Der Auftakt zur dritten Staffel hat vieles, was gut geworden ist. Schwächelt aber dramatisch in einem Plot.
Auf ein Neues
152 Jahre sind seit der zweiten Krise der Foundation vergangen. Und auf der unabhängigen Vergnügungswelt Kalgan übernimmt der äußerst mächtige Mentalist genannt das Maultier (Pilou Asbæk) die Macht. Womit er zu einer direkten Bedrohung für die Pläne Hari Seldons und der Foundation geworden ist. Letztere ist allerdings zunächst mit sich selber beschäftigt. Denn sie hat sich dramatisch geändert. So dramatisch, dass eine mächtige Händlergilde entstanden ist, die, unterstützt vom Imperium, drauf und dran ist, einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen.
Derweil hat das Imperium Federn, bzw. Welten an die Foundation gelassen hat. Dennoch versucht es weiterhin seinen gewohnten Gang zu gehen. Weshalb auch alles für den traditionellen Machtwechsel vorbereitet wird, der in wenigen Tagen bevorsteht. Allerdings haben sich die Cleons stark verändert. Der aktuelle Bruder Tag (Lee Pace) ist am imperialen Tagesgeschäft nicht interessiert, sondern mehr daran, sich Drogen und Sex hinzugeben. Derweil der aktuelle Bruder Dämmerung (Terrence Mann) mit seinem bevorstehenden Ableben hadert und nach einem Ausweg sucht, dies zu verhindern.
Und es geht weiter. Das Maultier ist der Auftakt zur dritten Foundation-Staffel. Der Episodentitel ist dabei durchaus passend gewählt, da es klar war, dass die Serie sich früher oder später mit dieser Bedrohung beschäftigen würde. Schließlich wurde sein Kommen in der zweiten Season bereits vorbereitet.
Ein größtenteils neuer Cast
Mit der dritten Staffel wird auch der Cast der Serie aufgefrischt. Durch den Zeitpunkt bedingt können viele der Darsteller der zweiten Season natürlich nicht mehr Auftritten. An ihrer Stelle treten folgende Schauspieler:
Cherry Jones (24) wird die Foundation-Botschafterin Felice Quent, Brandon P. Bell wird zum Chef der Spionage der Foundation, Han Pritcher, derweil Yootha Wong-Loi-Sing als Song die Konsortin von Bruder Tag wird. Alexander Siddig (Star Trek: Deep Space Nine) übernimmt den Part Dr. Ebling Mis, der ein Fan von Hari Seldon ist. Der Darsteller hatte bereits in der ersten Season einen kleinen Auftritt als der Ankläger Xylas während des Prozesses gegen Hari Seldon. Die Rolle des Maultiers wurde neu besetzt. Der Charakter wird jetzt von dem Dänen Pilou Asbæk (Game of Thrones) dargestellt. Cody Fern (American Horror Story) spielt den Nachfahren von Hober Mallow, Toran Mallow, dessen Frau Bayta Mallow von der Schottin Synnøve Karlsen (Miss Austen) dargestellt wird. Die Reihe der Hauptdarsteller wird durch Troy Kotsur (The Mandalorian) als Preem Palver, der Anführer der Mentalisten auf Ignis, und Tómas Lemarquis (X-Men: Apocalypse) als der Balladenspieler Magnifico Giganticus.
Es gibt vieles, was für diese Episode spricht, aber ebenso einige Aspekte, die dagegen sprechen. Gut ist die Serie vor allem dann, wenn im Mittelpunkt der Handlung das Imperium mit den Cleons und Demerzel steht. Das sind die Momente, wo die Auftaktfolge richtig Spaß macht.
Jedes Mal eine Wundertüte
Bei den Cleons zeigt sich ein Mal mehr, was für eine Wundertüte sie sind. Man weiß mittlerweile vor dem Start einer neuen Staffel nie, wie dieses Mal ihre Persönlichkeiten sind. Und dieses Mal zeigt sich, dass das aktuelle Trio so spannend und abwechslungsreich verspricht zu sein, wie noch nie.
