[Perry Rhodan NEO 226] Erbe des Kristallthrons

Lesezeit circa: 5 Minuten

Perry Rhodan will die MAGELLAN zurück und begibt sich in das Arkonsystem. Dort findet unterdessen die Inthronisation von Gonozal dem Siebten statt und mittendrin befindet sich Atlan – der Erbe des Kristallthrons.

Erbe des Kristallthrons
© Pabel-Moewig Verlag KG

Titel: Erbe des Kristallthrons
Autor: Lucy Guth
Titelbild: Dirk Schulz / Horst Gotta
Erschienen: 15.05.2020

Zur Handlung

Mirona Thetin verlässt Atlan, da sie mit den Plänen seines Vaters nicht einverstanden ist und auch Atlan für dessen Unterstützung Vorwürfe macht. Es kommt zum Konflikt zwischen den beiden und sie muss letztlich mit der GARTAVOUR sowie mithilfe einer Erpressung von Arkon I fliehen.

Perry Rhodan führt ein Kommandounternehmen in das Arkonsystem. Auf Naat wird – im Trubel der Inthronisation von Gonozal dem Siebten – die MAGELLAN von Gucky und einem Einsatzteam zurückerobert. Dabei hilft ihnen ein mysteriöser Arkonide mit seinem scheinbar schrottreifen Schiff. Auf Arkon I befreien zeitgleich Rhodan, Thora, Sud und John Marshall die von der infiniten Todesstrafe bedrohte Ex-Imperatrice Theta. Als sie auf der Flucht in eine ausweglose Situation geraten, kommt ihnen im letzten Moment Atlan zu Hilfe und bringt sie in einem sogenannten Schattenpalast unter.

Die Zeremonie der Inthronisation wird aufgrund der Vorkommnisse um Theta und die MAGELLAN sowie einem gescheiterten Attentat auf den neuen Imperator zu einem Debakel. Mascudar da Gonozal wird aber nichtsdestotrotz zum Imperator gekrönt.

Nach seiner Hilfe für Rhodan und Theta steht Atlan nun zwischen allen Stühlen und muss seinem Vater berichten, dass die ehemalige Herrscherin verschwunden ist. Er behauptet, die MAGELLAN habe sie aufgenommen und der Zorn des Imperators auf die Terraner wächst ins Unermessliche. Er beschließt die Invasion der Solaren Union – und Kristallprinz Atlan da Gonozal soll sie anführen.

Gedanken zu Erbe des Kristallthrons

Gonozal der VII. ist also endgültig auf dem Kristallthron angekommen und sein Sohn steckt in einer verzwickten Situation. Nicht nur, dass er hinter dem Rücken seines Vaters dessen Todfeinde gerettet hat, er wurde auch noch von seiner Lebensgefährtin verlassen, deren Schwangerschaft ihm noch immer unbekannt ist, und er bekommt den Auftrag, das Solsystem zu erobern. Harter Tobak für den unsterblichen Arkoniden. Man darf gespannt sein, wie er sich in diesem Beziehungswust schlägt und welche Entscheidungen er treffen wird. In seiner Loyalität scheint er aktuell jedenfalls mächtig zwischen Terranern, Arkoniden und Mirona Thetin hin- und her gerissen zu sein.

Sein Vater zeigt dagegen endgültig sein wahres Gesicht und präsentiert sich als der knallharte Herrscher, der er in seiner ersten Amtszeit schon war. Die Zeit der Freundlichkeiten ist vorüber und er bläst zum erbarmungslosen Angriff auf seine Feinde. Diese Entwicklung, das langsame Bröckeln seiner Fassade über drei NEOs, ist großartig geschildert und findet hier seinen vorläufigen Höhepunkt. Spätestens in der Schlussszene, in der er aus Zorn einen unbeteiligten Naatdiener verprügelt, zeigt deutlich, aus welchem Holz der Imperator geschnitzt ist.  Mascudar da Gonozal wird nicht ruhen, bis er seine Feinde ausgemerzt hat oder selbst den Tod findet, da bin ich mir relativ sicher.

Die Rückeroberung der MAGELLAN ging mir persönlich etwas zu glatt über die Bühne. Klar, Gucky – der Retter des Universums – hat hier die Kohlen aus dem Feuer geholt und es gab überraschende und (noch) nicht ganz nachvollziehbare Hilfe von außerhalb. Trotzdem gab es hier erstaunlich wenig Komplikationen, vor allem, da die MAGELLAN nach einer Umrüstung das neue Flaggschiff des Imperiums werden sollte. Doch sei es drum, es darf ja auch mal etwas gut funktionieren, was sich Perry so ausdenkt. Passiert bei Perry Rhodan NEO ja seltener, als man denkt.

Fun Facts

Lucy Guth baute an mehreren Stellen kleine Schmankerl ein, die mich zum Schmunzeln brachten. Da wäre zunächst einmal Josue Moncadas, welcher, während er gespannt die Inthronisationszeremonie von Gonozal VII. verfolgt, über das britische Königshaus referiert, welches sogar den dritten Brexit überstanden hat. Monk, der Royal-Experte, köstlich.

Als ich dann über das Prunkbüffet beim Empfang des neuen Imperators mit allerlei arkonidischen Köstlichkeiten, teuren Importen von arkonidischen Kolonien und – mit terranischer Currywurst – las, war das ein weiterer sehr erheiternder Moment.

Fazit

Erbe des Kristallthrons knüpft handlungstechnisch genau am Vorgänger an, verliert jedoch für mich ein wenig vom Schwung der letzten beiden NEOs. Lucy Guth präsentiert uns dafür eine Vielzahl von Eindrücken aus der aristokratisch-steifen Kultur der Arkoniden und ein gewaltiges sowie buntes Bild der Inthronisation von Gonozal VII. Das hat mir – auch wenn es den Roman irgendwie entschleunigt hat – sehr gut gefallen.

Die Rückholaktion der MAGELLAN ging mir wie gesagt etwas zu glatt und auch bei der Befreiung von Theta hatte ich das Gefühl, dass ein paar Zufälle zu viel geholfen haben. Trotz alledem war es ein unterhaltsamer NEO, wenn auch vielleicht nicht ganz auf dem Niveau der letzten Bände. Der Knalleffekt kam natürlich mit dem letzten Absatz und lässt mich einmal mehr erwartungsfroh zurück: Die Invasion des Solsystems soll vorbereitet werden. Nun denn, harren wir der Dinge.

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Sven Fesser

Sven Fesser

Sven ist Perry Rhodan Leser seit Anfang der 90er Jahre, aktuell bei NEO, EA und "klassisch" im Bereich der "Kosmischen Burgen" unterwegs. Er ist bei uns für Perry Rhodan NEO verantwortlich.

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