Zum Abschluss der zweiten Staffel präsentiert die Serie, anderen Ende man sich fragt, was das bitte schön sollte.
Was sollte das?
Dante (Johnny Yong Bosch) und Vergil (Robbie Daymond) landen mit Argosax (Andrew Morgado) in der Hölle. Sie bereiten sich auf einen brutalen Endkampf vor, doch dann erscheint Mundus (Ray Chase) und macht mit dem früheren König der Hölle einen schnellen, kurzen Prozess. Er greift sich Arius, den Wirtskörper, um den herum der Hauptkörper aufgebaut worden ist, der außerhalb von Argosax stirbt und köpft den früheren Monarchen.
Daraufhin erzählt er den beiden Söhnen Spardas seine Vergangenheit mit dem berühmten Höllenkrieger. Dabei lässt er es so dastehen, als ob dieser ihm damit einen Riesengefallen getan hat. Und versucht dadurch Dante und Vergil auf seine Seite zu ziehen. Doch das gelingt ihm nicht wirklich.
Am Ende Vexilla Regis Prodeunt Inferni, auf Deutsch ungefähr Die Banner des Königs kommen aus der Hölle hervor, saß ich da und fragte mich, was das sollte. Was genau alle Verantwortlichen sich bei dieser Folge gedacht haben. Und wo die Reise allgemein hingehen soll?
Die Hälfte kann man vergessen
Im Prinzip kann man die komplette erste Hälfte der Folge vergessen. Weil sie eine Aneinanderkettung von Entscheidungen der Verantwortlichen ist, die am Ende so überhaupt keinen Sinn ergeben. Noch schlimmer ist, dass man sich hier sehr schnell zu langweilen beginnt.
Das fängt schon damit an, dass man sich auf einen gigantischen und spannenden Kampf in der Hölle gefreut hat. Auf der einen Seite Dante und Vergil und auf der anderen Argosax. Nur, dass die beiden Söhne Spardas hier nichts beitragen, sondern eher Mundus die Bühne überlassen. Der dann ohne zu zögern mit seinem Kontrahenten kurzen Prozess macht.
Das ist überraschend. Und könnte man halbwegs akzeptieren, wenn dann die Action nahezu nahtlos weitergeht. Weil, man ist hier im Staffelfinale und würde erwarten, dass bei einer solch actionbetonten Vorlage, wie es bei Devil May Cry der Fall ist, es entsprechend heftig zur Sache geht. Doch das Problem ist, dass dem nicht so ist.
Wenn Persönlichkeiten kollidieren
Stattdessen steht danach Mundus in der Gegend herum und doziert davon, wie er von Sparda betrogen wurde und weshalb dies für ihn eine gute Sache war. Das zieht sich über mindestens zehn Minuten hin und wirkt entsprechend langweilig. Es entsteht hier keine Spannung und wirkt äußerst statisch, auch wenn die Figuren sich natürlich bewegen.
Die anschließende Auseinandersetzung zwischen Dante und Vergil, wo es um die Entscheidung geht, ob sie Mundus Angebot annehmen oder nicht, ist dann wieder gut gelungen. Weil hier die unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden aufeinanderprallen. Und das Duell endet auf eine Art und Weise, die klar macht, dass es hiervon eine Fortsetzung geben wird.
Denn zwar hat Vergil Dante schwer verletzt. Aber gleichzeitig hat er ihn zurück zur Erde geworfen und die Barriere zwischen den beiden Welten geschlossen. Und er hat seinem Bruder, wie sich ganz am Ende zeigt, die Kristallhalsketten mitgegeben, die sie als Kinder holen. Sozusagen ein Versprechen, dass sie sich wiedersehen werden. Denn er hat vor, selber die Hölle anzuführen, nachdem er Mundus erledigt hat.
Hier kommt Spannung auf
Das ist dann wirklich Spannung. Vor allem auch solche, die einen auf die dritte Season gespannt machen wird. Klar ist, dass es in dieser zur finalen Konfrontation zwischen den beiden Brüdern kommen dürfte.
Es ist allerdings nicht das Einzige, was für kommende Staffel vorbereitet wird: Denn auf der Erde entdeckt Mary, dass ihr Vater in Wahrheit der Höllenhofnarr geworden ist. Also derjenige, der ab und an auftauchte, häufig im Hintergrund aktiv war, aber mit dem nicht wirklich gerechnet hätte, dass er früher ein Mensch war. Eigentlich müsste man auch hier Spannung verspüren.
Aber die Enthüllung fällt etwas flach aus, weil dieser Hofnarr eine – vermutlich bewusst – nervige und flache Figur war. Dass er in Wahrheit Marys Vater war, gibt ihm zwar nochmal etwas mehr Dimensionalität. Doch erzeugt dieser Plottwist nicht dieselbe positive Vorfreude, wie bei dem Dante und Vergil-Plot.
Am Ende ist dies einfach eine Episode, die in vielerlei Hinsicht enttäuscht. Man hätte sich mehr Action, mehr Drama gewünscht. Anstatt überwiegend nur Statik und Dialoge.
Info
Drehbuch: Story von Adi Shankar; Geschrieben von Alex Larsen und Adi Shankar
Showrunner: Adi Shankar
Regie: Park So Young
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