Im vierten Band wird es für Crissi sehr persönlich, als sich nach und nach eine Verbindung zu ihrer Familie herausstellt.

Anders, als die anderen
Crissi wird zwölf Jahre alt. Doch seit letztem Weihnachten ist ihr seltsam ums Herz. Weshalb sie sich freut, als sie mit ihrer Mutter für eine Woche lang verreist.
Zunächst erscheint alles bestens. Sie und ihre Mama werden eingeladen, ein Rätsel zu lösen. Wo sie schon bald auf ein großes Gemälde einer Frau stoßen, bei dem der Kopf fehlt. Gleichzeitig lernt Crissi den gleichaltrigen Marvin kennen und scheint etwas für ihn zu empfinden. Doch dann entwickelt sich der Fall in eine Richtung, mit der sie zu Beginn nicht gerechnet hätte. Und an dessen Ende ein schlimmer Vertrauensmissbrauch steht.
Die Göttin ohne Gesicht ist ein Crissis Tagebücher-Album, das anders ist. Zum einen, da hier auf Leute und Ereignisse der ersten beiden Bände zurückgegriffen wird. Und zum anderen, weil die Geschichte sehr emotional und persönlich ist.
Ein Wohlgefühl, dass sich in Drama auflöst
Dabei wird versucht, von Anfang an ein Wohlgefühl zu erzeugen. Zum ersten Mal erlebt man, wie Crissi und ihre Mutter gemeinsam ein Rätsel lösen. Dass sie zusammen Spaß haben. Dass dann ihre Freundinnen auch kurzfristig auftauchen, gehört mit dazu, ein Gefühl der Geborgenheit zu erschaffen.
Derweil im Hintergrund allerdings das wahre Mysterium aufgebaut wird. Es geht um ein Gemälde, bei dem der Kopf ausgeschnitten worden ist. Es geht um ein Rätsel, von dem sich später herausstellt, dass es nicht Teil einer Touristenattraktion ist. Und am Ende stellt sich heraus, dass eine bekannte Person Crissi als Marionetten benutzt hat, um ein eigenes Ziel zu erreichen.
Das Schlimme ist, dass diese Enthüllung auch Crissi mitnimmt. Weil sie zwischen zwei Fronten steht. Sie kann irgendwo beide Seiten verstehen und leidet insgeheim darunter, dass da dieser Streit ist und sie mit niemanden so wirklich darüber reden kann.
Man kann niemanden sauer sein
Die Situation wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn die Titelheldin nicht schon seit dem letzten Weihnachten seltsame Gefühle hat. Deren Ursache allem Anschein nach unter anderem die Tatsache ist, dass sie ihren Vater vermisst, der anscheinend aus ihrem Leben verschwunden ist, als sie ganz klein war. Was genau mit ihm geschehen ist, weiß man noch nicht. Aber es muss etwas gewesen sein, dass sich auch ihre Mutter ausgewirkt hat, wenn man ihre Reaktion in einer bestimmten Szene berücksichtigt.
Es ist das vielleicht emotionalste Album der gesamten Reihe. Einfach, weil hier so viel Gefühle im Spiel sind. Es herrscht ein wahrer Wirrwarr, weshalb man auch gut nachvollziehen kann, wieso die 12-jährige Crissi am Ende nicht mehr so richtig weiter weiß. Sie steckt in der Anfangsphase der Pubertät und damit in einer Phase ihres Lebens, in dem ihr emotionales Gleichgewicht sowieso schon außer Balance geraten ist.
Was noch betont werden muss, ist, dass man niemanden sauer sein kann. Jede Person, die für dieses Gefühlswirrwarr verantwortlich ist, hat ihre Gründe, ihre guten Gründe. Die sogar verdammt nachvollziehbar ist. Hier geschieht nichts aus böser Absicht. Vielmehr stecken hinter den Ereignissen fast immer nur gute. Die dann vielleicht deshalb böse angesehen werden, weil sie stellenweise ignorant oder egoistisch vorkommen.
Ein bockstarkes Album, bei dem man sich wirklich fragt, wie sich das auf die Kommenden auswirken wird. Denn es deutet alles darauf hin, dass es ab jetzt nur noch emotionaler wird.
Info
Story: Joris Chamblain
Zeichnungen: Aurélie Neyret
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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