Dante Valentine muss in einen wahren Höllenschlund, um den Auftrag zu erfüllen, den ihr der Teufel persönlich gab.

Cover © Egmont Lyx

Im Auftrag der Hölle

Dante Valentine war in die Hölle gelockt worden, ehe sie wieder auf die Erde geschickt wurde, mit einer Mission: Sie soll Eve aufhalten, die Tochter ihrer toten, besten Freundin Doreen. Nur, dass die Nekromantin das nicht gerne tun möchte.

Es gäbe eine Möglichkeit, den Herren der Hölle zu stoppen. Doch dazu muss sie eine Waffe finden, die einst von ihrem Geliebten Japhrimel in zwei Teile aufgeteilt und an geheimnisvollen Orten versteckt wurden. Ebenso erschuf er diverse Kopien zur Ablenkung. Da sie ihm nicht trauen kann, versucht Dante Valentine, die Mission alleine zu stemmen, auch wenn dies eine eigentlich unmögliche Aufgabe ist.

Höllenschlund ist der Abschluss der Dante Valentine: Dämonenjägerin-Reihe. Es ist kein rundes Ende, da es einige Kritikpunkte an Lilith Saintcrows Roman gibt. Gleichzeitig gibt es allerdings auch Aspekte, die einem gefallen.

Immer noch was Neues

Wer nach den letzten Romanen dachte, dass die Autorin für ihren Abschlussband nichts Neues mehr einführen würde, der wird eines Besseren belehrt. Anstatt die Story auf dem aufzubauen, was sie zuvor eingeführt hat, präsentiert sie dieses Mal etwas Neues. Etwas, was auch Japhrimel in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Dabei baut sie in Höllenschlund sehr auf Dantes Rolle als Hedeira auf. Man wusste, dass eine solche eine Art Geliebte eines Dämon ist und dass es wohl auch früher solche gab. Doch dass es von ihrer Art in vergangenen Zeiten gleich so viele gab, dass sie eine verborgene Siedlung gründen konnten, überrascht. Ebenso wie die Tatsache, dass die Bewohner dieser Siedlung von Japhrimel selbst umgebracht worden sind.

Das ist eine heftige Nachricht, die das Vertrauen von Dante in ihren Geliebten natürlich erschüttert. Und es verstärkt den Druck auf sie, dass sie endlich jene geheimnisvolle Waffe findet, mit der Luzifer angeblich getötet werden kann. Woraus sich eine spannend geschriebene Schatzsuche entwickelt, mit vielen überraschenden Plottwists.

Jede Menge Details, die einem nicht gefallen

Aber gerade dieses Vertrauen von Dante Valentine ist auch der größte Schwachpunkt von Höllenschlund. Wie schon in den letzten beiden Romanen so zeigt sie sich dieses Mal als extrem wankelmütig und emotional konfus. Sie trifft Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Das war zwar bereits früher eines ihrer herausragendsten Charaktermerkmale, doch dieses Mal ist es so extrem, dass es nur noch stört. Es irritiert einfach, dass sie so sehr Japhrimel misstraut, obwohl offensichtlich ist, dass er alles tut, um sie zu schützen. Ebenso wie sie versucht, Eve zu helfen, obwohl hier klar wird, dass diese sie nur manipuliert.

Ansonsten stört, dass zu Beginn des Romans angedeutet wird, dass Dante Valentine bei ihrem Aufenthalt in der Hölle vergewaltigt wurde. Lilith Saintcrow schreibt es nicht explizit aus, aber sie lässt viele Hinweise fallen, die darauf hindeuten. Womit sie zum Abschluss ihrer Romanreihe ein Klischee erfüllt, das einfach nicht sein muss. Nämlich dass starke Frauen unter anderem deshalb so stark sind, weil sie missbraucht worden sind.

Schade ist außerdem, dass aus dem, was der Teufel ihr in den Körper steckte, nichts gemacht wird. Es sorgt in Höllenschlund ein paar Mal für Unbehagen und wird dann irgendwann entfernt, ohne, dass es danach noch für irgendwelche Probleme sorgt. Angesichts der Tatsache, als wie wichtig das Objekt in dem Roman eingeführt wurde, enttäuscht diese Auflösung.

Am Ende ist dies ein enttäuschender Abschluss einer stark angefangenen Romanserie.

Info

Autorin: Lilith Saintcrow
Titel: Dante Valentine: Dämonenjägerin 05 – Höllenschlund
Originaltitel: To Hell and Back
Übersetzer: Katrin Mrugalla, Richard Betzenbichler
Verlag: Egmont Lyx
Erschienen: 07/2010
Einband: Taschenbuch
Seiten: 426
ISBN: 978-3-8025-8305-6

warpshop

Lust, unser Team zu unterstützen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.

Warpskala

Warpskala
6 10 0 1
6/10
Total Score
Götz Piesbergen
Letzte Artikel von Götz Piesbergen (Alle anzeigen)

Kommentar verfassen