Jessica Jones nimmt auf nichts und niemanden Rücksicht. Vor allem nicht auf sich selbst.
Fokus wieder auf Jessica
Jessica Jones (Krysten Ritter) kommt im Krankenhaus wieder zu sich und erfährt, dass ihr die Milz entfernt werden musste. Nach einiger Zeit wird sie, versorgt mit jeder Menge Medikamenten und strikten Anweisungen, wie sie diese zu nehmen hat, Hause entlassen. Nur um dort wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen, derweil sie versucht, mehr über den Fall herauszukriegen, in dem sich ihre Ziehschwester eingemischt hat. Doch der Rückfall in alte Gewohnheiten rächt sich sehr schnell.
Unterdessen erhält Malcolm Ducasse (Eka Darville) von Jeri Hogarth (Carrie-Anne Moss) einen neuen Auftrag. Er soll einen Juraprofessor abhören und versuchen, so Dreck über diesen herauszufinden. Natürlich tut die Anwältin dies nicht ohne Hintergedanken. Sie erhofft sich so, wieder an ihre alte Geliebte Kith (Sarita Choudhury) heranzukommen. Doch das Unterfangen könnte nach hinten losgehen.
Nachdem ja die letzte Episode der Serie Trish Walker-Zentrisch war, kehrt A.K.A. Ich habe keine Milz wieder zu Jessica Jones zurück. Die sich gewohnt „liebreizend“ zeigt. Sie schmollt herum, versucht ihren eigenen Kopf durchzusetzen und ist wie gewohnt sarkastisch. Kurz, eigentlich so wie üblich.
Grenzen werden aufgezeigt
Wäre da nicht die Tatsache, dass sie auf Grund des Messerangriffs am Ende der ersten Episode im Krankenhaus liegt und erfährt, dass sie ihre Milz verloren hat. Und dass sie jetzt ihr Leben umstellen muss. Sie soll mehr auf ihren Körper achten und ihn weniger strapazieren. Was bei ihr offensichtlich ins eine Ohr rein und ins andere wieder rausgeht.
Und doch zeigt diese Episode ihr ihre Grenzen auf. Man sieht ja förmlich, wie die Ringe unter ihren Augen immer tiefer werden und sie selbst immer blasser wird. Alles eindeutige Zeichen dafür, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung ist. Weshalb ihr Zusammenbruch im letzten Drittel der Folge entsprechend nicht so überraschend kommt. Immerhin ist die Ursache hierfür dann auch bekannt und lässt sich eigentlich schnell in den Griff kriegen. Vorausgesetzt, Jessica hört dieses Mal darauf.
Aber man kann ihr Verhalten irgendwo auch verstehen. Sie war es bislang gewohnt, ihren eigenen Kopf durchzusetzen, ihr eigener Herr zu sein. Doch das ist so nicht mehr möglich, wie sie ja jetzt schmerzhaft erfahren musste.
Etwas stimmt mit ihr nicht
Und Trish Walker? Man merkt in dieser Episode, wie sehr ihr ihre Arbeit als Moderatorin im Verkaufsfernsehen zu wider ist. Dass sie zwar einerseits da sehr erfolgreich drinnen ist. Aber dann, als sie wieder bei sich zu Hause ist, sich alle Klamotten angewidert vom Leibe reißt, um anschließend in ihre Detektivsachen zu schlüpfen und zu versuchen, ihrer Schwester nachzuahmen.
Und da gibt es eine interessante Szene. Denn als Jessica wieder auf der Straße unterwegs ist, um zu ermitteln, bemerkt sie, dass sie von ihrer Ziehschwester verfolgt wird. Und spielt deshalb mit ihr. Sie legt sie rein und verheimlicht Hinweise vor ihr. Bis sie dann auf einmal zusammenbricht. Trish eilt zwar sofort zu ihrer Hilfe und ruft einen Arzt herbei. Aber gleichzeitig filzt sie auch Jessicas Taschen, um den Hinweis zu finden, den sie für ihre Ermittlungen braucht.
Im Prinzip ist das ein guter Hinweis darauf, dass etwas mit Trish nicht stimmt. Früher, in den ersten beiden Seasons, hätte sie das nicht gemacht. Sie wäre bei Jessica geblieben und hätte versucht, sie zu unterstützen. Doch das ist ja dieses Mal nicht mehr der Fall. Stattdessen handelt sie egoistisch, was für sie sehr unüblich ist. Dies könnte der Beginn einer bedenklichen Entwicklung sein.
Alles Egoisten!
Nicht, dass sie dadurch irgendwie aus der Reihe tanzen würde. Im Prinzip sind alle Hauptcharaktere auf die eine oder andere Art Egoisten. Die einen mehr, die anderen weniger. Jessica ist es egal, was man ihr rät, sie will ihr eigenes Leben leben. Malcolm hingegen ignoriert die Sorgen seiner Geliebten. Doch am schlimmsten ist Jeri Hogarth dran. Die einmal mehr beweist, dass ihr alles egal ist, solange sie am Ende gut davon kommt.
Denn sie versucht, einen Keil zwischen ihrer ehemaligen Geliebten Kith und deren Ehemann zu treiben. In dem sie Malcolm anweist, Dreck über Letzteren herauszufinden. Derweil sie Kith selbst bei einer kleinen Musikstunde verführt. Doch am Ende zeigt sich, dass ihre Annahmen über die Ehe ihrer Ex völlig anders sind, als gedacht. Und ihr Plan droht zu scheitern. Was das dann für Auswirkungen hat, bleibt offen für die nächsten Folgen.
Insgesamt ist dies endlich wieder eine vergnügliche und starke Episode der Serie.
Info
Drehbuch: Lisa Randolph
Showrunner: Melissa Rosenberg, Scott Reynolds
Regie: Anton Cropper
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