Der Abschluss der Romantrilogie gerät leider zu einer enormen Enttäuschung.

Eine geringe Erwartungshaltung
Die Wayfarer ist zerstört und die Besatzungsmitgliedern in Rettungskapseln durch das ganze Omnikron-System zerstreut. Eine brisante Situation, da viele von ihnen jetzt ums Überleben kämpfen müssen. Und dabei stellenweise nicht sonderlich zimperlich vorgehen.
Zum Glück schaffen es viele dank der Quantenintelligenz nicht zu sterben. Nur dass sich dann herausstellt, dass diese einen ganz eigenen Plan verfolgt. Der mit denen der Menschen nicht wirklich deckungsgleich ist.
Bislang war die Origins-Trilogie kein sonderlich prickelndes Lesevergnügen. Trotz prominenter Namen waren die ersten beiden Romane eher enttäuschend. Zwar konnte sich Die Erweckung im Vergleich zu Die Entdeckung geringfügig steigern. Aber nicht ausreichend, um wirklich am Ende zu gefallen. Dementsprechend ist die Erwartungshaltung an den Abschluss Die Erlösung eher gering.
Ein liebloses Stück Arbeit
Geschrieben wurde dieser Roman von Brandon Q. Morris. Er ist ein Hard SciFi-Autor, der unter anderem Tachyon: Die Waffe verfasst hat.
Leider muss man sagen, dass der Autor es schafft, selbst die geringe Erwartungshaltung, die ich im Vorfeld hatte, zu enttäuschen. Sein Roman ist alles, nur nicht spannend geschrieben. Im Gegenteil: Über weite Strecken des Buchs hat man das Gefühl, dass er hier eine Auftragsarbeit lieblos niedergeschrieben hat.
Zum Teil ist es nicht komplett seine Schuld. Er muss Altlasten seiner Vorgängerautoren übernehmen und weiter entwickeln. Womit vor allem der unnötige Konflikt zwischen den Nassen und Trockenen ist, der hier natürlich ebenfalls vorkommt. Erneut herrscht zwischen beiden Parteien eine ziemliche Feindschaft und scheinen sie mehr daran interessiert zu sein, ihre jeweiligen Vorurteile zu pflegen, anstatt eine gemeinsame Basis zur Zusammenarbeit zu finden.
Platte und egale Figuren
Und es ist ja noch nicht mal das. Auch die platten Darstellungen von Militärs – äußerst schussfreudig und rabiat- und Wissenschaftlern – intelligent und weltfremd – geht einem schon sehr bald auf die Nerven. Es ist leider so, dass Brandon Q. Morris sich nicht wirklich bemüht, hier zu variieren.
Natürlich treten auch die wichtigen Protagonisten der beiden vorherigen Romane wieder auf. Doch sowohl Lea Lehora noch Marc Laton schaffen es irgendwie, dass man sich als Leser für sie und ihr Schicksal interessiert. Im Gegenteil: Sie sind einem schlichtweg egal.
Und dann ist da noch die Tatsache, dass man das Gefühl hat, dass die ersten 300 Seiten überflüssig sind. Denn die eigentliche Handlung beginnt erst danach. Nicht, dass es anschließend irgendwie großartig besser wird. Im Gegenteil: Selbst danach plätschert die Handlung gefühlt vor sich hin.
Die Aufklärung kommt zu spät
Und das, obwohl hier alles zusammenkommt. Das Rätsel um die erste Menschheit, das Schicksal der Überlebenden im Omnikron-System und die Pläne der Quanten Intelligenz, die mit Marc Laton angekommen ist. Aber vor allem die Aufklärung von ersterem kommt viel zu spät!
Man hätte sich wirklich gewünscht, dass sich die Romanreihe der ersten Menschheit und wieso sie ihre Heimat einst verließen, bereits wesentlich früher gewidmet hätte. Aber das ist ja leider nicht der Fall! Im Gegenteil: Dadurch, dass sich diesem Mysterium erst so spät ausführlich gewidmet wird, wirkt es wie nachträglich abgehandelt. So als ob es zu lange vernachlässigt wurde und nicht von großer Wichtigkeit war. Dabei war es der eigentlich interessanteste Part der Reihe.
Am Ende ist der Roman eine riesengroße Enttäuschung. Potenzial war vorhanden, wurde aber nie genutzt. Weshalb er am Ende auch ein Flop ist.
Info
Autoren: Brandon Q. Morris
Originaltitel: Origin: Die Erlösung
Verlag: Heyne
Erschienen: 12/2025
Einband: Taschenbuch
Seiten: 576
ISBN: 978-3-453-32385-8
Sonstige Informationen: Produktseite
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