Erneut funktioniert das Ende nur, wenn man nicht genauer darüber nachdenkt.
Ein uralter Gegner
Ein Kleinstverbrecher wird bei einem Museumsraub ermordet. Und an eine Wand wird mit Blut das Batman-Symbol gemalt. Für Mad Hattie (Laraine Newman) die perfekte Gelegenheit, Quote zu machen. Sie lädt zum einen Comissioner Gordon (Eric Morgan Stuart) zu sich ein. Und will anderseits versuchen, Batman (Hamish Linklater) als Gast zu haben.
Der Mord wurde von einer Gruppe von Anhängern einer Sekte durchgeführt. Diese glauben, dass der Fledermausdämon Barbathos unter Gotham schläft und sie ihn mit ihren Raubzügen und Bluttaten wieder aufwecken können. Ihr Anführer ist ein maskierter Mönch (Blythe Melin), der seine treuen Anhänger überall hat. Sogar bei Mad Hattie selbst.
Für Die Sekte des Dämons greift Batman: Caped Crusader tief in die Vergangenheit von dem dunklen Ritter. Denn der Mad Monk, wie der Anführer der Sekte in den Credits genannt wird, ist einer der ersten Schurken, denen Batman begegnet ist. Das war in Detective Comics #31 (1939). Er starb allerdings bereits eine Ausgabe später, da zur damaligen Zeit der Superheld nicht gerade zimperlich mit seinen Gegenspielern umging. Sein Kodex, dass er niemals ein Leben nimmt, entstand damals erst einige Zeit später.
Arschig, aber doch mutig
Barbathos ist ebenfalls ein bekannter Name. Auch wenn er hier nur durch den Raum geworfen wird, hat er vor ein paar Jahren Bruce Wayne ziemlich viel Kopfzerbrechen bereitet und war sogar mit verantwortlich dafür, dass Comicuniversum mal wieder eine enorme Wandlung durchmachte.
Die Story selbst lebt dabei davon, dass der Fokus der Geschichte mehr auf dem Verrückten Mönch, seinen Anhängern und Mad Hattie ist. Vor allem Letztere macht in dieser Geschichte eine enorme Entwicklung durch. Sie wird als skrupellose Moderatorin dargestellt, die ihre Angestellten wie Dreck behandelt und ihre treuen Zuschauer als Schafe bezeichnet. Sie ist mehr an der nächsten Kontroverse und an ihren Quoten interessiert, alles andere scheint ihr egal zu sein.
Doch anders, als andere vergleichsweise arschige prominente Figuren verliert sie nie die Fassung. Selbst dann, als sie entführt und gefesselt worden ist, bleibt sie die eiskalte und harte Frau. Das nötigt Respekt ab und lässt hoffen, dass sie weiter auftauchen wird, um eine Stimme gegen Batman und für Rupert Thorne darzustellen.
Fokus auf die Anhänger
Der verrückte Mönch erhält dabei im Vergleich nicht so viel Gelegenheit, sich zu entwickeln. Stattdessen liegt der Fokus auf seinen Anhängern, vor allem auf einen. Dieser wird als jemand dargestellt, der besonders treu ist. Dem aber auch gleichzeitig immer mehr Zweifel an der Mission kommen, die sie ausführen. Weshalb er von dem Mönch getötet wird, weil diese Zweifel dessen eigentlichem Vorhaben gefährlich wird.
Was das eigentliche Ziel ist, überrascht ehrlich gesagt niemanden, der dem, was die Anhänger machen, Aufmerksamkeit schenkt. Weil sie eben nicht nur Leute umbringen. Sondern ebenso Wertgegenstände stehlen. Die ihr Anführer hortet, angeblich, um sie Barbathos darzubringen.
Weshalb dann das Finale auch überwiegend nicht überrascht. Man ahnt, was kommt, welche Enthüllung es gibt und was Batman hierbei tun wird. Was in diesem Fall allerdings nicht negativ gemeint ist. Anders, als Treibstoff der Zukunft entpuppt sich Die Sekte des Dämons nicht so extrem nach Schema F aufgebaut, sondern bietet vor allem durch die Darstellung von Mad Hattie eine angenehme Abwechslung von der Norm.
Da muss bald was geschehen
Natürlich taucht auch wieder der Joker auf, der alles beobachtet. Hier muss allerdings so langsam etwas geschehen. Wir stehen kurz vorm Season-Halbfinale und bislang wurde er nur gezeigt, wie er Leute beobachtet. Ebenso, wie man einige seiner Opfer sehen konnte. Noch reicht das aus. Aber es wäre schön, wenn so langsam mehr geschieht. Wenn er seinen großen Auftritt nicht erst im Seasonfinale hat. Denn dann kann es gut sein, dass das zu spät ist. Allerdings ist dies nur eine Anmerkung, keine Kritik.
Hingegen das Finale des Plots um den verrückten Mönch, muss kritisiert werden. Weil es nur dann funktioniert, wenn die wichtigsten Beteiligten für einen Moment lang zu Salzsäulen erstarren. Wenn sie die Füße stillhalten, damit die Ereignisse rund um den Hauptschurken geschehen können. Und das ist ehrlich gesagt unglaubwürdig. Vor allem, weil dies jetzt schon das zweite Mal ist, das Batman anscheinend nicht mitkriegt, was um ihn herum passiert. Und das passt nicht zu der Figur.
Info
Drehbuch: Margaret Dunlap
Showrunner: Bruce Timm
Regie: Matt Peters
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