Mit dieser Folge wird eine bisherige Nebenfigur deutlich in den Vordergrund geschoben.
Eine enorme Veränderung
UN Untersekretär Errinwright (Shawn Doyle) startet seinen Alltag nahezu normal. Er begleitet noch seinen jugendlichen Sohn zur Schule, was diesen verwundert, weil sein Vater das sonst nicht macht. Und verabschiedet anschließend seine Vorgesetzte Avasarala (Shohreh Aghdashloo), als sie mit Bobbie (Frankie Adams) und ihrem Sicherheitsoffizier Cotyar (Nick E. Tarabay) ins All aufbricht, zum Treffen mit dem Jules-Pierre Mao (François Chau). Doch kaum ist sie weg, trifft er sich mit den Vertretern des Mars, wo er heimlich deren Verteidigungsminister tötet. Nur um dann kurz darauf eine Nachricht auszusenden, in der er Mao indirekt dazu anstiftet, Avasarala umzubringen.
Die Crew der Rosinante hat sich aufgeteilt. James Holden (Steven Strait), Alex Kamel (Cas Anvar) und Prax (Terry Chen) jagen die Protomolekülkreatur, die aus der Forschungseinrichtung auf Ganymed entkommen ist. Derweil Naomi Nagata (Dominique Tipper) und Amos Burton (Wes Chatham) versuchen, die Sleeping Somnabulist in Gang zu kriegen, um so viele Menschen wie möglich von der Station zu retten. Allerdings haben beide Missionen ihre Schwierigkeiten. James verhält sich immer aggressiver und irratischer, während die Somnabulist nicht genügend Sauerstoff hat, um wirklich alle Überlebenden zu retten. Das heißt, Naomi muss über kurz oder lang eine schwierige Entscheidung treffen.
Untersekretär Errinwright war bisher nicht wirklich nennenswert in Erscheinung getreten. Er war da, hat vor allem Avasarala interagiert, aber eine eigenständige Charakterentwicklung konnte man man bei ihm bislang nicht feststellen. Doch das ändert sich jetzt mit Das Monster und die Rakete nachdrücklich.
In die Falle getappt
Im Prinzip merkt man in dieser Folge, dass die Macher der Serie den Zuschauer die ganze Zeit aufs Glatteis geführt haben. Auf einmal zeigt sich, dass er jemand ist, der es faustdick hinter den Ohren hat. Noch ist nicht völlig klar, was er genau will. Aber angesichts deiner Taten, der Tatsache, dass er Jules-Pierre Mao dazu anstiftet, damit er Avasarala umbringt und sein Mord des marsianischen Verteidungsministers, sind alles Zeichen dafür, dass er anscheinend einen Krieg vom Zaun brechen will. Was ja seine Vorgesetzte unbedingt verhindern wollte.
Und Avasarala ist ihm da direkt in die Falle getappt. Sie ist nicht auf der Erde, um ihn aufzuhalten. Sondern ist im All, wo sie unfähig ist, einzugreifen. Noch dazu, wenn es am Ende der Folge so aussieht, als ob sie demnächst sterben wird. Weshalb dann umso mehr auf Bobbie und Cotyar ankommen wird.
Es ist dabei interessant, wie Mao seine Taten rechtfertigt. Im Prinzip meint er, er sei so etwas die Schweiz, eine neutrale Partei, der sowohl Mars wie auch Erde gleichermaßen Zugang zum Protomolekül und den Daten darüber gibt. Womit er gleichzeitig einen Krieg zwischen den beiden Welten verhindert. Das klingt etwas zu naiv und wirkt auch entsprechend unglaubwürdig. Es wirkt eher wie eine billige Ausrede, um seine Taten zu rechtfertigen. Ob er damit erfolgreich sein wird, muss sich dann noch zeigen.
Eine unheimliche Besessenheit
Derweil es im All sehr heiß daher geht. Die beiden Handlungsplots entwickeln sich gleichermaßen spannend und unvorhersehbar. Wobei alle wichtigen Figuren sich hier prächtig weiterentwickeln können.
James Holdens Besessenheit mit dem Protomolekül ist fast unheimlich. Aber angesichts der Tatsache, dass er die Auswirkungen dieses Objekts schon oft genug mit erlebt hat, kann man das nachvollziehen. Wenn auch nicht, wie er immer aggressiver wird und dabei seine Begleiter regelrecht anfährt, weil sie ihm nicht widerspruchslos gehorchen.
Und auch Naomis Versuch, die Leute zu retten entwickelt sich dramatisch. Vor allem, wenn man sieht, wie sich vor der Frachtertür des Somnabulist eine regelrechte Menschenmeute ansammelt und die Stimmung immer weiter hochkocht. Da ahnt man schon, dass hier der kleinste Funken ausreicht, um eine Explosion auszulösen.
Es wird unvorhersehbar
Hier ist es spannend, wie sich der Plot weiterentwickelt. Nämlich wunderbar unvorhersehbar. Weshalb das Ende, auch wenn es etwas kitschig sein mag, dann dennoch funktioniert.
Es ist wieder eine grandiose Folge. Bei der man gespannt darauf ist, ob und wie das Staffelfinale ausfallen wird.
Informationen
Regie: Rob Lieberman
Drehbuch: Mark Fergus & Hawk Ostby
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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