In dieser Folge werden einige merkwürdige Entscheidungen getroffen.
Stärken und Schwächen machen sich bemerkbar
Sokka (Ian Ousley) und Zei (Hoa Xuande) suchen nach der Geisterbibliothek. Als sie den Ort ausfindig machen, wo sie sich befinden, werden alle zusammengetrommelt. Allerdings nicht nur die Gaang, sondern ebenfalls Jet. Vor Ort meditiert Aang (Gordon Cormier) und löst so die Geister von allen aus ihren Körpern. Denn nur so können sie in die Bibliothek, die von dem Geist Wan Shi Tong bewacht wird.
Zuko (Dallas Liu) selbst kriegt unterdessen mit, dass der Avatar und seine Freunde aus der Stadt befinden. Und macht sich auf die Suche nach ihnen. Derweil Azula (Elizabeth Yu) es gelingt, Kontakt zu Long Feng (Chin Han) aufzunehmen. Der anscheinend in ihren Plänen eine wichtige Rolle spielt.
Als ich mit Zehntausend Dinge fertig war, wusste ich zunächst nicht so recht, wie ich diese Episode für mich einsortieren soll. Sie zeigt einerseits die Stärken der Serie, als dass sie sich nicht sklavisch an der Vorlage hält. Aber andererseits merkt man in dieser Folge auch die Schwächen der Vorgehensweise.
Es werden Dinge anders gemacht
Der Besuch der Geisterbibliothek und der Begegnung mit Wan Shi Tong war in der zweiten Staffel der Zeichentrickserie ein Wendepunkt. Weil hier gleich mehrere Sachen auf ein Mal geschahen. Das Team Avatar erfuhr von der Sonnenfinsternis, Appa wurde entführt und Toph musste sich entscheiden, ob sie das Reittier von Aang oder ihre Kameraden rettet. Am Ende entschied sie sich für Letztere, was der Luftbändiger ihr eine ganze Zeit lang vorwarf.
Die Realverfilmung macht Dinge anders. Jet, der hier beispielsweise mitkommt und später in der Handlung eine wichtige Rolle spielt, war in der Vorlage nicht mit dabei. Auch die Tatsache, dass alle nur als Geister eindringen, gab es so nicht. Und das ist am Ende einer der ersten Stolpersteine, bzw. spürt man sogar die Auswirkungen davon.
Denn man stolpert über die Tatsache, dass sie, bis auf Appa und Momo keinen Wächter zurücklassen, der auf ihren Körper aufpasst. Aangs Vertrauen in sein Reittier in allen Ehren, aber das überzeugt nicht so wirklich. Es wirkt unlogisch und nicht sonderlich gut durchdacht.
Ereignisse vor Handlung
Am Ende merkt man hier einfach, dass die Handlung zu Gunsten der Ereignisse angepasst wurde, die stattfinden mussten! Denn nur so konnte Zuko als blauer Geist ins Camp vordringen und für einen Moment überlegen, den Avatar mitzunehmen. Dass er es nicht gemacht hat, wird in der Zeichentrickserie deutlich besser und logischer erklärt. Hier wirkt es merkwürdig, dass er so viel Aufwand treibt. Nur um dann am Ende von seinem Ziel abzulassen.
Die Erlebnisse innerhalb der Bibliothek sind überwiegend großartig inszeniert worden. Gemeint ist unter anderem, dass sie optisch spektakulär aussieht, darunter ebenso wie Wang Shi Tong umgesetzt wurde. Das ist durchaus überzeugend. Auch, wie die anderen jeweils auf die Bibliothek reagieren, gefällt.
Und doch gibt es hier ebenfalls Anlass zum Stirnrunzeln. Denn Toph, die ja blind ist und sich in der normalen Welt mit ihrem Erdbändigen orientieren kann, kann sich in dem Gebäude orientieren. Und das, obwohl in der Bibliothek Bändigen nicht möglich ist. Es wird versucht, dies dadurch zu erklären, dass beispielsweise die Räume hallen, wodurch sie die anderen hören kann, oder dass die Bücher eine erhabene Schrift haben, die sie lesen kann. Aber es wirkt wie eine vorgeschobene Erklärung. Und letzten Endes ist der Grund, weshalb sie mit in der Bibliothek ist, dass sie so nicht verhindern kann, dass Appa entführt wird.
Ein merkwürdiges Verhalten
Auch das Verhalten von Zei gibt Rätsel auf. Er, der die ganze Zeit anscheinend ein Freund von Sokka und dem Avatar war, hintergeht sie auf ein Mal. Es wird nicht vernünftig begründet, was dann doch sehr ärgerlich ist.
Überzeugen können hingegen die Geschehnisse in Bar Sing Se. Wo Azula einmal mehr beweisen kann, wie gerissen sie vorgeht. Wie sie einen Nachteil in einen Vorteil verwandeln kann. So zeigt sie in aller Öffentlichkeit ihr Feuerbändigen, damit so besser mit Long Feng in Kontakt treten kann. Der ihren Vorschlägen zu Beginn noch sehr skeptisch gegenüber steht. Fragt sich nur, für wie lange.
Es ist eine merkwürdige Folge. Bei der vieles gewollt wirkt, um so am Ende ein gewünschtes Ergebnis zu haben.
Info
Drehbuch: Gabriel Llanas
Showrunner: Christine Boylan, Jabbar Raisani
Regie: Amit Gupta
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