Dieser Band stellt ganz besonders das Problem der Reihe in den Vordergrund.
Unnötig brutal
Der Zwerg Torunn kommt nach langer Zeit zurück nach Hause. Seine Schwester hat inzwischen geheiratet und deren Kinder erkennen ihn nicht. Trotzdem ist er glücklich, wieder zu Hause sein. Und organisiert gleichzeitig die Flucht. Denn die Armeen der Män rücken immer näher und näher.
Gleichzeitig werden allerdings auch die Waldelfen bedroht. In ihrer Not beschließen sie etwas Riskantes: Sie entlassen die Gefangenen aus ihren Gefängnissen. Um so gegen die anrückenden Streitkräfte bestehen zu können.
Kampf der Stadtstaaten zeigt noch mehr als die vorigen Bände das grundsätzliche Problem der Die Kriege von Arran-Reihe. Es ist jetzt nicht nur, dass man jede Menge Vorwissen benötigt. Sondern ebenfalls, dass die Handlung zersplittert und unnötig brutal wirkt.
Man hangelt sich von Massaker zu Massaker
Für die Story zeigt sich einmal mehr Nicolas Jarry zuständig. Wobei es angeblich auch eine Synopsis, eine Zusammenfassung geben soll, die er zusammen mit David Courtois verfasst haben soll. Das Storyboard stammt von Alex Sierra, der zuvor jeweils einen Band von Die Länder von Ogon und Orks & Goblins geschrieben hat. Er hat außerdem den Band gemeinsam mit Livia Pastore gezeichnet. Sie hat unter anderem eine Ausgabe der Magier-Reihe illustriert.
Im Prinzip macht dieser Band ein für alle Mal klar, dass die Reihe ein grundsätzliches Problem hat. Es ist jetzt weniger die Tatsache, dass die Erzählung sehr wortreich ist oder man, um sie verstehen zu können, am besten alle Bände der anderen Reihen gelesen hat. Es ist die Tatsache, dass sich die Handlung von Kampf zu Kampf, von Massaker zu Massaker hangelt.
Gekämpft wird gefühlt immer. Mindestens ein Mal pro Geschichte treten die Vertreter der nichtmenschlichen Völker gegen die menschlichen an. Und man sieht dabei detailliert, wie sie sich gegenseitig massakrieren. Wie das Blut fließt und jede Menge Soldaten beiderseits ums Leben kommen.
Wenn Kritik auf Kritik folgt
Jetzt kann man natürlich einwenden, dass dies eben so ist. Dass der Band eben „Kriege“ im Namen hat und solche Kriege mitunter sehr brutal geführt werden. Das insofern die Comicreihe durchaus realistisch sei.
Das mag alles sein. Doch gleichzeitig hat man das Gefühl, dass die Reihe so langsam aber sich übers Ziel hinausschießt. Das es einfach nicht sein kann, dass man seitenweise Gemetzel liest, mit rudimentären Charakterisierungen. Das ist einfach nicht mehr unterhaltsam.
Wobei die Comicreihe ja durchaus versucht, die Kritik mit den rudimentären Charakterisierungen zu entgegnen. In dem es eben Figuren auftreten lässt, die in Bänden der anderen Reihen aufgetreten sind und sich dort weiterentwickelt haben. Doch hier greift dann der Kritikpunkt mit der Tatsache, dass man als Durchschnittsleser dieses Wissen nicht wirklich präsent hat, nicht präsent haben kann.
Es gibt positive Momente
Zum Glück wird auch diesem Punkt ein klein wenig entgegenkommen. Es gibt dieses Mal wieder Fußnoten, die auf die jeweilige Ausgabe verweisen, wo dann das Angesprochene stattfand. Nur, dass das kein vollwertiger Ersatz dafür ist, dass es vielleicht einen Gedanken wert gewesen wäre, dem Leser entgegenzukommen. Wenn schon so viele Worte verwendet werden, dann wäre es schön, wenn damit auch eine Zusammenfassung der bisherigen Erlebnisse der Figuren zu lesen wäre. Damit man sie besser kennenlernen kann.
Das liest sich jetzt natürlich sehr negativ. Und dem sei entgegenzusetzen, dass das Album durchaus ein paar gute Momente hat. Wo unter anderem Torun glänzen kann. Oder man sieht, wie viel Überwindung es die Waldelfen kostet, die Gefangenen freizulassen. Allerdings wiegen ein paar Momente die nicht zufriedenstellende Gesamthandlung auf.
Die Zeichnungen von Livia Pastore sind solide. Sie sind besser, als die von Alina Yerofieieva. Reichen aber nicht ganz an die von Giovanni Lorusso heran.
Die Albenreihe hat wirklich ein massives Problem. Und es steht zu befürchten, dass es nicht besser wird.
Info
Autor: Nicolas Jarry
Storyboard: Alex Sierra
Zeichnungen: Alex Sierra & Livia Pastore
Farben: J. Nanjan
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
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