Wie wird der Abschluss dieser so gelungenen Serie werden? Kann er das hohe Niveau der vorigen Episoden halten?
Das Ende
Feuerlord Ozai (Mark Hamill) hat Aang (Zach Tyler Eisen) in die Ecke getrieben. Der Avatar versteckt sich in einer Felsenkugel, die der Feuerbändiger mit immer stärkeren Attacken malträtiert. In einem finalen Angriff zerstört er die Kugel, doch der Rückschlag treibt Aang zurück, so das eine kleine Felsenspitze, die Narbe trifft, die seine Chakras blockiert. Womit diese wieder frei sind und er den Avatar-Zustand erlangen kann. Wodurch sich das Blatt wendet.
Seine Freunde sind derweil nicht untätig. Sokka (Jack DeSena), Suki (Maria Zhang) und Toph (Michaela Jill Murphy) sabotieren die Luftschiffflotte der Feuernation. Unterdessen greift Katara (Mae Whitman) in dem Duell zwischen Zuko (Dante Basco) und Azula (Grey DeLisle) ein, als der junge Prinz eine für sie bestimmte Attacke abblockt. Kann sie die Auseinandersetzung entscheiden?
Ein wenig Bammel hatte ich vor dem Zuschauen schon. Denn bis auf wenige Ausnahmen war die Avatar: Der Herr der Elemente-Reihe durchweg allerbeste Unterhaltung. Doch mit Avatar Aang sollte sie zu Ende gehen.
Am Ende bleibt Aang sich selber treu
Der Titel ist sicherlich nicht zufällig gewählt worden. Im Gegenteil: Er passt perfekt zum Inhalt der Episode. Denn in dieser hat man das Gefühl, das Aang endlich und endgültig in seiner Rolle als Avatar angekommen ist. Und das zu einem durchaus passenden Zeitpunkt. Denn das Duell gegen Ozai steuert auf seinen Höhepunkt zu.
Natürlich ist es ein passender Zufall, dass die Attacke des Phoenix-Herren dafür sorgt, dass Aang wieder in den Avatar-Zustand kommen kann. Aber ich denke, es fiel den Drehbuchautoren keine andere Möglichkeit ein, um das Duell zu wenden. Denn das lief ja sehr einseitig ab. Im Prinzip konnte Ozai den jungen Luftbändiger vor sich her treiben, wie er wollte. Etwaige Gegenangriffe waren ungerichtet und wirkungslos. Was ein Zeichen dafür war, dass Aang am Ende des Tages zwar alle vier Elemente beherrschte. Er aber im Kräfteverhältnis keine Chance gegen seinen Gegner hatte.
Und eben deshalb war diese Wende, dieser wiedererweckte Avatar-Zustand für Aang und den Plot auch so wichtig. Weil so vernünftig das Ende herbeigeführt werden konnte. Das beweist, dass Aang sich am Ende selber treu bleibt.
Gewinnt am Ende das Böse?
Gemeint ist damit, dass er in dem Moment, wo er Ozai besiegt hat, ihn nicht tötet, sondern bewusst den Avatar-Zustand verlässt. Um den Phoenix-Lord dann mit dem neu erlernten Energie-Bändigen dessen Bändigungskräfte zu nehmen und ihn so zu besiegen, ohne ihn zu töten. Man muss betonen, dass dieses Ende genial ist. Weil die Macher der Serie damit zeigen, dass Aang zwar wieder Avatar ist. Er aber am Ende seinen eigenen Idealen folgt und so das umsetzt, was seine Ideale als Luftbändiger sind.
Es ist ein großartiges Ende, welches auch visuell umwerfend umgesetzt wurde. Denn für einen Moment hat man Angst, dass Aang am Ende doch noch verliert, dass ihn das Böse von Ozai überwältigt. Nur um anschließend zu feiern, als er dann dennoch die Oberhand gewinnt.
Nicht, dass dadurch die anderen zurücktreten. Im Gegenteil: Sie erhalten ebenfalls jede Menge Gelegenheit, wo sie glänzen können. So sieht man, wie Sokka, Suki und Toph die Luftschiff-Flotte der Feuernation lahmlegen, auch wenn dies nur unter erheblichen Anstrengungen und Opfer möglich ist. Derweil Katara das Duell gegen Azula übernimmt und diese besiegt. Wobei man am Ende einmal mehr Mitleid mit der Prinzessin hat. Da sie nämlich einen kompletten psychischen Zusammenbruch erleidet, weil sie mit der Niederlage und mit allem anderen, was in der letzten Zeit geschehen ist, nicht fertig wird.
Ein wohlverdientes Wohlfühlende
Und dann ist da das Ende. Es ist natürlich ein Wohlfühlende. Aber ein hart verdientes. Das gleichzeitig viel Potenzial für die Zukunft hat. So beispielsweise, als Zuko seinen Vater im Gefängnis aufsucht, um ihn nach dem Verbleib seiner Mutter zu fragen. Man erhält hier keine Antwort. Die Auflösung gab es erst in den Comics. Stattdessen sollte es für die nächste Serie in die Zukunft gehen. Denn die Nachfolgeserie, soviel wurde einige Zeit später bekannt, sollte den nächsten Avatar als Protagonisten haben. Und ob der oder die es schaffen würde, in die Fußstapfen von Aang treten zu können, würde sich dann zeigen.
Es ist ein runder und wunderbare Abschluss.
Info
Regie: Joaquim Dos Santos
Drehbuch: Michael Dante DiMartino & Bryan Konietzko
Showrunner: Michael Dante DiMartino, Bryan Konietzko
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