erfahrung): Er wird bei der Fortsetzung der düsteren Comic-Verfilmung „Venom“ mit Tom Hardy (Shinzon aus „Star Trek Nemesis“) in der Hauptrolle Regie führen, welche 2021 in die Kinos kommen soll. So wie man Andy Serkis kennt, wird er jedoch zumindest für eine oder zwei kleinere Szenen auch selbst vor die Kamera treten.

Happy Birthday!

Seinen heutigen Geburtstag wird der privat sehr sympathische und kein bisschen unheimliche Ausnahme-Mime zusammen mit seiner Frau Lorraine Ashbourne, seiner Tochter und seinen zwei Söhnen verbringen. Wir wünschen Gollum/Caesar/Snoke das obligatorische „May the Force be with you!“

„I do feel incredibly liberated when I’m inside another’s skin, basically, and so method does afford you that, hugely.“

Andy Serkis im Web

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Thorsten Walch

Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im letzten November im Mülheimer iFuB-Verlag erschienen ist. Bei warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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