Der erste Teil des Staffelfinales ist eine wilde Sache, bei der es ziemlich turbulent zu geht.
Viel Licht, aber auch einiges an Schatten dabei
Vergil (Robbie Daymond) konfrontiert das Trismagia-Orakel (Rick D. Wasserman), welches ihm dann zeigt, dass Mundus (Ray Chase) Dämonen mit dem Uroboros gebrandmarkt hat. Diese so gekennzeichneten Wesen hat er anschließend zur Erde geschickt. Damit sie dort die Mutter von Dante und Vergil umbringt.
Dante (Johnny Yong Bosch) hat derweil eigene Probleme. Er muss den erstarkten Argosax (Andrew Morgado) bekämpfen, der fleißig dabei ist, menschliche Seelen zu absorbieren. Also plant der Dämonenjäger gemeinsam mit Lady (Scout Taylor-Compton), wie die beiden die Menschheit retten können und spalten sich dann auf. Jeder verfolgt seinen Teil des Plans, auch wenn dies einige von ihnen abverlangt und nicht sicher ist, ob sie erfolgreich sein werden.
Ich hatte mit In die Stadt des Leids so meine Probleme. Einerseits war dies ein guter Auftakt zum Staffelfinale. Andererseits hatte ich jedoch ebenso meine Probleme mit einigen Aspekten der Folge. Es war am Ende viel Licht, aber auch einiges an Schatten mit dabei.
Ein angeteaserter Kampf, der nicht wirklich stattfindet
Das fängt schon mit dem Auftakt an, wo Vergil erfährt, dass sein Ziehvater aus der Hölle insgeheim dafür verantwortlich ist, dass seine Mutter getötet wurde. Es ist eine gute Enthüllung, mit der man so nicht gerechnet hat. Die aber dann doch auch passt, weil Mundus stellenweise zu positiv charakterisiert worden ist. Dabei ist er immer noch ein König aus der Hölle und damit eigentlich eher ein Antagonist. Und bislang gab es eher wenig antagonistisches von ihm.
Was sich mit dieser Enthüllung zu Beginn schnell erledigt hat. Schade ist dabei nur, dass der Kampf zwischen Vergil und dem Trismagia zu kurz kommt. Beziehungsweise wird dieser groß angeteasert. Und dann sieht man diese Auseinandersetzung nicht, weil der Prolog anschließend nur zeigt, wie Vergil mit Mattie zurück zur Erde kommt.
Auf der man dann sieht, wie Dante und Lady versuchen, eben jene zu retten. Was ja durchaus interessant und gelungen ist. Es gibt viele tragische Szenen, etwa, wenn man sieht, wie Argosax die Menschen richtiggehend leer saugt und dadurch stärker wird. Wobei er sich von Dante gut triggern lässt, als dieser ihm einige gelungene Beleidigungen an den Kopf schmeißt.
Ein gut inszenierter Kampf
Was hier stört, ist die Tatsache, dass es hier erneut Szenen gibt, in denen die Ereignisse wieder mit Nu-Metal-Musik untermalt werden. Das hat schon die vorigen Male nicht funktioniert. Es stört einfach, weil diese Melodien wie ein Fremdkörper wirken, vor allem im Vergleich zum normalen Soundtrack. Der nämlich für sich durchaus gut geworden ist.
Der Kampf Dante gegen Argosax, der dann später durch Vergil unterstützt wird, sowie die Erlebnisse von Lady werden gut inszeniert. Es macht Spaß, zu sehen, wie die beiden Brüder ihre Animositäten weitestgehend begraben und gleichzeitig auch ein Levelup durchmachen, was ihre Fähigkeiten angeht. Wobei das bei Dante durch ein bisschen viel Tränendrüsendrücken durchgeführt wird, aber das lässt sich im Vergleich zum Ergebnis und der restlichen Folge verkraften.
Interessant ist, was Lady erlebt. Die muss sich nämlich gegen Chi und die Darkcom-Truppen durchsetzen. Und erhält dabei Unterstützung durch Tom Remmington, Jr., dem Footballspieler, der als eine Art Aushängeschild von Darkcom mit die Hölle bekämpfte. Und sich im Laufe der Staffel als ein kleiner Angsthase entpuppte.
Keine Persönlichkeit
Es ist dieser Angsthase, der gleich mehrere Male seine Furcht überwindet und so Lady wiederholt das Leben rettet. Das Gute ist, dass er ihr dadurch nicht das Rampenlicht stiehlt. Sondern ihr mehr als genug Gelegenheit gibt, zu glänzen. Etwa, wenn sie sich im Nahkampf gegen die diversen Darkcom-Soldaten durchsetzt, ohne sie zu töten.
Chi selbst ist hingegen ein Problem. Im Prinzip merkt man in dieser Folge, dass sie im Grunde genommen die ganze Zeit nur da war. Sie war existent, hat immer wieder Arius beziehungsweise Argosax geholfen. Und wurde anscheinend viele Male geklont.
Doch was ihre Persönlichkeit angeht, was sie ticken lässt, dass sie auf der Seite des Bösen arbeitet, das bleibt unbekannt. Sie ist eben die ganze Zeit nur eine bessere Dienerin, mehr nicht. Und hier rächt sich das.
Ein lächerlicher Tod
Weil sie nämlich in dieser Episode getötet wird. Zum einen ein Klon durch Lady. Und zum anderen völlig überraschend durch Matty. Und dass letztere sie tötet wirkt einfach nur lächerlich, da das wie ein Glückstreffer wirkt. Ein Glückstreffer, der nur dazu da ist, damit die Charakterentwicklung von Mattie abgeschlossen ist und sie aus der Serie rausgeschrieben werden kann. Unnötig zu sagen, dass das sehr frustrierend ist.
Am Ende fällt es schwer, diese Folge vernünftig zu bewerten. Sie ist immer noch besser, als die vorherige. Macht aber auch gleichzeitig viele kleine Schnitzer, die sich am Ende summieren und für viele Punktabzüge sorgen. Und das ist schade.
Info
Drehbuch: Story von Adi Shankar, Geschrieben von Alex Larsen, Shakira Pressley und Adi Shankar
Showrunner: Adi Shankar
Regie: Han Seung Woo
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