Die Champions des Erdenreiches müssen in das zehnte Turnier einziehen, in dem sich das Schicksal des Reiches entscheidet.
Handlung
Shao Khan (Martyn Ford) möchte die Reiche unter seiner Herrschaft vereinen, hierzu muss er zehn Turniere des Mortal Kombat hintereinander gewinnen. Er besiegt König Jerrod von Edenia im zehnten Turnier und nimmt seine Tochter Kitana (Adeline Rudolph) als seine eigene Tochter an. 20 Jahre später steht das zehnte Turnier gegen das Erdenreich an. Im Vorfeld (Mortal Kombat 2021) hatte die Outworld bereits das Feld der Verteidiger ausgedünnt, womit ein Ersatz benötigt wird. Die Wahl fällt ausgerechnet auf den abgehalfterten Martial-Arts-Schauspieler Johnny Cage, der seine besten Tage hinter sich hat. Lord Raiden (Tadanobu Asano) hat aber noch ein Ass im Ärmel…
Rezension
Ich war gespannt, wie der zweite Teil der Reihe aussehen würde. Im ersten Teil spielte das Turnier nur eine untergeordnete Rolle und die Rivalität von Sub-Zero und Scorpion – zwei der bekanntesten Videospielcharaktere – stand klar im Fokus. Anders als andere Kampfspiele erzählt Mortal Kombat aber eine größere Geschichte, das Turnier soll nicht nur den besten Kämpfer küren, es steht viel mehr auf dem Spiel. Dies kam im ersten Teil kaum zur Geltung, hier aber geht es endlich richtig los.
Und wir fangen gleich mit dem prominentesten Neuzugang an. Johnny Cage, gespielt von Karl Urban. Ich mag Urban als Schauspieler sehr und er bringt das angekratzte Ego eines abgehalfterten Stars auch verdammt gut rüber. Er passt auch wunderbar zu dem Johnny Cage, den uns der Film präsentiert – ein ehemaliger Star des Martial Arts-Film, der seine besten Zeiten hinter sich hat. Im Spiel allerdings ist Cage beim Turnier um zu beweisen, dass seine Kampfkunst echt ist. Hier sehen wir aber einen Schauspieler, der zwar Turniere gewonnen hat, aber sich selbst nur noch als Schauspieler sieht. Dazu passt der Ausschnitt von „Uncaged Fury“ wunderbar – der ist wesentlich überzogener als die Drehszenen von Cage aus der Erstverfilmung 1995. Obwohl ich das alles verstehe und gut finde – es ist einfach nicht mein Johnny. Auch der Fokus auf ihn – das passt einfach nicht. Cage ist nicht unwichtig in der Spielereihe, aber er war nie die Hauptfigur.
Aber das ist eigentlich das Einzige, an dem ich wirklich was zu meckern habe. Der Rest des Films entspricht absolut meinen Vorstellungen einer Verfilmung – es liegt in der Natur einer Verfilmung, dass man bestimmte Aspekte anpassen muss. In der Vorlage war das zehnte Turnier auf der Erde, von Shao Khan und der Outworld war noch keine Rede – ebenso wenig von Shinnok und Quan Chi. Diese kamen erst mit dem vierten Teil dazu, aber in der Lore der Reihe waren sie natürlich schon länger da. Nicht-Fans stehen vielleicht ein wenig rätselnd da, aber „Amulett von Shinnok“ muss nun auch nicht großartig erklärt werden. Ist halt ein Artefakt, oder? Fans wissen genau, was es damit auf sich hat und der normale Zuschauer bekommt eine Erklärung, die für den Kontext des Films ausreichend ist.
Kampfsportfilme funktionieren normalerweise auf eine ähnliche Art – das Muster Bloodsport – ein Turnier, Rache, eventuell noch eine Frau. Daneben gibt es dann noch Filme nach dem Konzept American Ninja – ein einsamer Held, der verdammt gut kämpfen kann, tritt gegen eine Schar Bösewichter an, angeführt von einem noch böseren Obermacker. Beide Konzepte funktionieren als Mortal Kombat nicht – man muss es kombinieren. Die Mythologie hinter dem Turnier, welches ab dem dritten Teil komplett verschwindet und nur gelegentlich mal wieder auftaucht, ist einfach zu wichtig (und komplex), um sie einfach auszuklammern. Diese dann in einen verständlichen Rahmen für den Kinofan zu packen, das ist die große Aufgabe.

Diese Aufgabe meistert Simon McQuoid auf dem Regiestuhl und Jeremy Slater beim Skript gekonnt. Brachte uns der erste Film mit Cole Young (Lewis Tan) noch ein eigene Kreation, der ähnlich wie Alice in den Resident Evil Filmen auf keinem Spielcharakter basiert, wird hier mit ihm kurzer Prozess gemacht. Der Auserwählte des ersten Teils wird hier geopfert – Fans kritisierten die reine Existenz von ihm, mit ihm ist also Schluss. Ebenso wird die Arkana nicht mehr erwähnt, die den Kämpfern ihre Spezialkräfte gibt. Das Drachensymbol, welches im Vorgänger noch die Auserwählten zierte, ist verschwunden und wird ebenfalls nicht mehr erwähnt. Die Kritikpunkte wurden alle angegangen und fallengelassen. Das stimmt mich positiv.
Nun geht es aber zur Sache, denn ein Kampfsportfilm muss natürlich vor allem dort überzeugen. Hier gibt es absolut nichts zu meckern, denn die Kämpfe sind gut choreographiert, sind knackig und dauern auch noch ewig. Wir bekommen ein paar Fatalities und sehen auch Arenen aus den Spielen. Sub Zero kommt aber gar nicht vor, dafür aber die Reinkarnation Noob Saibot – dieser legt sich natürlich auch wieder mit Scorpion an. Hier hätte man tatsächlich seinen jüngeren Bruder mit reinnehmen können, der nach dem verstorbenen Sub Zero diesen Namen annahm. Das wäre am Ende aber vielleicht zu viel geworden – immerhin haben wir mit Baraka, Kitana, Jade und Sindel gleich einige Neuzugänge, die auch Charaktertiefe bekommen – auch wenn dies beim ein oder anderen ein wenig kurz kommt. Was hier aber deutlich fehlt ist ein Kintaro oder Motaro. Für die, die mit diesen Namen nicht anfangen können – früher gab es vor dem eigentlichen Endgegner immer noch einen Zwischenboss – im ersten Teil war dies Goro, wie auch im filmischen Vorgänger. Im zweiten Teil der Spielereihe kam Kintaro dazu, der von der gleichen Art wie Goro ist. Motaro kam diese Ehre im dritten Teil zu, er ist ein gehörnter Zentaure, wie wir ihn auch schon in Mortal Kombat Annihilation sehen konnten. Er würde zu Sindel und Shao Kahn passen, Kintaro aber zu Kitana und Jade. Ist am Ende aber Jammern auf hohem Niveau, denn ich will endlich einen filmischen Kintaro sehen.
Fazit
Cage als Hauptcharakter zieht den Film für mich runter, aber ansonsten ist dies Mortal Kombat wie es sein sollte. Brutal, blutig, leicht witzig – und vor allem ein wenig drüber. Zu einem Flawless Victory reicht es aber nicht. Aber es ist die bisher beste Verfilmung des Spiels.
Info
Regie: Simon McQuoid
Drehbuch: Jeremy Slater
Produktion: Michael Clear, Todd Garner, Simon McQuoid, E. Bennett Walsh, James Wan
Kamera: Stephen F. Windon
Schnitt: Stuart Levy
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Review
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