Die zweite Season zeigt, dass die Helden eindeutig im Hintertreffen sind, auch wenn sie versuchen, sich einen Vorteil zu erarbeiten.
Nur wenig Zeit vergangen
Die erste Staffel von Daredevil: Born Again war nahezu ein Meisterwerk. Eine packende Story, mit einem unglaublichen Ende. Und man musste, was für Streamingzeiten ungewöhnlich ist, nicht zwei Jahre bis zur nächsten Season warten. Denn diese kam schon ein Jahr nach dem Staffel-Finale heraus. Und eine dritte Season ist bereits angekündigt.
Beim Cast gab es im Vergleich zur ersten Season nur wenige Änderungen. Jon Bernthal sollte nicht wieder auftreten, ebenso wenig wie Kamar de los Reyes. Neu hinzu kamen dagegen Matthew Lillard als der CIA-Agent Mr. Charles. Und Krysten Ritter sollte ihre Rolle als Jessica Jones erneut aufnehmen.
Wilson Fisk hat nahezu die völlige Kontrolle über New York. Er nutzt dies, um nach außen Propaganda über einige friedliche und saubere Stadt zu betreiben. Derweil er in Wahrheit weiter seinen schmutzigen Geschäften nachgeht.
Beunruhigende Parallelen
So schmuggelt er Waffen durch den New Yorker Hafen. Eine solche Schmuggeloperation wird durch Daredevil aufgehalten, doch kann der nicht verhindern, dass das Schiff mit der Schmuggelware bewusst versenkt wird. Eine Aktion, die weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Weil so auch Leute aktiv werden, die sich bislang zurückgehalten haben.
Was Dardedevil: Born Again beim letzten Mal schon ausgezeichnet hat, war diese Parallele zu realhistorischen Ereignissen. Die in diesem Fall ebenfalls weiter vorangetrieben werden. Und auch, wenn die Macher der Serie immer wieder behaupten, dass diese Ähnlichkeiten purer Zufall und nicht beabsichtigt sind, schenkt man diesen Beteuerungen spätestens nach der Enthüllung der von Fisk ins Leben gerufenen Organisation AVTF (Anti Vigilanten Task Force) keinen Glauben. Zu offensichtlich erinnert deren Konzept und deren Vorgehen an die Anti-Immigranten-Organisation ICE.
Es ist beileibe nicht das einzige Mal, wo man beim Schauen von Die Northern Star wegen den Übereinstimmungen mit der Realität beunruhigt ist. Zu sehen, wie Fisk sich immer mehr und mehr Freiheiten erarbeitet, wie er die Presse gleichschaltet und die Rechtsvertreter unter Druck setzt… All dies erinnert ebenfalls stark an das Vorgehen des momentanen US-Präsidenten.
Die Lage ist ernst, aber nicht komplett hoffnungslos
Und das Schlimme ist, dass man aktuell nicht sieht, ob und wie es den Helden irgendwie gelingen könnte, dagegen an zu kommen. Matt Murdock und Karen Page sind untergetaucht und können sich nur inkognito oder getarnt in die Straßen der Stadt wagen. Die ehemalige Geschäftspartnerin von Matt, Kirsten McDuffie, wird von der Gegenseite unter Druck gesetzt, dass sie sich gefälligst fügen soll. Und Cherry, der sich im Ruhestand befindliche Ex-Cop, der Daredevil unterstützt, wird am Ende in seinem eigenen Appartement von der AVTF überfallen. Kurz, es sieht nicht gut aus.
Und dann ist da noch die Tatsache, dass Matts frühere Geliebte, die Psychologin Heather Glenn, die Protokolle ihrer Sitzung mit Jack Duquesne überarbeitet, um ihn in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Wobei hier angedeutet wird, dass sie dies nicht nur macht, um der Staatsanwaltschaft einen Gefallen zu tun. Sondern ebenso, weil sie immer noch unter dem Traumata ihrer Entführung durch Muse leidet.
Und doch ist nicht alles hoffnungslos. Es gibt kleine Lichtblicke. Wie etwa, als man erfährt, das BB Urich in Wahrheit für die gute Seite arbeitet. Und dass diese allgemein noch einige Unterstützer haben.
Wer ist Mr. Charles?
Gleichzeitig werden aber auch einige andere, interessante Plots aufgebaut. Etwa, wenn der mysteriöse Mr. Charles auftaucht. Es ist nicht vollkommen klar, für wen er arbeitet. Es wird zwar an einer Stelle gesagt, dass er fürs CIA tätig ist. Doch das wirkt als Antwort zu offensichtlich. In jedem Fall scheint sein Arbeitgeber über jede Menge Macht und Einfluss zu verfügen. Genügend, um die Senatoren von New York an die Kandare zu nehmen, so das sie Wilson Fisk nicht in die Quere kommen.
Mr. Charles selbst wird von Matthew Lillard (Scream) wirklich sehr gelungen dargestellt. Hier ist jemand, der von Fisk und dessen Machenschaften unbeeindruckt ist. Der nach seinen eigenen Regeln spielt. Und den man besser nicht unterschätzen darf. Er ist bereits jetzt schon eine Figur, bei der man auf die künftigen Auftritte gespannt ist.
So oder so ist dies eine gelungene Auftaktfolge. Es werden jetzt nicht so sehr Plots für die kommende Season vorbereitet, als vielmehr überwiegend eine Art Bestandsaufnahme gemacht. Doch das reicht, um einen gespannt darauf zu machen, wie sich das jetzt noch weiterentwickeln wird.
Info
Drehbuch: Dario Scardapane
Showrunner: Dario Scardapane
Regie: Aaron Moorhead & Justin Benson
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