Einmal mehr zeigt sich, dass man bei Star Trek – Strange New Worlds stets das Unerwartete erwarten sollte.
Jede Woche ein neues Abenteuer
Seit sechs Monaten ist die Alpha Schicht auf der Enterprise im Dauer-Einsatz und das zeigt sich so langsam. Ihre neuste Mission ist, Friedensvertragsverhandlungen im Rodaxion-System durchzuführen. Doch da sie etwas Zeit haben, beschließt Captain Pike (Anson Mount), mitsamt der Alpha-Crew Erholung auf einem nahegelegenen Resort-Planeten zu suchen. Der eine besondere Atmosphäre hat, die das Erholen erleichtern soll.
Einige Zeit darauf kommt Lieuteant Ortegas (Christina Chong) zu sich. Einer ihrer Arme ist in Gips und sie sieht sich einem Mugato gegenüber, den sie kurzerhand niederschlägt. Es stellt sich heraus, dass dies ein Kostüm ist, das ein angeheiterter Montgomery Scott (Martin Quinn) trägt. Eigentlich will sie mit ihm nichts zu tun haben. Doch dann erhalten sie eine Nachricht für Captain Pike. Also müssen sie ihn finden. Und gleichzeitig auch das Shuttle, mit dem sie auf diese Welt gekommen sind.
Das Grundprinzip von Star Trek – Strange New Worlds ist, dass es jede Woche ein neues, merkwürdiges Abenteuer gibt, dass die Enterprise erlebt. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die Tonarten der jeweiligen Episode sich stellenweise stark voneinander unterscheiden. Wie jetzt auch in diesem Fall.
Von Extremen Horror zu Comedy Pur
Der Griffin-Vorfall war astreiner Horror. Eine unheimliche Atmosphäre, gepaart mit unerklärlichen Phänomen, sorgte für feinsten Grusel. Doch jetzt kommt Menschlicher bester Freund um die Ecke. Und ist das völlige Kontrastprogramm.
Denn diese Folge ist Comedy pur. Es gibt hier lauter Absurditäten und komische Momente. Sowie jede Menge Easter Eggs und Charaktermomente. Sie erinnert stark an die Hangover-Filme.
Dabei baut die Episode auf einem Paar auf, das die bisherigen Folgen bewiesen hat, dass sie nicht gut aufeinander zu sprechen sind. Ortega und Scotty waren bislang zwei, die gerne gegenseitig hassten. Dass die beiden jetzt eine ganze Episode tragen sollen, überrascht zunächst. Man hätte eigentlich erwartet, dass ihre gegenseitige herzliche Abneigung noch ein wenig mehr Zeit zum Entwickeln kriegt. Und doch passt es am Ende wunderbar.
Zwei, die sich hassen und trotzdem zusammenarbeiten müssen
Vor allem weil Ortega augenscheinlich die Nüchterne ist, die eben „nur“ einen Filmriss hat und nicht weiß, was noch vor kurzem geschehen ist. Derweil Scotty betrunken ist und ihr dadurch oft genug mehr hinderlich als nützlich ist. Dennoch schleppt sie ihn immer mit sich, aus Angst, er könnte sich in seinem besoffenen Zustand etwas selber antun.
Zu sehen, wie die beiden zunächst versuchen, Captain Christopher Pike zu finden und dann später auch noch das verschollen Föderations-Shuttle, mit dem sie auf den Planeten gekommen sind, ist grandios. Die beiden sind auch das perfekte Paar, die sich gegenseitig die Bälle zuspielen. Und dann auch noch auf die sich merkwürdig verhaltenen anderen Offiziere reagieren müssen.
Auch was bei denen gezeigt wird, ist einfach grandios. Wenn eine Commander Una auf ein Mal Bonnie Tylers Total Eclipse of the Heart auf klingonisch singt, ist das ein erstes Highlight. Nur um dann von einem Spock getoppt zu werden, der meint, sich einen James T. Kirk einzubilden, der andere Sternenflottenoffiziere als Pflanzen sieht und an einer Stelle sogar mit einer solchen eine Gedankenverschmelzung durchzuführen.
Es gibt nie genügend Absurditäten
Es ist einfach alles nur herrlich absurd und übertrieben. Mit jeder Menge witzigen Ideen und überraschenden Entwicklungen. Wie beispielsweise einem dritten Akt, der wieder an Bord der Enterprise spielt. Und gerade, als man es am wenigsten erwartet, noch einmal mehr jede Menge Absurditäten einbaut, die der Handlung zum Abschluss hin jede Menge Extra Pepp und Spannung geben.
Ich kann es nur betonen. Das ist wieder eine der Folgen, die zeigt, zu was „Star Trek“ fähig ist. Man lacht über dieses absurde Geschehen, über eine zugedröhnte Uhura und einen Doktor M’Benga, der sich als grandioser Barkeeper entpuppt. Über eine La’an, die sich als ein herrischer Kriegsherr aufführt und einem Dave Foley als Host, der alles nur gut meint. Und mit seinen Aktionen dann doch teilweise das Gegenteil bewirkt.
Und dann sind da noch die Eastereggs. Sprüche wie „Es ist Grün“ oder das Mugato-Outfit erinnern an die TOS-Serie. Derweil Scotty am Ende eine grausame Verletzung erhält, die wie eine Hommage an James Doohan wirkt, der ja im Realen Leben ebenfalls einen Finger verloren hat. Daran merkt man, dass hier Leute zu Gange waren, die Star Trek kennen und lieben.
Großartige Charakterisierungen und jede Menge komische Anspielungen: Dies ist, ohne Zweifel, mit eine der besten, wenn nicht sogar die beste Strange New Worlds-Folge überhaupt!
Info
Regie: Yana Gorskaya
Drehbuch: Kathryn Lyn
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
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