Man hat einen Bruder Morgen, der kurz davor steht, Bruder Tag zu werden. Und der als brillanter und gerissener Politiker auftritt, der nicht davor zurückscheut, alles zu nutzen, um andere Leute für sein Ziel zu manipulieren. Derweil der aktuelle Bruder Morgen vom Tagesgeschäft nichts hält und sich lieber im puren Hedonismus hingibt. Es ist mal etwas anderes, Lee Pace so „zugedröhnt“ agieren zu sehen, nachdem die früheren Darstellungen seinen Charakter als sehr machtbewusst dargestellt haben. Und dann ist da der aktuelle Bruder Dämmerung, der sich vor seinem Tod fürchtet. Und der anscheinend sehr viel für die Erziehung von Bruder Morgen getan hat. Es ist eine spannende Charakterisierung. Die schon jetzt äußerst vielversprechend für das wirkt, was die kommende Season angeht.
Bei Demerzel wird ihre Vergangenheit aufgegriffen. Nicht nur ihre Rolle in den Roboterkriegen, wo man auch erfährt, wie sie diese rechtfertigen. Ebenso wird auf ihre Religiosität aus der ersten Season zurückgegriffen, als sie der Luministin Zephyr Vorellis, dargestellt von Rebecca Ineson, von ihren Sorgen und Nöten beichtet. Interessant ist, dass sie anscheinend den drohenden Untergang der Foundation sehr fürchtet. Wobei sie im Prinzip glücklich darüber sein müsste, weil damit eine Bedrohung für das Imperium entfernt wird.
Eine schwache Foundation
Allerdings scheint sie das Maultier zu fürchten. Der in dieser Folge stark eingeführt wird. Wenn man sieht, wie einfach es ihm gelingt, im Alleingang eine ganze Armee zu vernichten, wird klar, dass er eine enorme Bedrohung ist. Eine Bedrohung, die sehr Ich-Bezogen agiert. Es geht ihm einzig und allein um ihn und ihn alleine. Noch ist unklar, was genau dazu führen wird, dass die Foundation auf ihn aufmerksam wird.
Leider kann deren Anteil an der Handlung nicht ganz überzeugen. Stark ist der Moment, wo Ebling Mis auf das Abbild von Hari Seldon stößt. Und als der ihn bei einer berechtigten Frage einfach so rauswirft. Es scheint so, als ob das digitale Abbild eigene Pläne hat, die er nicht bereit ist, mit anderen zu teilen. Was ihn natürlich in keinem guten Licht dastehen lässt.
Der größte Schwachpunkt ist allerdings alles, was mit dem angeblichen Konflikt der Händlergilde innerhalb der Foundation zu tun hat. Dabei beginnt der Plot recht vielversprechend. Es gibt eine äußerst ansehnliche Verfolgungsjagd, die dann nicht ganz so erfolgreich ist, wie es sich Han Pritcher erfolgt hat.
Ein heftiger Themenwechsel
Was anschließend folgt, ist allerdings ein Themenwechsel, der Nackenschmerzen verursacht. Denn auf ein Mal meint er, dass die wahre Gefahr das Maultier sei, obwohl es in seiner Präsenz zuvor nicht erwähnt wurde. Und beschließt dann auch noch, auf eigene Faust zu handeln.
Womit er seinen Vorgesetzten, den Bürgermeister von New Terminus, Indbur, wie einen Vollidioten dastehen lässt. Wobei der ohnehin von seinem Posten überfordert wirkt und entsprechend klischeehaft naiv und unwissend agiert. Was einfach nicht überzeugen kann.
Es ist kein überragender Auftakt, aber wenigstens einer, der in vielen Teilen Interesse an der kommenden Season erzeugt.
Informationen
Regie: David S. Goyer
Drehbuch: David S. Goyer & Jane Espenson
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