Mit dieser Folge wird es wieder gruselig. Wobei sich hier noch nicht mal ansatzweise bemüht wird, ausgetretene Pfade zu verlassen.
Erneuter Horror
James T. Kirk (Paul Wesley), La‘an Noonien-Singh (Christina Chong) und Spock (Ethan Peck) waren gemeinsam auf einer Konferenz und sind jetzt auf der Rückreise. Doch dann empfangen sie ein verzerrtes Notsignal, dem sie nachfolgen. Es stellt sich heraus, dass es von der U.S.S. Griffin stammt, die vor einigen Jahren mit 100 Mann Besatzung urplötzlich verschwand.
Das Trio beamt sich an Bord des Schiffes und findet es vollkommen leer vor. Oder auch nicht, da Kirk das Schreien eines Babys hört und sie kurz darauf eine merkwürdig aussehende Offizieren sehen, die dann allerdings spurlos verschwindet. Auf der Krankenstation finden sie leere Leichensäcke vor, weshalb die Sicherheitsoffizierin der Enterprise beschließt, dass sich das Trio aufteilt. Doch das erweist sich im Nachhinein als ein Fehler.
Mit Der Griffin-Vorfall hat man als Zuschauer wieder eine Horror-Folge vor sich. Wobei man es dieses Mal nicht mit Weltraum-Zombies zu tun hat, wie man sie aus Shuttle nach Kenfori her kennt. Stattdessen steht hier ein Mysterium um ein offenkundig verlassenes Raumschiff im Raum, dass sich nach und nach als heimgesucht herausstellt und den Besuchern nach dem Leben trachtet.
Das Rad wird nicht neu erfunden
Natürlich ist dies ein Plot, der bereits schon oft und gerne von Horror-Filmen verwendet worden ist. So gesehen erfindet diese Folge das Rad nicht neu. Und man hat ebenso nicht das Gefühl, dass hier auch nur ansatzweise versucht wird, einen neuen Ansatz reinzubringen. Stattdessen entwickelt sich die Geschichte vorhersehbar.
Das hätte leicht dazu führen können, dass die Folge wieder ein ähnlicher Reinfall hätte werden können, wie „Valles Marineris“. Doch zum Glück sorgen viele Elemente, viele Kleinigkeiten dafür, dass dieses Manko zwar ins Gewicht fällt. Aber nicht so sehr!
Zu den Kleinigkeiten zählt unter anderem die Tatsache, dass hier ein logisches Argument dafür gefunden wurde, wieso James T. Kirk Teil der Handlung ist. Das war ja in der dritten Staffel nicht immer der Fall. Auch wird hier eingebaut, dass Kirk zu jener Zeit verheiratet und Vater war. Was man damals ja erst nachträglich in Star Trek II erfuhr.
Es wird blutig
Die Episode schafft es dabei gelungen, eine Atmosphäre des Horrors aufzubauen. Nach und nach wird enthüllt, was mit der Besatzung passiert ist. Aber es wird nicht alles aufgeklärt! So erhält meine Erklärung dafür, was genau die Ursache für die Phänomene an Bord der Griffin ist. Es ist da und sorgt für Tote. Ohne, dass man weiß, woran es liegt. Und das ist, finde ich, einer der besten Teile der Episode, weil nicht immer alles erklärt oder gerechtfertigt werden muss.
Dabei hält sich diese Folge für Star Trek-Verhältnisse nicht zurück. Man sieht beispielsweise, wie Spock ein Teil seiner Ohren abgeschnitten wird. Oder ein Captain Christopher Pike sich willentlich Finger abhakt. Es wird also blutig und brutal. Allerdings nicht so sehr, dass die Episode jetzt USK 18 ist. Die Altersfreigabe ist für ab 16 Jahre.
Interessant ist, wie die Folge auch mit den Erwartungen des Zuschauers spielt. Vor allem eine Entwicklung zeigt richtig, dass die Macher der Episode ihren Spaß dabei hatten, den Zuschauer aufs Glatteis zu führen. Weil man hier wirklich das Gefühl hatte, dass hier für einen kurzen Moment alles gut wird. Nur um dann später entsetzt festzustellen, dass dem nicht so ist.
Da wird etwas vorbereitet
Das Ende wirkt dann natürlich nach Friede, Freude, Eierkuchen. Und doch wird hier angedeutet, dass es für einige Figuren Konsequenzen hat. Spock besinnt sich wieder mehr auf die Logik, womit für ihn der Pfad zu seiner Darstellung in TOS vorbereitet worden ist. Derweil La‘an meint, den Geist zu sehen, der alles ausgelöst hat. Eventuell wird das eine ähnliche Dynamik entwickeln, wie Ortegas Gorn-Phobie aus der letzten Staffel. Nicht, dass die Figur dies nötig hätte, da sie, anders als die Pilotin, deutlich mehr Präsenz in der Serie hatte.
Es ist jetzt keine Folge, die das Rad neu erfindet oder sich zutraut, neue Wege zu gehen. Aber die Charakterisierungen und andere Kleinigkeiten machen dieses Manko fast wett.
Info
Regie: Axelle Carolyn
Drehbuch: Kathryn Lyn
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
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Warpskala
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