Nach zwei handfesten Überraschungen entwickelt sich diese Folge zu einer, an deren Ende man erst mal wie geplättet ist.
Sprengstoff
Demerzel (Laura Birn) gesteht Zephyr Vorellis (Rebecca Ineson), dass sie es vor 300 Jahren war, die den Anschlag auf die Sternenbrücke organisiert hatte. Ihre Motivation war, dass sie hierdurch das Imperium stärken wollte. Doch ihre Beichtschwester vermutet etwas anderes. Sie meint, dass die Androidin dadurch sich weiter fortentwickeln wollte. Was diese vehement verneint.
Wobei es allgemein aktuell nicht gerade rund läuft. Bruder Tag (Lee Pace) ist wegen ihrer Entscheidung, seine Geliebte fortzuschicken, immer noch angefressen und bereitet alles für seine Flucht vor. Derweil Bruder Morgen (Cassian Bilton) sich undercover mit Gaal (Lou Llobell) trifft, während die Botschafterin (Cherry Jones) der ersten Foundation ein Treffen mit Bruder Dämmerung (Terrence Mann) arrangiert. Denn sie hat erfahren, dass das Imperium einen Primärradianten im Besitz hat und will gemeinsam mit Cleon XXIII diesen studieren.
Die ersten Minuten von Die Melodie des Maultiers bieten jede Menge Sprengstoff. Da ist zum einen die Enthüllung, dass Demerzel für die Vernichtung der Sternenbrücke verantwortlich war. Und zum anderen die Tatsache, dass man erfährt, dass Han Pritcher seit kurzer Zeit eine Beziehung zu Gaal Dornik hat. Beides Tatsachen, die einen erst mal schlucken lassen. Weil sie einiges an Tragweite haben.
Kopfschmerzalarm
Vor allem die erste Enthüllung ist eine, wo man nicht so recht weiß, wie man sie für sich einsortieren soll. Einerseits ist sie natürlich stark und bietet viel Potenzial für die kommenden Handlungen. Anderseits kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass sich hier die Serie selbst ein Bein gestellt hat. Dass sie hier um der Tragweite der Enthüllung willen einen Retcon eingebaut haben, der im Prinzip für einiges an Kopfschmerzen sorgt.
Denn im Grunde genommen hat Demerzel hiermit gegen ihr nulltes Gesetz verstoßen: Sie hat damit dem Imperium mehr geschadet als genützt. Nur dass dies für sie keine Konsequenzen hat, jedenfalls keine wahrnehmbaren. Es wird allerdings eine potenzielle Erklärung dafür geliefert. Nämlich die, dass sie sich hiermit weiterentwickelt hat oder weiterentwickeln wird. Ob dem wirklich so ist, bleibt aktuell unklar. Weshalb dieser Plot einen ebenfalls mit gemischten Gefühlen zurücklässt.
Was auch für die Beziehung zwischen Han Pitcher und Gaal Dornik gilt. Hier ist das Problem, dass diese Enthüllung sehr plötzlich daher kommt und nicht wirklich irgendwie vorher aufgebaut oder angedeutet wurde. Nichts gegen die Beziehung an sich, Gaal hat das redlich verdient. Aber ist dann doch zu passend, dass ihr aktueller Geliebter ausgerechnet der oberste Spion der ersten Foundation ist.
Spitzenklasse
Immerhin sind dies die beiden einzigen Plots, die einen stutzig machen. Ansonsten ist diese Folge wieder Spitzenklasse. Und hat vor allem am Ende zwei Entwicklungen, mit denen man so nicht gerechnet hat und die schon jetzt Spannung erzeugt, auf die kommenden Episoden.
Da ist zum einen, dass die erste Foundation davon erfährt, dass das Imperium den Primärradianten hat. Weshalb die Botschafterin mit Bruder Dämmerung diesen von Demerzel, deutlich gegen deren Willen, erhält und sie sich ihn beide angucken. Beide erkennen die drohende Katastrophe, können aber zunächst nicht damit anfangen.
Allerdings dürfte dies dann später noch wichtig werden. Wenn Bruder Dämmerung erstmal alleine regieren darf. Weil sowohl Bruder Morgen wie auch Bruder Tag am Ende der Folge sich vom Imperium entfernen.
Der Bastard ist immer noch da
Bei Bruder Morgen ist es die Begegnung mit Gaal, die dafür sorgt, dass er, eher widerwillig, Trantor verlässt. Aber sie verspricht ihm ja weitere Infos, wie man gemeinsam gegen das Maultier angehen kann. Dabei zeigt Gaal ihm auch, dass sie über außerordentliche Fähigkeiten verfügt.
Doch wo Bruder Morgens Abwesenheit noch darauf hindeutet, dass er wieder zurückkommen kann und will, ist es bei Bruder Tag nicht der Fall. Die ganze Folge merkt man seine Wut, seinen Hass auf Demerzel, auch wenn er diesen gut versteckt. Er befragt Cleon I über einen Feldzug, den er durchgeführt hat. Stiehlt später von Demerzel ein wichtiges Werkzeug. Und tötet bei seiner Flucht die Wache, die ihm diese ermöglicht hat. Nur um diesen dann mit seinen Nanobots vollzufüllen, damit er als Bruder Tag geortet werden kann.
Hier zeigt sich der alte Bruder Tag: Der Bastard, dem andere Leben egal sind, solange er das machen kann, was er will. Das war in der zweiten Staffel sein Untergang, weshalb es spannend ist, ob dies in dieser Season ebenfalls der Fall sein wird.
Am Ende bin ich mit den beiden Enthüllungen nicht sonderlich zufrieden, auch wenn sie natürlich für die laufende Season jede Menge Entwicklungspotenzial bedeuten.
Informationen
Regie: Roxann Dawson
Drehbuch: Jane Espenson & David Kob
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